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Ebay verkauf- Grössenangabe


06.08.2006 12:58 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Hallo,
letzte Woche habe ich einen Pullover über Ebay verkauft. Die Zahlung erfolgte recht schnell und der Pulli wurde auch sofort verschickt. Es handelte sich um ein Privatverkauf. In der Artikelbeschreibung habe ich folgendes eingefügt:

"Es handelt sich hier um einen Verkauf von Privat ohne Gewährleistung. Ein Umtausch, Rückgabe oder Geldzurück ist ausgeschlossen. Eine Garantie wird ebenfalls ausgeschlossen und ist nicht möglich. Ich übernehme keine Haftung für Sachmängel. Ich bemühe mich aber, den Artikel so genau wie möglich zu beschreiben. Der Verkauf ist verbindlich."

Nun, der Pulli kam an, und die Käuferin beschwert sich nun, daß der Pulli nicht passt. Sie möchte ihn zurück geben und droht mit ihrem Anwalt.

Die Kategorie in der der Pulli eingestellt wurde war S (36/38). In der Artikelbeschreibung schrieb ich folgendes:

"Farbe: dunkelblau- "navy"

Material: 100% Baumwolle

Grösse: entspricht ca. Gr. 36/38. Der Pulli ist nicht ganz so eng geschnitten, eher etwas legerer"

Die Käuferin schrieb mir daraufhin, daß sie normalerweise Grösse 34/36 trug und der Pulli nicht passte, da er mit L ausgezeichnet ist (was auch stimmt). Ich antwortete, daß der Pulli trotz der Grössenbezeichnung der Grösse 36/38 entspräche. Diese Angabe bezöge sich auf den Pulli und nicht auf die Grössenbezeichnung L.

In der Artikelbschreibung habe ich leider nicht erwähnt, daß er mit L ausgezeichnet wurde.
Ich wies sie allerdings auch nochmal daraufhin, daß sie mit der Tatsache ihrer eigenen Konfenktionsgrösse 34/36 schon gewußt haben musste, daß ihr der Pulli zu groß sein würde, da ja in der Artikelbeschreibung 36/38 steht und dann noch zusätzlich: "Der Pulli ist nicht ganz so eng geschnitten, eher etwas legerer"

Die Käuferin erwarb den Pulli als Zweithöchstbietende, da der Höchstbietende kurz nach Auktionsende zurück getreten ist. Die Käuferin wirft mir zusätzlich vor, ich hätte 2 Pullis in S und L gehabt. Den in S hätte ich dem Höchstbietenden verkauft und den in L ihr. Dies entspricht aber nicht der Tatsache! Ich hatte zwei von diesen Pullis, beide in der gleichen Farbe und in der gleichen Grösse! Da die Pullis Geschenke sein sollten, die aber nicht gefielen bzw. passten, habe ich sie über ebay verkauft (privat). Den einen bereits einige Tage zuvor erfolgreich und den anderen an die besagte käuferin, die sich nun beschwert. Sie behauptet ich hätte rechtswidrig gehandelt. 1. ihr als zweithöchstbietende den pulli in falscher grösse geschickt zu haben und vermutlich dem höchstbietenden den richtigen.
2. die grössenbeschreibung sei falsch gewesen und somit hätte ich sie mit vorsatz getäuscht.

da sie jetzt rechtliche schritte einleiten will (wert des pullis ca. 40 EUR), frage ich mich, ob die käuferin erfolgreich sein könnte. ich schrieb ihr zurück, daß sie mit ihrer Behauptung falsch liegt, ich hätte 2 von diesen Pullis gehabt (S und L), und bat sie, dieses doch zu unterlassen mit Stichwort: Verleumdung. Ausserdem, daß die Beweislast mit ihrer Behauptung auf ihrer Seite liegt. Ich hoffe, ich habe mich richtig verhalten.

Auf eine schnelle Rückantwort würde ich mich wirklich freuen!

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Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

die Käuferin hat sich offensichtlich geärgert, weil sie etwas anderes erwartet hat - etwas, das bei ebay täglich zigfach vorkommt, wobei die Reaktionen unterschiedlich ausfallen. Hier hat die Käuferin sehr verärgert reagiert, wobei in einer Vielzahl der Fälle der Vertragspartner noch rechtzeitig vor der Einleitung rechtlicher Schritte erkennt, dass die Reaktion evtl. äußerst überzogen war. Über manche "Verleumdung" sollte man daher nach Möglichkeit hinwegsehen, um abzuwarten, ob der Ärger noch verraucht und man sachlich miteinander sprechen kann.

Nach Ihrer Schilderung haben Sie sich jedenfalls nichts vorzuwerfen. Sie haben den Pullover offenbar nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben. Die wesentliche Angabe der Kategorie bei ebay ist auch die tatsächliche Größe, auch deswegen, weil ein S,M oder L bekanntermaßen eine sehr unverlässliche Größenangabe ist. Sofern der verkaufte Pullover der tatsächlichen Größe 36/38 entspricht, haben Sie daher nichts falsch gemacht. Aufgrund der Angabe ca. und "etwas legerer" würde wohl auch noch ein Pullover mit einer tatsächlichen Größe um die 40 als vertragsgemäß anzusehen sein.

Würde der Pullover tatsächlich eine Größe aufweisen, die L entspricht (44/46), könnte man allerdings schon darüber nachdenken, dass Sie nicht den vereinbarten Pullover geliefert hätten.

Dies ist nach Ihren Angaben nicht der Fall und einen "Vorsatz" oder eine "arglistige Täuschung" wird Ihnen die Käuferin wohl kaum nachweisen können. Warum sollte man auch ein Kleidungsstück bewusst falsch beschreiben (jedenfalls in Bezug auf die Größe).

In rechtlicher Hinsicht sollten Sie sich daher also keine Sorgen machen, sofern ich das anhand Ihrer Darstellung beurteilen kann.

Tatsächlich bietet es sich immer an - auch im Hinblick auf eine möglicherweise negative Bewertung - sich mit dem Käufer irgendwie zu einigen. Die einfachste Lösung ist ein erneuter Verkauf durch die Käuferin und eine Vereinbarung, einen hierbei evtl. auftretenen Verlust zu teilen. Allerdings gebe ich zu, dass eine solche Lösung auch nicht mit jedem Vertragspartner möglich ist....

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt


---
www.kanzlei-alpers.de
info@kanzlei-alpers.de


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