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Ehefrau anstellen um Krankenversicherungskosten zu senken

| 23.07.2013 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Hilpüsch


Ehemann: Privat versichert, Angestellter mit Einkommen über Pflichtversicherungsgrenze
Ehefrau: freiwilliges Mitglied GKV, nicht berufstätig

Ehemann besitzt zwei Eigentumswohnungen. Die Idee ist, dass er die Ehefrau anstellt die "Verwaltung" (nicht die WEG Verwaltung) dieser Wohnungen zu übernehmen. Also z.B. für die Mieterauswahl, Überwachung der Zahlungseingänge, Korrespondenz etc.

In welcher Form könnte dieses Angestelltenverhältnis realisiert werden, wenn das Ziel die Reduzierung der Krankenversicherungskosten der Ehefau ist? Die Frage geht in die Richtung ob hier z.B. ein Minijob, Midijob oder eine andere Form das Mittel der Wahl sein könnte. (Frage 1)

Bitte auch kurz darstellen, ob das Finanzamt die Kosten der Ehefrau (Gehalt) beim Ehemann als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anerkennt. (Frage 2)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Arbeitsverhältnisse unter Verwandten sind natürlich möglich und auch weit verbreitet. Bei einem Minijob (bis 450,00 EUR inkl.) bleibt Ihre Frau freiwillig krankenversichert. Eine Änderung des Status tritt erst ein, wenn Ihre Frau einen Midi-Job annimmt, also z.B. für eine monatliches Bruttogehalt von 451,00 EUR angestellt würde. Dann wird Sie nach § 5 Absatz 1 Nr. 1 SGB V Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenkasse. Der Beitrag bemisst sich nach dem Beitragssatz prozentual vom Bruttoeinkommen, wobei einen Teil der Arbeitsnehmer, einen Teil der Arbeitgeber trägt. Ob dies insgesamt günstiger als die jetzige freiwillige Versicherung ist, kann ich nicht beurteilen, da ich denn jetzigen Beitrag nicht kenne. Zu bedenken ist aber, dass neben dem Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag auch Pflichtbeiträge für Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung zu zahlen sind. Das sind ganz grob geschätzt etwa 180 EUR im Monat. Bei Steuerklasse V fallen auch noch etwa 43,00 EUR Steuern an. Das einfach mal zu den Zahlen.

Zur steuerlichen Anerkennung muss ein Ehegattenarbeitsverhältnis einem Fremdvergleich standhalten. Instruktiv ist dabei z.B. das Urteil des FG Düsseldorf vom 6. November 2012, Az. 9 K 2351/12 E. U.a. muss die Arbeitsleistung - sofern sie sich nicht aus der Art der Tätigkeit ergibt - durch Festlegung der Arbeitszeiten geregelt oder durch Stundenaufzeichnungen nachgewiesen werden. Letztlich müsste ein solcher Vertrag geschlossen werden, wie er mit einem Fremden abgeschlossen würde. Zu Bedenken ist dabei, dass Sie alle Pflichten eines Arbeitgebers, z.B. hinsichtlich der Abführung der Sozialabgaben, übernehmen. Das alles muss dem Fremdvergleich standhalten.

Vor diesem Hintergrund ist es durchaus möglich in Ihrem Sinne ein Arbeitsverhältnis zu begründen, wenn die o.g. Prämissen beachtet werden. Zu Bedenken gebe ich aber, ob das Finanzamt nicht doch das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung genauer betrachtet. Es ist fraglich, ob bei objektiver und wirtschaftlicher Betrachtungsweise für die zu übertragenden Aufgaben tatsächlich monatlich knapp 550,00 EUR aufgewendet würden. Immerhin kann eine Mietverwaltung bei einem externen Dienstleister oft schon für 30 bis 50 EUR im Monat gebucht werden. Hier sehe ich am ehesten eine Schwachstelle des geplanten Konzepts. Sie müssten die Wertigkeit der Aufgaben und deren Umfang schon sehr genau darlegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Hilpüsch, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.07.2013 | 22:39

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FRAGESTELLER 26.07.2013 5/5,0