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Ebay Verkauf - gewerblich oder privat


07.02.2006 17:46 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin beruflich EDV-Techniker. Im laufe der Zeit sammelt sich daher eine gewisse Anzahl von EDV-Geräten und Zubehör an, die ich irgenwann einmal gekauft habe, und nicht mehr benötige. Quittungen kann ich nur noch zum Teil vorweisen.

Im letzten Jahr bin ich umgezogen, und habe den ganzen EDV Kram vorerst im Keller verstaut, um ihn bei Gelegenheit im Laufe der Zeit nach und nach bei E-Bay zu verkaufen.

Seit Februar letzten Jahres habe ich dadurch 65 Bewertungen erhalten (ingesamt 225 seit 2000), und einen Umsatz von 5500 Euro erzielt. Unter den verkauften Sachen waren auch ca. 20 Toner, die noch ungeöffnet waren, und die ich daher als Neu verkaufen konnte.

Bei meiner Steuererklärung 2005 habe ich (heute weiss ich, das hätte ich nicht machen sollen) eine Quittung für einen Kurs zum E-Bay Profiverkäufer als Ausbildungskosten mit angegeben. Hintergrund ist, dass ich immer schon mit dem Gedanken gespielt habe, micht selbstständig zu machen. Seit dem 01.01.2006 habe ich ein Gewerbe für EDV-Dienstleistungen Nebenberuflich angemeldet. Die Einnahmen von E-Bay habe ich in der Steuererklärung nicht mit aufgeführt, da ich der Meinung war, dass diese als Privatverkauf gelten.
So ist es auch bei E-Bay auf er Informationsseite dargestellt:

Gewerblich erst ab:

- Eigenschaft als PowerSeller
- Unterhaltung von Shops
- Hohe Anzahl von Bewertungen (mehr als 100 Bewertungen im Monat)
- Zahl der aktuellen Verkäufe
- Art der verkauften Artikel (Neuware)

Nun rief mich der Sachbearbeiter vom Finanzamt an, und meinte ich sollte mich einmal dazu äussern, ob ich im Jahr 2005 Umsätze bei Ebay erzieht habe da ich ja den Kurs besucht habe.

Nun meine Fragen:

Wie soll ich mich verhalten? Ich habe mir folgendes Überlegt:

Ich mache einen Ausdruck meines Bewertungsprofils. Dadruch sind die 65 Bewertungen von 2005 ersichtlich. Dazu reiche ich alle Rechnungen von E-Bay ein, wo alle Erlöse aufgeführt sind und einen Ausdruck von E-Bay, wann ein gewerbe vorliegt.
Desweiteren lege ich meinen Gewerbeschein von 2006 dazu.
Nun kann der Sachbearbeiter selber entscheiden, ob ein Gewerbe vorliegt, oder nicht.
Falls dieser meint, es liegt ein Gewerbe vor, mache ich ihm den Vorschlag, die Einnahmen zu versteuern. Falls dieser meint, es liegt kein Gewerbe vor, soll er die Aufwendugen für die Ausbildung bei Ebay streichen, und ich werde die Kosten beim Gewerbe geltend machen.

Wäre diese Vorgehensweise so empfehlenswert, oder sollte ich anders vorgehen. Wenn ja, wie?

Vielen Dank für die Antworten.



Guten Abend,

ich kann Ihnen nicht empfehlen, den Sachbearbeiter des Finanzamtes selbständig über Ihre Gewerbeeigenschaft brüten zu lassen. Das Ergebnis dieses Denkvorganges ist vorprogrammiert.

Tatsächlich ist die Abgrenzung zwischen privatem und gewerblichem Handel im Internet nicht ganz leicht zu vollziehen:

§ 15 II EStG gibt hier die Richtung vor:

"2) <1>Eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist Gewerbebetrieb, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist. <2>Eine durch die Betätigung verursachte Minderung der Steuern vom Einkommen ist kein Gewinn im Sinne des Satzes 1. <3>Ein Gewerbebetrieb liegt, wenn seine Voraussetzungen im Übrigen gegeben sind, auch dann vor, wenn die Gewinnerzielungsabsicht nur ein Nebenzweck ist."

Maßgeblich ist hier die Nachhaltigkeit, also eine gewisse Dauer sowie die Absicht, Gewinn zu erzielen. Die Rechtsprechung sieht als deutliches Indiz für ein gewerbliches Handeln, wenn Sie nur auf der Verkäuferseite, nicht auf der Käuferseite auftauchen. Ich habe bei einem Umsatz von 5.500,- € keinen Zweifel, daß Sie als gewerblich handelnd anzusehen sind.
Dies hat zur Folge, daß ggf. Gewerbesteuer und Umsatzsteuer anfallen. Sie sollten deshalb, bevor das Finanzamt Ihren gesamten Umsatz über ebay ohne Berücksichtigung der angefallenen Anschaffungskosten und Lehrgangskosten in Beschlag nimmt, mit einem Steuerberater die Angelegenheit durchsprechen und dann entsprechend Ihre Steuererklärung selbst ergänzen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2006 | 18:40

Guten Abend Herr Weiß,

vielen Dank für ihre Antwort.
Muss ich mit einer Strafe rechnen, wenn ich als gewerblich eingestuft werde im Bezug auf einen fehlenden Gewerbeschein für 2005 und steuerlich, wenn ich die Einnahmen im nachhinein mit angebe?

Vielen Dank nochmal.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2006 | 14:18

Guten Tag,

ein Gewerbe müßten Sie anmelden, ansonsten begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Wenn Sie die Einnahmen im nachhinein angeben und versteuern, wird Ihnen diesbezüglich nichts passieren.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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