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Eheleute behaupten ich habe Spiegel angefahren - was tun?

| 13.04.2013 16:57 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


20:27

Zusammenfassung:

Ob es zwischen zwei Fahrzeugen beim Ausparken zu einer Streifkollision gekommen ist, wird im Streitfall durch Einholung eines Unfall-Sachverständigengutachtens ermittelt.

Sehr geehrter Anwälte:

Heute Nachmittag fuhr ich beim Einkauf in eine Parkbucht, links von mir war ein Wagen, rechts keiner mehr (letzter Parkplatz). Ich kam dem Wagen links recht nahe beim Einparken, war selber erstaunt und fuhr deshalb nochmal zurück. Die Spiegel waren jedoch meines Erachtens -und ich bin mir wirklich 100% sicher- 1 cm auseinander.
Im Nebenwagen saß der Fahrer am Steuer und wartete auf jemand.

Um besser einzuparken, fuhr ich behutsam nochmal zurück, bemerkte gerade noch dass während meines Rangierens seine Frau (sehr korpulent und berührte fast mein Auto) sich von rechts hinten direkt an meinem Auto entlangbewegte um zu ihrem Auto zu kommen. Ich war froh dass ich es noch bemerkt habe.

Sie lud lange ihre Einkäufe von der Beifahrerseite ins Auto ab mit geöffneter Tür, so dass ich nicht einfahren konnte und wartete, währenddessen gab der Mann den etwas entnervten Hinweis, dass da hinten ja 2 Parkplätze frei wären und ich mich auch dort hätte hinstellen können. Ich sagte nichts darauf, nur (und wirklich freundlich gemeint!) dass sie Glück haben sollen dass nichts passiert ist eben, weil die Frau an meinem laufenden Fahrzeug vorbeigelaufen ist.

Der Mann behauptete dann dass ich seinen Spiegel angefahren habe ("Und außerdem haben Sie meinen Spiegel angefahren, er ist verschoben jetzt, sehen Sie das nicht? Ich habs doch deutlich gehört" -nein, ich sah nichts, und gehört habe ich auch nichts, und es war leise im Auto.) Ich war mir einfach sicher, dass ich den Spiegel überhaupt nicht berührt habe.

Ich wollte fahren, da schoß die Frau unverzüglich und ohne mich zu fragen mit ihrem Handy Fotos von mir durch die Scheibe und meine Nummer, ich empfand das als unverschämt und außerdem als bedrohlich, schaute durch die Tür raus und fragte was das denn soll.
Sie hielten natürlich zusammen und sagten sie würden den Spiegel erneuern lassen.
Direkt gezeigt haben sie mir den Schaden nicht, ich hatte aber auch gar kein Interesse, da ich mich einwandfrei im Recht fühlte und wollte nur noch weg von diesen Leuten, ich sagte sie sollen es halt probieren und fuhr.
Der letzte Satz des Mannes war dann: "Wir sind zu zweit, Sie sind allein".
Die Frau fluchte noch laut hörbar über mich.

Meine Frage: Können die beiden jetzt irgendwas reparieren lassen und mir die Rechnung schicken? Wie soll ich dann vorgehen?
Was ist wenn die Frau als Zeugin des Mannes auftritt (Sie kann den behaupteten Zusammenprall gar nicht gehört haben, da sie erst später hinzugekommen war):
Haben zwei gegen einen immer recht?
Was kann ich tun wenn der Spiegel von irgendeinem anderen Auto früher mal angefahren wurde oder die beiden heute nachmittag absichtlich ihren Spiegel beschädigen?

Bin wirklich ratlos und hilflos, da ich keinerlei Schaden verursacht habe, den sie behaupten.

Vielen Dank für Ihre Meinung.

13.04.2013 | 17:40

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nun, natürlich kann man das Ehepaar nicht daran hindern, ihr Auto reparieren zu lassen und Ihnen eine Rechnung zu schicken. Das heißt aber nicht, dass dem Ehepaar auch tatsächlich eine begründete Ersatzforderung zusteht, oder Sie verpflichtet sind, die Rechnung zu bezahlen.

Dies ist nur dann der Fall, wenn Sie einen Schaden am anderen Fahrzeug verursacht haben, und die Gegenseite dies beweisen kann.

"Zwei gegen einen" haben nicht automatisch recht. Vor Gericht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hierbei berücksichtigt das Gericht auch, wenn eine Partei ein eigenes wirtschaftliches Interesse hat, oder ein "Zeuge" parteilich ist oder die vermeintliche Schadenentstehung gar nicht gesehen haben kann.

