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Eheähnliche Lebensgemeinschaft im Ausland, Arbeiten in Deutschland


| 14.12.2014 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Guten Tag,
bei mir ergibt sich folgende Begebenheit im Jahr 2015

Meine Freundin und ich, wir wollen in 2015 eine Gemeinsame Wohnung beziehen (Ukraine)
Ich (Deutscher) würde meinen Erstwohnsitz steuerrechtlich dorthin verlegen wollen und einen Wohnsitz in DE haben. Diesen würde ich nutzen, um von dort aus zur Arbeit zu gelangen.

Welche Nachweise sind nötig um die eheähnlichen Lebensverhältnisse nachzuweisen?
Muss ich der Mieter der Wohnung in UA sein, oder besser zusammen mit der Freundin?
Fahrtkosten Anrechnung zur Partnerin sind wie oft monatlich möglich?
Nachweis über Tankquittung und evtl GPS Daten möglich?
Wohnsitz in Deutschland steuerlich absetzbar?

Meine Arbeit in DE erlaubt es mir fast 150 Tage jährlich in der Ukraine zu verweilen.
Bin Angestellter bei einem großen Deutschen Konzern.

Im Falle einer Heirat,
Unterhalt für die in der UA lebenden Frau bis zu welcher Höhe möglich?
Ich bin mir bewusst, bester weg des Nachweises über Sendung des Geldes mit Western Union.
Kosten des Versandes nicht anrechenbar.
Steuerklasse 3 nicht möglich, da Sie nicht in DE lebt.
Unterhalt von Familienangehörigen möglich? Max. Betrag pro Person/Gesamt? Welcher Nachweis in diesem Falle?
Gibt es sonstige Sachen die man steuerrechtlich positiv nutzen könnte?

Vorab schon mal Danke für die Antwort
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen beantworte ich gern anhand des dargestellten Sachverhaltes wie folgt.

Leider werde ich Ihnen einige Zähne ziehen müssen, angesichts derer Vorstellungen, welche Sie hier darstellen und voraussetzen.
Die eheliche Lebensgemeinschaft wird grundsätzlich nicht steuerlich begünstigt. Ebenso gibt es derer keinen steuerlichen Erstwohnsitz in verschiedenen Staaten.

So Sie also neben Ihrem Wohnsitz in UA auch noch einen weiteren Wohnsitz in Deutschland unterhalten, sind Sie aufgrund dieses Wohnsitzes in Deutschland weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig. Soweit sich aus dem ukrainischen Recht eine konkurrierende Steuerpflicht ergeben könnte, sind die Bestimmungen des Deutsch-Ukrainischen Doppelbesteuerungsabkommens heranzuziehen.
Hinsichtlich Ihrer Ansässigkeit wäre u.U. letztlich auf Art. 4 Abs. 2 c auf Ihre Staatsangehörigkeit zu verweisen.
Welche Nachweise sind nötig um die eheähnlichen Lebensverhältnisse nachzuweisen?
Keine! Denn die eheliche Lebensgemeinschaft wird insoweit nicht steuerlich berücksichtigt. Insoweit ist es auch unerheblich, ob Sie oder Ihre Freundin zusammen Mieter der Wohnung in UA sein werden. Das ist Ihr ausschließliches privates Vergnügen. Auch die Fahrten zu Ihrer Freundin sind insoweit nicht steuerlich zu berücksichtigen. Damit ist auch Ihr bestehender Wohnsitz in Deutschland nicht ansetzbar.

Im Falle Ihrer Heirat.
Unterhalt für die in der UA lebenden Frau bis zu welcher Höhe möglich?

Eine pauschale Antwort ist hierfür indes nicht möglich, da es auf die konkreten Umstände des Einzelfalles ankommt. Die Unterhaltsleistungen müssen indes angemessen sein (BFH, Urteil vom 05.05.2010 – VI R 5/09).
http://www.sis-verlag.de/archiv/einkommensteuer/rechtsprechung/3192-bfh-unterhaltszahlungen-an-die-im-ausland-lebende-ehefrau-bfh-unterhaltszahlungen-an-die-im-ausland-lebende-ehefrau

Der Nachweis kann auch erbracht werden mittels Überweisung an ein eheliches Konto zu dem der Ehepartner am ausländischen Wohnsitz Zugang hat.
Der Wechsel der Steuerklasse für die geringere Steuervorauszahlung ist leider nur möglich, soweit beide Ehepartner sich im Inland aufhalten und eine nicht räumlich getrennte eheliche Wohnung teilen, wie Sie richtig erkannt haben.
Der Unterhalt von weiteren nahen Verwandten im Ausland ist nach § 33a Abs. 1 EStG auf jährlich bis zu 8.354 Euro beschränkt. http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33a.html
Weiterführende allgemeine Informationen finden Sie unter
http://www.steuertipps.de/lexikon/e/eheaehnliche-lebensgemeinschaft

http://www.welt.de/finanzen/article127625581/Warum-gerade-die-wilde-Ehe-feste-Regeln-braucht.html

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2014 | 14:31

Vielen Dank für die prompte Antwort.
Sie deckt sich größten teils mit meinem Wissen.
Meine Steuern werde ich weiterhin in DE entrichte, keine Frage!

Jedoch, ein Kollege von mir hat eine Freundin in DE, 500Km entfernt.
Er ist bei Ihr eingezogen, hat dort seinen Erstwohnsitz und in der nähe der Arbeit seinen Zweitwohnsitz.
Fahrtkosten 3mal monatlich werden voll anerkannt, auch der Zweitwohnsitz!
Warum sollte es dann mit der UA anders sein?

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.12.2014 | 20:26

Sehr geehrte Ratsuchende,
gern beantworte ich Ihre Nachfrage.

Der Vergleich mit auch nur ähnlichen Ausgangssituationen ist zwar grundsätzlich möglich, kann aufgrund von aber nur ähnlichen Situationen so auch zu völlig anderen rechtlichen Bewertungen führen. Die Voraussetzungen Ihres Kollegen sind mir in der Gänze leider nicht bekannt, so dass ich diese nicht bewerten kann. Damit ist der Vergleich und die Gleichbehandlung der beschriebenen Situationen nicht gesichert möglich.
Steuerlich Ansetzbar sind immer nur solche Sachverhalte, die notwendig sind, um Ihre Einkünfte zu erhalten, zu sichern und diese zu erwerben. Darüber hinaus sind Änderungen von äußeren Umständen selbstverständlich nicht zu Lasten der zu entrichtenden Steuerlast möglich.

Leider kann ich Ihnen unter den beschriebenen Auskünften keine anderlautende Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle

Bewertung des Fragestellers 14.12.2014 | 20:32


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"Es war ein Versuch auf die Schnelle an tiefgreifende Infos zu gelangen. Jedoch leider ohne den erhofften Erfolg."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung, leider geht es nicht immer nach Wunsch. Ich wünsche Ihnen dennoch viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben.