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Eheähnliche Gemeinschaft - Könnte sich durch diesen Umstand eine Verkürzung des Zeitraumes bis zur A


| 04.06.2006 12:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Hallo,
meine Frau ist im März 2005 mit unseren beiden Kindern mit ihrem Chef zusammen in eine Wohnung gezogen. Sie arbeitet dort offiziell halbtags. Wir sind noch nicht geschieden, sie fordert nun Trennungsunterhalt von mir. Die Beziehung wurde damals in einer extra einberufenen Betriebsversammlung der Belegschaft bekannt gegeben, um dem Gerede innerhalb der Belegschaft ein Ende zu bereiten.
Der Chef und LG meiner Frau, selbst auch noch verheiratet hat nun zusammen mit meiner Frau das Aufenthaltsbestimmungsrecht für seinen 4 jährigen Sohn aus 2.Ehe, vor Gericht erstritten und leider auch erhalten weil seine Frau wegen all dem, einen Selbstmordversuch unternahm, diesen aber überlebte; nun sei sie nicht verantwortungsbewußt meinte das Jugendamt.

Wie auch immer, meine Frau und meine Kinder (10/17) betreuen nun maßgeblich den 4 jährigen Sohn ihres LG. Das ganze ist also sehr auf "heile Familie" ausgerichtet. Es gibt auch Gerüchte, dass alsbald die erneute Heirat der beiden ansteht, was ich allerdings im Gegensatz zu der Betreuung des Kindes sicher nicht beweisen könnte.

Könnte sich durch diesen Umstand eine Verkürzung des Zeitraumes bis zur Anerkennung einer eheähnlichen Gemeinschaft ergeben so dass der Unterhaltsanspruch deshalb entfiele?
Wenn ja, was ist da möglich.

Normalerweise muss man da ja 2-3 Jahre zusehen und zähneknirschend Unterhalt zahlen.

04.06.2006 | 14:57

Antwort

von


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63801 Kleinostheim
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Web: www.kanzlei-wollinger.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Allein die Tatsache, daß Ihre Frau und Ihre Kinder nun den 4jährigen Sohn des Lebensgefährten überwiegend betreuen führt nicht zu einer "Verkürzung".
Ob eine feste soziale Verbindung besteht, die eine "eheähnlichen Gemeinschaft" darstellt, kann erst ab einer gewissen zeitlichen Dauer beurteilt werden.Die Rechtsprechung geht in der Regel von zwei bis drei Jahren aus.
Auch wenn bei der Beziehung Ihrer Frau mit dem LG ( wie ich es Ihrer Schilderung entnehmen kann) die meisten "Indizien" für eine "eheähnliche Gemeinschaft" erfüllt sind ( gemeinsame Wohnung, harmonisches Verhältnis, regelmäßige gemeinsame Freizeit, ganze oder teilweise Haushaltsführung durch den Unterhaltsberechtigten, Zusammenhalt und gegenseitiges "Füreinander-Einstehen" wollen etc.)ist für Sie eine 2-3 jährige "Wartezeit" einzuhalten, bevor Sie sich gegen eine Unterhaltszahlung "wehren " können.
In dieser Zeit müssen Sie Trennungsunterhalt zahlen.
Das Zusammenleben Ihrer Frau mit dem neuen Partner kann aber bei der Frage ihrer Bedürftigkeit Bedeutung erlangen.
Aus dem Zusammenleben muß sich ihre Frau Einkünfte aus "Haushaltsführung" auf ihren Unterhaltsanspruch zurechnen lassen. Dabei wird angenommen, daß sie in ihrer neuen Partnerschaft Leistungen erbringt, z.B den Haushalt führt oder den neuen Partner versorgt. Diese Arbeiten muß sie sich als Einkommen zurechnen lassen, wei sie für ihren neuen Partner einen Geldwert haben. Es wird auch davon ausgegangen, daß durch das gemeinsame Leben Kosten gespart werden (z.B mietfreies Wohnen beim LG).Je mehr Ihre Frau selbst berufstätig ist, desto geringer wird der Betrag sein, der ihr zugerechnet wird.Der Wert dieser "Versorgungsleistungen" wird je nach Gerichtsbezirk zwischen 200- 550 EUR bemessen. Dabei kommt es darauf an, wieviel der neue Partner Ihrer Frau verdient.
Der Betrag der Versorgungsleistung wird dann bei der Unterhaltsberechnung ( sog. Differenz-bzw. Additionsmethode)berücksichtigt.
Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Diana Wollinger
Rechtsanwältin


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Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich frage mich nur, wer sich solch einen Schwachsinn ausgedacht hat. Kein Wunder dass es bei solch einer Ungerrechtigkeit im Unterhaltsrecht so viele Amokläufer unter den Unterhaltspflichtigen gibt.


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