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Ehemann (Lebanese) arbeitet im Oman, ich (deutsch) wohne & arbeite hier-Steuerfrage

| 18.12.2019 16:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herrn,

bei mir ergibt sich die folgende Konstellation in 2020:

Nächstes Jahr werde ich meinen Partner, einen lebanesischen Staatsangehörigen, der im Oman arbeitet (hat in Deutschland nie gearbeitet oder gelebt, hat also mit Deutschland nichts zu tun), heiraten. Ich bin deutsche Staatsbrügerin, arbeite in Deutschland und möchte auch hier ggf. ein Kind bekommen und auch weiterhin in Deutschland leben und angemeldet sein.

Mein Mann und ich werden somit für eine längere Zeit eine Fernbeziehung führen.

Mein Mann ist in leitender Funktion und verdient wesentlich mehr als ich.

Meine Frage lautet nun: Muss ich gleich nach unserer Heirat beim Finanzamt einen getrennten Haushalt beantragen? Ich möchte vermeiden, dass das FA den Eindruck gewinnt, dass wir einen gemeinsamen Haushalt führen (was wir nicht tun) und auf die Idee kommt, unser GEMEINSAMES Einkommen zu versteuern.

Laut meiner Recherche, hätte das Finanzamt eigentlich nicht das Recht dazu, denn mein Ehemann ist kein deutscher Staatsbürger und hat hier auch kein Aufenthaltsrecht, aber ich möchte einfach vermeiden, dass sein Einkommen sich auf mich (Steuerschuld) und ggf. das Elterngeld (denn sein Einkommen würde mich für das Elterngeld disqualifizieren) in irgendeiner Form negativ auswirkt.

Was kann ich da vom FA erwarten, bzw. was wären die notwendigen Schritte, um sein Einkommen von meinem für das FA und andere Behörden nach unserer Heirat zu trennen?

Vielen Dank Ihnen im Voraus!
18.12.2019 | 19:21

Antwort

von


(292)
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56626 Andernach
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie müssen sich keine Sorgen um die Einkünfte Ihres künftigen Ehemannes machen, soweit es das Elterngeld betrifft, denn für den Bezug von Elterngeld kommt es auf das bis zur Geburt des Kindes erzielte Einkommen desjenigen Elternteils an, das die Betreuung übernehmen möchte und deshalb Einkommenseinbußen hat.

Das heißt: Das Elterngeld ist eine Ersatzleistung für das bisherige Einkommen, welches Eltern(teilen) zusteht, die nach der Geburt ihres Kindes zuhause bleiben und nicht oder nur teilweise wieder ins Berufsleben einsteigen. Es können alle Elternteile erhalten, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,
mit dem Kind in einem Haushalt leben, nach der Geburt das Kind selbst betreuen und erziehen,
und weniger als 250.000 Euro Jahreseinkommen im Jahr vor der Geburt hatten. Es gibt zwar auch eine Grenze von 500.000 €, die für Ehepaare gilt, aber dann ist zu berücksichtigen, dass Sie erheblich weniger als Ihr Ehemann verdienen und er gar nicht berechtigt wäre, Elterngeld zu beziehen, etwa weil er durchgehend Vollzeit arbeitet. Insofern spielt für Sie nur die persönliche Höchstgrenze von 250.000 € Jahreseinkommen (vor der Geburt des Kindes) eine Rolle.

Für die Steuererklärung können Sie wählen zwischen der getrennten Veranlagung (Einzel­ver­anlagung) und der gemein­samen Veranlagung.

Erklären Sie ihre Steuern gemein­sam, können sie dank des „Ehegatten­splittings" oft Einkommensteuer sparen: Denn dann ermittelt das Finanz­amt nicht für jeden einzeln die Steuern, sondern addiert beide Einkommen, teilt das Ergebnis durch zwei und ermittelt die dafür fälligen Steuern. Diesen Wert verdoppelt es dann.

Häufig ist dieses Splitting­verfahren güns­tiger, als wenn beide ihre Steuern einzeln erklären. Je weiter die Einkommen der beiden auseinander­liegen, desto größer der Vorteil. Aber das können Sie zur gegebenen Zeit entscheiden und vielleicht einmal vom Steuerberater durchrechnen lassen. Es bleibt Ihnen aber immer unbenommen, auf die Steuervorteile der gemeinsamen Veranlagung zu verzichten und die Einzelbesteuerung zu wählen. Mit dem Bezug von Elterngeld hat das aber - wie gesagt - nichts zu tun.

Wenn noch etwas unklar geblieben ist, melden Sie sich gerne.

Freundliche Grüße!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 18.12.2019 | 19:41

Liebe Frau Dorrien,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Die Situation mit dem Elterngeld habe ich gut verstanden.

Die größere Frage stellt sich mir: Ich kann also ohne Gründe (auch mit Kind und obwohl wir verheiratet sind) eine Einzelveranlagung beim FA beantragen und somit nur auf mein eigenes Einkommen Steuern zahlen, habe ich das korrekt verstanden?

Mein Mann lebt nicht in Deutschland und arbeitet auch nicht in Deutschland, daher hat das Finanzamt doch auch gar keine Grundlage von ihm Einkommenssteuer zu beziehen, sehe ich das richtig? Unabhängig davon ob er mit einer Deutschen verheiratet ist oder nicht?

Diesen Punkt zu klären hat für mich die höchste Priorität, da es das größere finanzielle Gewicht trägt, als das Elterngeld. Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18.12.2019 | 20:33

Liebe Ratsuchende, vielen Dank für Ihre freundliche Nachfrage, und Sie haben völlig Recht! Bitte entschuldigen Sie, dass ich diesen Teil Ihrer Frage nicht eindeutig beantwortet habe - das liegt daran, dass ich es als unproblematisch angesehen habe, denn schwierig ist immer das Gegenteil: Ein Ehepartner lebt im Ausland, und die Eheleute wollen die (gemeinhin günstigere) Zusammenveranlagung wählen. In Ihrem Fall ist die getrennte Veranlagung natürlich gar kein Problem, oder besser gesagt: Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig, wenn Ihr Ehemann keinerlei (auf Deutschland bezogen) inländische Einkünfte und auch keinen (auch nur sporadischen) Wohnsitz in Deutschland hat.

<a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/26a.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 26a EStG: Einzelveranlagung von Ehegatten">§ 26a</a> Einkommensteuergesetz lautet:

Einzelveranlagung von Ehegatten
(1) 1Bei der Einzelveranlagung von Ehegatten sind jedem Ehegatten die von ihm bezogenen Einkünfte zuzurechnen. (...)

Ich hoffe, dass Ihre Frage nunmehr beantwortet ist, und verbleibe mit freundlichem Gruß! <!--dejureok-->

Bewertung des Fragestellers 18.12.2019 | 20:35

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Stellungnahme vom Anwalt:
Das freut mich sehr - vielen Dank für die freundliche Bewertung!
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 18.12.2019
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