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Ehe, Zugewinngemeinschaft, höhere Investition in einen der Partner

| 12.01.2021 09:18 |
Preis: 65,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


11:46

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich komme mit folgendem Problem nicht weiter und würde mich sehr über Ihre Expertise freuen:

Mein Mann und ich haben keinen Ehevertrag und wünschen eigentlich auch keinen, da wir langfristig eine ähnliche Einkommenserwartung haben und z.B. mit gleichem Aufwand an der Erziehung möglicher Kinder beteiligt sein wollen.

Ich habe kurz vor der Heirat eine 6,5 Jahre lange Ausbildung abgeschlossen und verdiene nun zum ersten Mal ein größeres Einkommen. Mein Mann hat lange vor der Heirat sein Erststudium abgeschlossen und danach einen größeren Betrag angespart. Diesen möchte er nun für eine berufliche Weiterbildung nutzen (was ich absolut unterstütze) und einen Master machen (Privatuni, erhebliche Kosten im fünfstelligen Bereich, zwei Jahre kein Einkommen).

Problemstellung nun: Laut Gesetzgebung bleibt sein vor der Ehe angespartes Vermögen im Scheidungsfall seins, die Kosten fürs Studium werden aber geteilt. Sie gelten dabei (wenn ich es richtig verstehe) als gemeinsame Ausgabe (wie ein Autokauf, etc.), obwohl er das durch das Studium erlangte Humankapital natürlich in einem Scheidungsfall mitnehmen würde.

D.h., durch das Timing (ich habe vor der Ehe in meine Ausbildung investiert, er danach) hätte ich im Scheidungsfall einen erheblichen finanziellen Nachteil.
Das möchten wir beide nicht. Er möchte seine Studiengebühren selber zahlen und ich bin gerne bereit, während dieser Zeit die Lebenshaltungskosten der Familie zu tragen. Dem Gesetzgeber ist das im Falle einer Scheidung aber scheinbar egal. 
Wir wollen uns deshalb absichern, scheuen aber einen Ehevertrag (der ja auch viel Geld kostet) nur für dieses Anliegen.

Gibt es hier Alternativen? Was können wir tun, um die Verhältnisse klar zu regeln? 


Hinzu kommt dabei leider auch noch das Problem, dass mein Mann aus dem außereuropäischen Ausland kommt. Die Ehe wurde in seinem Heimatland geschlossen, nun leben wir in Deutschland (er hat eine Aufenthaltsgenehmigung). Es ist nicht auszuschließen, dass wir in der Zukunft wieder in seiner Heimat oder einem Drittland leben werden.

Wie kann die Angelegenheit geregelt werden, damit die Regelung auch international gültig ist?


Hier nochmal zur Verdeutlichung eine kleine Rechnung bezüglich der Lage, korrigieren Sie mich bitte, wenn ich falsch liege:


Er hat vor der Ehe 10 Bananen, ich 2 Bananen. Während der Ehe sparen wir während er studiert von meinem Gehalt 7 Bananen, das Studium kostet aber 4 Bananen.

Nehmen wir an, nach dem Studium lassen wir uns scheiden. Dann rechnet der Gesetzgeber: 7-4= 3 Bananen übrig, die werden geteilt, also jeder 1,5 Bananen. Jeder behält, was er in die Ehe mitgebracht hat, also hätte mein Mann am Ende 11,5 Bananen + Qualifikation und ich hätte 3,5 Bananen, obwohl zwei Jahre in Vollzeit gearbeitet.

Selbst wenn er das Studium von seinem Geld bezahlt, also von seinen 10 Bananen, dann sieht der Gesetzgeber am Ende eine Ausgleichszahlung vor, d.h. ich müsste ihn ausbezahlen, so dass er auf seine 10 Bananen kommt. Das empfinden wir beide als ungerecht.

Im Falle einer einvernehmlichen Einigung bei einer Scheidung ist vielleicht kein Problem, oder? Aber man weiß ja nie, wie blöd es einmal kommt.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

12.01.2021 | 09:57

Antwort

von


(295)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben die Gesetze der BananenRepublikDeutschland richtig erkannt.

Für den Fall, dass deutsches Recht angewendet wird, haben Sie die Verteilung der Bananen richtig berechnet.

Wenn Sie zum Zeitpunkt der Scheidung wieder im Herkunftsland Ihres Mannes leben sollten, und keine Rechtswahl getroffen haben, gilt jedoch das Recht des Landes, aus dem Ihr Mann stammt.

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass auf jeden Fall das deutsche Recht angewendet wird, dann müssen Sie zum Notar gehen und beurkunden lassen, dass im Fall der Scheidung deutsches Recht angewendet wird.
Sie können natürlich auch beurkunden lassen, dass das Recht des Herkunftslandes Ihres Mannes für die Scheidung angewendet werden soll, wenn die Verteilung der Bananen dort eher Ihren Wünschen entspricht und die Scheidung in Deutschland stattfindet.
Wenn Sie wegen der Rechtswahl sowieso zum Notar müssen, dann können Sie dort auch beurkunden lassen, wie die Bananen im Fall der Scheidung zu verteilen sind.

Alternativen zur Beurkundung durch den Notar gibt es leider nicht. Entweder Sie lassen vom Notar beurkunden, wer wie viele Bananen bekommt oder Sie haben bei der Scheidung nach den Gesetzen der BananenRepublikDeutschland nur 3,5 Bananen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 12.01.2021 | 11:37

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre unterhaltsame Antwort. :-)

Gehe ich richtig, wenn ich annehme, dass Sie mit einer "notariellen Beurkundung" das meinen, was man unter Laien "Ehevertrag" nennt?

Könnten Sie Ihre Antwort bezüglich meiner zweiten Teilfrage konkretisieren? (-> Wer kann einen international gültigen Ehevertrag in Deutschland aufsetzen? Braucht es einen speziellen Notar? Und dazu: Kann in Deutschland ein solcher auch in englischer Sprache aufgesetzt werden?)

Vielen Dank, Ihre Hilfe schafft Klarheit.

Herzliche Grüße!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.01.2021 | 11:46

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich meine tatsächlich einen Ehevertrag.

Diesen kann jeder Notar in Deutschland aufsetzen. Einen speziellen Notar braucht es nicht. Für die Englischkenntnisse des Notars oder der ausländischen Richter kann ich nicht garantieren.

Das normale Verfahren ist, dass der Ehevertrag in Deutsch aufgesetzt wird. Wenn er dann vor einem ausländischen Gericht benutzt werden soll, wird er in dem anderen Land von einem vereidigten Dolmetscher in die Landessprache übersetzt.

Erwähnt werden sollte noch, dass auch in der BRD die Notare ihre Rechnungen nicht in Bananen sondern in Euro ausstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.01.2021 | 12:26

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