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Ehegatten- und Kindesunterhalt - Künftige Steuerklassen?


21.02.2005 18:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Mein Mann will sich nach 20 Jahren Ehe scheiden lassen und mit einer anderen Frau leben. Das Trennungsjahr hat gerade begonnen.
Beide berufstätig:
zu versteuerndes Einkommen (inkl. negativer Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von je 6800 € pro Partner):
Ehemann: 74.500 (Steuerklasse III)
Ehefrau: 31.000 (Steuerklasse IV)

Kinder (bleiben bei mir):
15 Jahre (Schüler)
19 Jahre (noch Schüler und Ausbildung geplant)

Schulden:
finanzierte vermietete Eigentumswohnung: 135.000 Euro
bewohntes Eigenheim: 216.000 Euro
Mein Mann verdient derzeit monatlich 4000 € netto (Urlaubsgeld inbegriffen) in Steuerklasse III
Ich verdiene 1350 e netto in Steuerklasse IV
Wie berechnet sich Trennungs- und nachehelicher Ehegatten-Unterhalt? Wird der Unterhalt nach den Steuerklassen, die wir künftig hätten (I und II ?) berechnet? Wie lange muss dieser gezahlt werden (Jahre...)
Wird der Kindesunterhalt nach der neuen Steuerklasse des Vaters berechnet?
Wie groß ist der Selbstbehalt für den Mann.
Wie werden Schulden aufgeteilt (auch 50/50?)?
Was kann ich für das Trennungsjahr beanspruchen und wofür muss ich da schon gerade stehen (z.B. Schulden)?
Wie teuer wäre eine Berehcnung aller Unterhalte und Teilungen von LV usw.?



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Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworten möchte:

1. Selbstbehalt
Der Selbstbehalt beträgt EUR 920 pro Monat.

2. Berechnung / Steuerklassen
Für die Berechnung des Unterhaltes ist das tatsächliche Netto-Einkommen maßgeblich. Derzeit (da die Steuerklassen noch nicht geändert sind) ist, sind die "alten" Steuerklassen maßgeblich. Wenn Sie die Steuerklassen anpassen (was Sie in diesem Jahr steuerrechtlich nicht müssen, wenn Sie sich erst in diesem Jahr getrennt haben), müsste eine Neuberechnung des Unterhaltes erfolgen.

3. eheliche Schulden
Es gilt der grobe Grundsatz, dass derjenige, der ein Gut übernimmt, welches mit Schulden erworben wurde, die Schulden zu bedienen hat.

Ob eine Haftentlassung für den ausscheidenden Partner im Verhältnis zur Bank durchzusetzen ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

In der Trennungsphase wird (vermutlich) der Leistungsstärkere die Kredite bedienen und Zahlung der ehebedingten Schulden bei der Berechnung des Unterhaltes in Abzug bringen.

Die Einzeleinheiten müssten dann im Rahmen des Zugewinnausgleiches und der Auseinandersetzung der Vermögensmassen geklärt werden.

4. Kindesunterhalt
Ich gehe derzeit bei Ihrem Mann von EUR 4.000 netto Einkommen aus. Bei einer Änderung der Steuerklassen müsste die Berechnung korrigiert werden.

K19: monatlich EUR 589
K15: monatlich EUR 512

Wenn der Sohn K19 eine Ausbildung anfängt ist zu prüfen, inwieweit er seinen eigenen Bedarf durch seinen eigenen Lohn erwirtschaftet. Auf jeden Fall anteilig, wenn nicht sogar vollständig entfällt der gesetzliche Unterhaltsanspruch.

5. Trennungsunterhalt
In der Trennungsphase haben beide Ehegatten Anspruch auf Teilhabe an den ehelichen Lebensverhältnissen. Die ehelichen Lebensverhältnisse bestimmen sich nach dem Gesamt-Netto-Einkommen.

Ehegeprägtes Einkommen: 4.000 + 1.350 = 5.350; 1/2 Anteil = EUR 2675

Wenn man Kinder und ehebedingten Schulden außer acht lässt, müsste Ihr Mann Ihnen EUR 2675 (Bedarf) - EUR 1.350 (eigenes_Einkommen) = EUR 1325 zahlen.

Der Kindesunterhalt senkt jedoch die Leistungsfähigkeit des Ehemannes und damit sein zur Verfügung stehendes Netto-Einkommen.

Ehegeprägtes bereinigtes Einkommen = (4.000-1.101) + 1.350 = 4.249 / 2 = 2124,50

Somit müsste Ihr Ehemann Ihnen EUR 2.124,50 - EUR 1.350 = EUR 774,50 Trennungsunterhalt und Ihren Kindern EUR 1.101 Kindesunterhalt zahlen.

Wie erwähnt, müssen jedoch auch die ehebedingten Schulden bedient werden. Auch dies führt zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit. Um die Zahlungsströme darstellen bzw. die genauen Beträge ausrechnen zu können müsste ich wissen, wer wie viel an die Bank zahlt.

6. Nachehelicher Unterhalt
Bei dem nachehelichen Unterhalt gilt der Grundsatz, dass jeder Erwachsene dem Grunde verpflichtet ist, sich durch eigene angemessene Arbeit selbst zu unterhalten. Welche Arbeit angemessen ist richtet sich nach dem eigenen Beruf und dem ehelich geprägten Lebensstil. So wurde z.B. bei einer Rechtsanwaltsfrau nach 20 Jahren Ehe eine Rückkehr in den Beruf einer Sekretärin nicht mehr verlangt.

Nachehelicher Unterhalt bzw. Trennungsunterhalt kann theoretisch bis zum Ende aller Tage verlangt werden.

Die Berechnung läuft ein wenig anders als beim Trennungsunterhalt. Es gilt nicht mehr die uneingeschränkte Teilhabe an den Lebensverhältnissen (50:50). Vielmehr wird ein "Erwerbstätigenbonus" gewährt, so dass das zu verteilende höhere Einkommen im Verhältnis 3/7 zu 4/7 verteilt wird.

Wenn im Rahmen der Scheidung die Schulden im Zugewinnausgleich verrechnet wurden, können die Schuldzahlungen auch nicht mehr einkommensmindernd angesetzt werden (Verbot der Doppel-Verwertung).

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Gern stehe ich Ihnen für eine genauere Auswertung Ihrer Situation und Berechnung der einzelnen Ansprüche zur Verfügung. Rufen Sie mich doch einfach morgen früh einmal an.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Bremer Str. 28a
21073 Hamburg

Tel.: 040 - 24 88 21 96
Fax: 040 - 24 88 21 97

mailto:post@ra-breuning.de
www.ra-breuning.de
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