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Edelmetall-Kauf online

15.04.2019 19:20 |
Preis: 49,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo!

Ich ,Endverbraucher, habe am 12.04 in einem Online-Shop Edelmetall gekauft. Statt einer Auftragsbestätigung bekam ich eine automatische Mail in der mir mitgeteilt wurde, daß es sich nicht um eine Bestellung meinerseits sondern nur um ein Angebot meinerseits handeln würde.
Da ich solche Aktionen nicht mag und auch am Bestelltag keine verbindliche Bestätigung kam und die letzten Bewertungen im Internet sehr schlecht waren , habe ich mein "Angebot" am 13.04. per E-Mail zurückgezogen. Heute, am 15.04. kam eine "manuelle Auftragsbestätigung".

Wie sieht das rechtlich aus? Kann ich zur Abnahme/Schadenersatz gezwungen werden obwohl ich mein Angebot vor Bestätigung durch den Lieferanten widerufen habe?

Sehr geehrter Ratsuchender,


auch wenn Ihre Reaktion verständlich ist und so ein "Geschäftsgebahren" neben der Sache liegt: Rechtlich ist so etwas zulässig und unbedenklich.

Mit Ihren Schreiben geben Sie ein Angebot ab. Der Shop selbst ist rechtlich nur die Aufforderung an Käufer, ein Angebot abzugeben.

Und Ihr Angebot kann dann angenommen werden.

Das bedeutet, dass Produktangebot in einem Onlineshop ist noch kein rechtsverbindliches Angebot.

Das geben Sie mit Ihrer "Bestellung" ab. Und dieses ist dann das Angebot, welches der Onlinehändler durch Annahmeerklärung annimmt.

Genau das ist hier passiert, so dass es ein Vertrag ist. Auch die zwischenzeitliche Rücknahme Ihrerseits ändert daran nichtss.

Aber: Diese Rücknahme wird man als Widerruf umdeuten. Und dieses Widerrufsrecht steht Ihnen als Verbraucher zu.

Teilen Sie dem Shop also mit, dass Sie Ihr Angebot widerrufen haben und nicht mehr am Vertrag gebunden sind.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 15.04.2019 | 20:39

Danke für die Antwort. Ein Widerruf ist aber bei Edelmetall ausgeschlossen. Oder liege ich da falsch?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.04.2019 | 20:48

Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Annahmen ist so nicht zutreffend.

Das Widerrufsrecht kann nicht ausgeschlossen werden (AG Borken, Urteil vom 26.02.2014, Az.: 15 C 290/13 ).

Als Endverbraucher liegt kein spekulativer Charakter des Geschäftes vor, so dass das Recht besteht.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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