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Ebay Verkauf keine Zahlung


02.02.2018 16:28 |
Preis: 30,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe im Juli 2017 einen Instrumentenbogen über Ebay verkauft. Der Käufer wollte den Bogen persönlich übergeben bekommen. Am Tag der verabredeten Übergabe schrieb er mir eine SMS, das er Arzt sei und sich gerade auf dem Weg zu einem ärztlichen Einsatz im Krisengebiet befinde. Dauer ungewiss. Er wäre aber weiterhin am Kauf interessiert. Ich schlug daraufhin vor, dass er zumindest eine Anzahlung zur Deckung der durch mich zu zahlenden Ebay Verkaufsprovision (10% vom Verkaufspreis) leisten müsse. Das sagte er zu.

Die Anzahlung traf dann einige Wochen später nach mehrmaligen Zahlungserinnerungen tatsächlich ein.

Im weiteren Verlauf setzte ich zweimal per Übergabeeinschreiben eine Frist zur Zahlung des restlichen Kaufpreises. Beide Fristen ließ der Käufer verstreichen.

Im zweiten Schreiben vom 20. November 2017 mit Fristsetzung zum 31. Dezember 2017 teilte ich dem Käufer außerdem Folgendes mit:

„Sollte bis zu diesem Termin kein Geldeingang erfolgen, trete ich vom Kaufvertrag zurück. Sofern Sie in diesem Fall eine Rückerstattung Ihrer Anzahlung wünschen, bitte ich Sie die Rückerstattung der Ebay Verkaufsgebühren in Höhe von 120 Euro an mich über Ebay zu veranlassen. Mir wurde von Ebay telefonisch mitgeteilt, dass eine Rückerstattung der Verkaufsgebühren nicht mehr möglich sei, da die entsprechenden Fristen zwischenzeitlich abgelaufen sind."

Vor Ablauf der zweiten Frist zum 31. Dezember 2017 teilte mir der Käufer mit, dass er finanzielle Probleme habe und nur in zwei Raten zahlen könne. Ich war damit einverstanden, sofern diese bis zum 31. Dezember 2017 eingehen. Bis zum heutigen Tage ging keine Zahlung ein.

Jetzt einen Monat nach Ablauf der Zahlungsfrist besteht der Käufer per Mail plötzlich auf Erfüllung des Kaufvertrages, da durch die Anzahlung ein Kaufvertrag zustande gekommen sei. Ich bestand in meiner Antwort allerdings weiterhin darauf, dass der Kaufvertrag aufgrund der mehrmonatigen Nichtzahlung des Kaufpreises und Nichtbeachtung der durch mich gesetzten Zahlungsfristen nicht mehr wirksam ist.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass der Käufer diesmal zahlen würde und befürchte ein erneutes mehrmonatiges Hin und Her mit den nächsten Kosten für Übergabeeinschreiben.

Ich habe mich daraufhin nochmals telefonisch bei Ebay gemeldet und konnte erreichen, dass mir die Verkaufsprovision zurück erstattet wurde. Das heißt also meines Erachtens, auch aus Sicht von Ebay ist kein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen bzw. zumindest nicht über die Ebay Plattform. Ich habe dann die Anzahlung an den Käufer zurück überwiesen. Dieser teilt mir nun mit, er nehme die Überweisung nicht an (ich vermute er überweist es mir wieder zurück) und wolle mich jetzt auf Schadensersatz verklagen (aus nicht nachvollziehbaren Gründen scheint er davon auszugehen, dass ich den Bogen nicht mehr besitze, sonst müsste er mich ja auf Lieferung verklagen).

Ist auf Grundlage der geschilderten Sachlage ein Kaufvertrag zustande gekommen oder nicht?

Ist eine Klage des Käufers Erfolg versprechend?

Vielen Dank im Voraus!
02.02.2018 | 17:13

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein Kaufvertrag ist aus rechtlicher Sicht ohne Zweifel zustande gekommen, und zwar automatisch mit Ablauf der Auktion bei eBay. Allerdings konnten Sie aufgrund mehrfachem Zahlungsverzug vom Kaufvertrag zurücktreten, was Sie auch getan haben. Als Folge des Rücktritts mussten Sie dem Käufer die Anzahlung zurück erstatten, was Sie ebenfalls getan haben. Daher sehe ich keine Erfolgsaussichten einer Klage des Käufers auf Herausgabe des Bogens oder Schadensersatz. Sie haben sich vertragsgemäß verhalten und den Bogen vereinbarungsgemäß gegen Zahlung angeboten. Der Käufer hat sich dagegen vertragswidrig verhalten, er hat also Schadensersatzansprüche zu befürchten (z.B. die Kaufpreisdifferenz, wenn Sie den Bogen jetzt nur noch für einen geringeren Preis verkaufen können) und nicht Sie.

Insofern können Sie die zahnlosen Drohungen des Käufers ignorieren. Sollte er tatsächlich Klage erheben (was ich für sehr unwahrscheinlich halte), sollten Sie aber umgehend einen auf Kaufrecht spezialisierten Anwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen - die Kosten hat bei Abweisung der Klage dann der Kläger (=Käufer) zu tragen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

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