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Ehegattennachzug von Ghana nach Deutschland

| 19.01.2021 16:18 |
Preis: 53,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kianusch Ayazi, LL.B.


Guten Tag,

Ich habe meinen Partner im Juni 2018 online kennengelernt. Aus anfänglicher Freundschaft wurde die große Liebe. Er ist 25 Jahre, lebt in Ghana, ich bin 39 Jahre, deutsche Staatsbürgerin und lebe auch in Deutschland mit meinem Sohn (10 Jahre). Im März letzten Jahres haben wir in Ghana standesamtlich geheiratet und nachdem er seinen A1 Kurs hoffentlich erfolgreich absolviert hat, möchten wir das Familienvisum bzw Ehegattennachzug in Angriff nehmen. Seit unserem Kennenlernen war ich 3x in Ghana bei ihm und seiner Familie, letztes Jahr leider nur 1x aufgrund Corona, möchte jedoch sobald es wieder möglich ist, nach Ghana. Die Trennungszeiten sind sehr schwer für uns.
Nun habe ich gehört, dass ein Visum trotzdem abgelehnt werden kann, das wäre furchtbar für uns. Wir lieben uns ehrlich, aber wie macht man das einer Deutschen Botschaft glaubhaft? Darf er zum Interview private Fotos von uns mitbringen/vorlegen? Chats etc gibt es sehr viele von uns. Ich selbst bin berufstätig, verdiene recht gut, habe eine große Wohnung und der Lebensunterhalt ist somit gesichert, zumal er sich hier Arbeit suchen möchte und weitere Sprachkurse absolvieren möchte. Hartz4 werden wir nicht beantragen. Ich bin leider sehr verunsichert wenn ich online lese zu welchen Problemen es kommen kann.
Ich bin Ihnen für jeden Tip dankbar.

Wäre es sinnvoll von Anfang an einen Anwalt miteinzubeziehen, sobald wir das Visum beantragen?

Danke im Voraus für Ihre Hilfe!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihr Ehemann hat einen Anspruch auf einen Aufenthaltstitel zum Zweck des Ehegattennachzugs, wenn Sie miteinander verheiratet sind und Ihre Lebensgemeinschaft in der Bundesrepublik führen wollen. Die deutsche Auslandsvertretung darf den Antrag Ihres Mannes nicht willkürlich ablehnen, sondern es müsste ein gesetzlich vorgesehener Versagungsgrund vorliegen.

Sie spielen auf die Versagung des Aufenthaltstitels aufgrund der Annahme einer Scheinehe an. Im Fall von einer Scheinehe besteht in der Tat kein Anspruch auf Ehegattennachzug. Sie geben indes an, keine Scheinehe zu führen, sondern ein ordentliches Eheleben zu führen. Insofern gibt es diesbezüglich keinen Versagungsgrund. Ihr Mann sollte daher den Antrag auf Erteilung des Aufenthaltstitels stellen. Ich sehe aus rechtlicher Sicht keine Erforderlichkeit, sich dem Einwand einer Scheinehe zu erwehren, wenn Sie sich diesem Einwand im Einzelfall noch gar nicht ausgesetzt sehen. Die deutsche Auslandsvertretung müsste die Führung einer Scheinehe nachweisen. Wenn der Antrag Ihres Mannes aufgrund einer angeblichen Scheinehe abgelehnt werden sollte, würde ich Ihnen empfehlen, Rechtsmittel gegen die Ablehnungsentscheidung einzulegen. Dies wäre der richtige Zeitpunkt, um Beweismittel vorzulegen, aus denen sich ergibt, dass Sie ein ordentliches Eheleben führen und dass keine Scheinehe vorliegt.

Sie können sich bei der Antragstellung bzw. im Rechtsmittelverfahren jederzeit eines anwaltlichen Beistandes bedienen, wozu ich Ihnen rate, wenn Ihrerseits Unsicherheiten bestehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Auskunft behilflich sein und stehe Ihnen bei Rückfragen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kianusch Ayazi, LL.B. (Bucerius Law School)

- Rechtsanwalt -

Rückfrage vom Fragesteller 19.01.2021 | 17:15

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Ich mache mir aufgrund des "Klischees" jüngerer Afrikaner möchte zur älteren Ehefrau nach Deurschland ziehen, etwas Sorgen. Sehen Sie den Altersunterschied grundsätzlich als Problem? Oder wie würden Sie unsere Chancen einschätzen?

Herzlichen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.01.2021 | 17:23

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Einschlägigkeit von einem "Klischee" ist kein hinreichender Grund für die Ablehnung eines Antrags auf Erteilung eines Aufenthaltstitels. Es müsste schon eine hinreichende Tatsachengrundlage vorliegen. Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass eine Behörde sich rechtsfehlerhaft verhält und den Antrag zu Unrecht abweist. Für solche Fälle steht Ihnen und Ihrem Ehemann der Weg zu den Gerichten offen. Ob es hier zu einem solchen Verlauf kommt, ist keine Rechts- sondern eine Tatfrage, die sich nicht im Sinne einer Vorhersage beantworten lässt. Ein bloßer Altersunterschied ist indes kein hinreichender Grund für die Versagung eines Aufenthaltstitels zum Zwecke des Ehegattennachzuges.

Mit freundlichen Grüßen
Kianusch Ayazi, LL.B. (Bucerius Law School)

- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 21.01.2021 | 12:40

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