Letztlich muss vorliegend zum Nachweis ein Schadengutachten durch einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen eingeholt werden. Dabei untersucht ein Sachverständiger - z.B. von der DEKRA oder einer anderen Stelle - die Seitenspiegel beider Fahrzeuge darauf, ob Schleif- und Kratzspuren vorhanden sind, die übereinstimmen und zusammenpassen. Auch wird untersucht, ob durch eine Kollision Partikel vom jeweils anderen Spiegel abgeschliffen wurden und sich auf den Einfassungen der Spiegel noch befinden. Anhand dessen kann ein Kfz-Sachverständiger sehr zuverlässig feststellen, ob es tatsächlich zu einer Kollision der beiden beteiligten Fahrzeuge gekommen ist. In einem Gerichtsprozess wird der Gutachter vom Gericht ausgesucht und beauftragt.

Sollte Ihnen eine Zahlungsaufforderung zugehen, empfehle ich Ihnen diese zurückzuweisen. Selbstverständlich müssen Sie auch Ihrer Haftpflichtversicherung eine Mitteilung machen und Ihre Sicht des Geschehens schildern. (Ansonsten liegt eine Obliegenheitsverletzung vor, die Ihre Versicherung dazu berechtigen könnte, bei Ihnen Regress zu nehmen, falls sie die Ersatzforderung der Gegenseite ausgleicht.) Allerdings ist Ihre Versicherung nicht an Ihre Darstellung des Unfallgeschehens gebunden. Sie kann also den Schaden auch gegen Ihren Willen ausgleichen. Normalerweise wird die Versicherung aber auch auf eine Begutachtung bestehen. Sollten Sie zusammen mit Ihrer Versicherung verklagt werden, beauftragt die Versicherung einen Anwalt mit der Forderungsabwehr.

Falls es tatsächlich zu einer Kollision gekommen ist, sollten Sie beachten, dass Sie in diesem Fall verpflichtet waren, vor Ort der Gegenseite die Feststellung Ihrer Personalien und der Kfz-Haftpflichtversicherung zu ermöglichen. Wenn Sie dies nicht getan haben, liegt eine strafbare Unfallflucht vor. Sie können aber straffrei bleiben, wenn Sie bei einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs mit unbedeutenden Schaden (bis ca. 1.500 € am Fahrzeug des Unfallgegners) freiwillig die Feststellungen innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall ermöglichen (§ 142 Abs. 4 StGB ). Dies muss gegenüber dem Unfallgegner erfolgen, oder - falls Ihnen dessen Anschrift nicht bekannt ist - bei einer nahegelegenen Polizeidienststelle.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Neumann, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Rückfrage vom Fragesteller 13.04.2013 | 18:54

Kleine Nachfrage falls möglich:
Kann ich für die Mitteilung an meine Haftpflichtversicherung die Beschreibung des Geschehens wie oben benutzen(detailliert und wie ich es empfunden habe?), oder kann dies negativ ausgelegt werden und ich sollte den Schaden nur knapp "melden"?

DANKE!!!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.04.2013 | 20:27

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Sie können für die Mitteilung an Ihre Versicherung Ihre oben benutzte Beschreibung des Geschehens verwenden. Insbesondere sollte zum Ausdruck kommen, dass Sie keinen Ruck und kein Kollisionsgeräusch bemerkt haben, und Sie den Verdacht haben, dass die Gegenseite versucht, Ihnen einen bereits bestehenden Vorschaden unterzuschieben. Und dass dies der Grud ist, weshalb Sie weggefahren sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Neumann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.04.2013 | 18:26

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Sehr geehrter Herr Neumann,
Sie haben mir mehr als geholfen, vielen herzlichen Dank für Ihre wirklich äußerst schnelle, sehr kompetente und stichhaltige Antwort! Schicke Ihnen ein wirklich großes Dankeschön, weil ich nun weiß, wie ich agieren bzw reagieren kann bzw muss, sollte die Gegenpartei etwas gegen mich unternehmen. Und vielen Dank auch für Ihre Ausführungen im letzten Absatz, ich habe es sofort in die Wege geleitet!
Ich bin beruhigt, weil ich nun informiert bin, vieles was ich nicht wusste, DANKE!!!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.04.2013
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Sehr geehrter Herr Neumann,
Sie haben mir mehr als geholfen, vielen herzlichen Dank für Ihre wirklich äußerst schnelle, sehr kompetente und stichhaltige Antwort! Schicke Ihnen ein wirklich großes Dankeschön, weil ich nun weiß, wie ich agieren bzw reagieren kann bzw muss, sollte die Gegenpartei etwas gegen mich unternehmen. Und vielen Dank auch für Ihre Ausführungen im letzten Absatz, ich habe es sofort in die Wege geleitet!
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