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Ehepaar/Familie: Steuerliche Betrachtung von zwei Kleinunternehmen?

19.07.2018 20:04 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Holger Traub, Dipl. Kfm.


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau hat ein Kleinunternehmen für Entrümpelungen (XX Entrümpelungen und Reinigung). Es soll unter 17500 € hochgerechnet im ersten Jahr Umsatz erreicht werden.

Als ihr Ehemann würde ich nun gerne ein zweites Klein-Unternehmen gründen "XX Haushaltshilfe und Pflege".
Die Kleinunternehmerregelung soll auch in Anspruch genommen werden.
Zusätzlich bin ich als geringfügiger Beschäftigter bei dem ersten Unternehmen angestellt.

Fragen: Unter welchen Voraussetzungen darf das zweite neu zu gründende Unternehmen ebenfalls "Entrümpelungen" anbieten, ohne Steuerrechtliche Probleme mit dem Finanzamt zu bekommen?

Frage 2: Darf mein Sohn, ein Zweit-Unternehmen gründen und diese Dienstleistungen anbieten? Der Sohn wohnt im gleichen Haushalt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach dem Umsatzsteuergesetz gilt jede Person, welche eine unternehmerische Tätigkeit betreibt, als Unternehmer nach § 2 Abs. 1 UStG (vgl. Definition eines Unternehmers in § 2 Abs. 1 UStG).

Somit kann jede Person, sowohl Sie als auch Ihre Frau und Ihr volljähriges Kind für sich gesondert Unternehmer aus umsatzsteuerrechtlicher Sicht sein. Konsequenterweise kann auch die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG beantragt werden.

Theoretisch kann die jeweilige Tätigkeit auch in der gleichen Branche ausgeübt werden. Allerdings könnte die Finanzbehörde in diesem Fall (wenn 3 Familienmitglieder Kleinunternehmer in der selben Tätigkeitsrichtung sind) einen Gestaltungsmißbrauch nach § 42 AO annehmen. Dies kann dann begründet werden, wenn steuerrechtliche Regelungen "bewusst" mißbraucht werden und Rechtsformen gewählt werden, die ansonsten nicht gewählt bzw. praktiziert werden würden.

Zur Vermeidung dieses Risikos können Sie vor Aufnahme der Tätigkeit bei dem zuständigen Finanzamt eine verbindliche Auskunft einholen (§ 89 AO). Das Finanzamt beurteilt Ihren Steuerfall sodann vorab rechtsverbindlich. Hierdurch können Sie Rechtssicherheit bzgl. der angedachten Konstruktion erlangen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 19.07.2018 | 21:14

Vielen Dank für Ihren Hinweis und Ihre schnelle Antwort!

Es waren nur zwei Unternehmen geplant, nicht drei. Also entweder ich oder mein Sohn..
Nicht drei.

Wie beeinflusst dies Ihre Einschätzung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.07.2018 | 21:23

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

dies "entkräftet" wesentlich einen Gestaltungsmißbrauch nach § 42 AO.

Das Finanzamt müsste daher schon tragende Argumente vorbringen, warum es nicht anerkennen sollten, dass zwei Familienmitglieder in der ähnlichen geschäftlichen Sparte tätig sind.

Im Übrigen verweise ich auf meine Rechtsausführungen.

Sofern ich Ihre Frage zufriedenstellend beantworten konnte würde ich mich über die Abgabe einer 5-Sterne-Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

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