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Ehefrau verstorben, Ehemann und Sohn + 2 unbekannte Kinder im Ausland

| 11.07.2016 19:27 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Sehr geehrte Damen und Herren,

Vor kurzem ist meine Mutter nach kurzer schwerer Krankheit plötzlich verstorben. Mein Vater und ich lebten mit ihr hier in Deutschland, Aus erster Ehe hat meine Mutter noch 2 Kinder, welche im ehemaligen Jugoslawien lebten oder leben, und wir weder einen Kontakt noch aktuelle Namen oder Wohnorte kennen.

Es gibt kein Testament.

Als Erbmasse gibt es ein Mehrfamilienhaus (Wert geschätzt 80-120 Tsd) und Bargeld (100 Tsd) auf dem gemeinsamen Konto meiner Eltern.

Sind wir verpflichtet Informationen zu den anderen Erben beizutragen?

Gibt es Optionen das kein oder wenig Vermögen abgegeben werden muss, da meine Mutter wollte das das Erbe zwischen meinem Vater und mir geteilt wird.

Welche Mittel müssen wir zur Auffindung der anderen Kinder einsetzen und aufbringen?

Können durch nicht vorhandenen Kontakt Komplikationen mit dem Antrag auf einen Erbschein auf uns zukommen?

Danke im voraus für ihre Antworten.


Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sind wir verpflichtet Informationen zu den anderen Erben beizutragen?
Wenn nicht alle Erben bekannt bzw. auffindbar sind, ist das Nachlassgericht verpflichtet einen Nachlassverwalter zu bestellen. Diesen trifft eine Ermittlungspflicht gem. § 1960 BGB.
Insofern fordert das Gericht die Erben regelmäßig auf, die anderen ihnen bekannten potentiellen Erben zu benennen. Grundsätzlich besteht auch die Pflicht die Angaben wahrheitsgemäß zu machen.

2. Gibt es Optionen das kein oder wenig Vermögen abgegeben werden muss, da meine Mutter wollte das das Erbe zwischen meinem Vater und mir geteilt wird?
Eine "richtige" Option diesbezüglich gibt es leider nicht. Wenn kein handschriftliches oder notariell beglaubigtes Testament vorhanden ist, zählt die gesetzliche Erbfolge. Mündliche Zusagen werden in der Regel nur als Hilfe bei der Auslegung eines formgerechten Testamentes hinzugezogen.

Allerdings könnte die Erbmasse niedriger sein, wenn folgendes gegeben ist.
Wenn Ihr Vater der Miteigentümer des Grundstücks war (laut Grundbuch), so fällt nur die Hälfte des Grundstückwertes in die Erbmasse. Das gleiche gilt auch für das gemeinsame Konto.
Wenn Ihre Eltern im Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben bekomt Ihr Vater schon mal die Hälfte des Erbes. Sie und die zwei Kinder Ihrer Mutter sind jeweils zu 1/6 Erben geworden.

3. Welche Mittel müssen wir zur Auffindung der anderen Kinder einsetzen und aufbringen?
Nur die Mittel die Ihnen zumutbar sind. D.h. Sie müssen lediglich die Namen, sowie die letzten bekannten Anschriften der Kinder Ihrer Mutter mitteilen.

4. Können durch nicht vorhandenen Kontakt Komplikationen mit dem Antrag auf einen Erbschein auf uns zukommen?
Da Sie mit den zwei Kindern Ihrer Mutter sowie Ihrem Vater eine Erbengemeinschaft bilden, kann kein gemeinschaftlicher Erbschein beantragt werden, sondern lediglich ein Teilerbschein für Sie und Ihren Vater.
Sollte die Erbensuche erfolglos verlaufen, werden die Erben gem. § 1965 öffentlich vom Gericht aufgefordert ihre Ansprüche auf das Erbe anzumelden. Die "unbekannten" Erben haben sodann eine Frist von 6 Wochen um sich beim Nachlassgericht zu melden. Wenn keine Meldung innerhalb der Frist erfolgt, werden diese somit als nicht erbberechtigte Personen vom Gericht geführt.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.07.2016 | 21:48

Danke für Ihre schnelle Antowrt zu unserem Fall,


letzte uns bekannten Namen gehen aus der Scheidungsurkunde aus ehem. Jugoslawien aus Ende der 70er Jahre hervor.

Was passiert denn wenn die unbekannten Erben nach §1965 ausgerufen wurden und sich nicht in der Frist melden? Verbleibt das restliche Erbe dann beim Verwalter oder wird das den anderen Erben in dem Fall meinem Vater und mir dann zugesprochen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.07.2016 | 21:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Danke für die Nachfrage.

Wenn die Erben auf den öffentlichen Aufruf des Nachlassgerichts sich innerhalb der sechswöchigen Frist nicht melden, so verlieren sie ihre Erbberechtigung. D.h. Sie und Ihr Vater gelten als einzige gesetzliche Erben Ihrer verstorebenen Mutter und bekommen das gesamte Erbe. Daran ändert sich auch nichts, wenn die jugoslawischen Erben später ihre Ansprüche stellen sollten.

Ich hoffe Ihre Nachfrage beantwortet zu haben, bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Evgen Stadnik
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.07.2016 | 22:18

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.07.2016 5/5,0
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