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Ebay: Verkäufer will/kann nicht liefern.


03.03.2005 19:31 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe bei Ebay einen Spiel-Account für ein Online-Realtime-Game ersteigert. Bei diesem Spiel gibt es ein Spielziel und einen Gewinn von 10.000,- Euro. Man kann mit realem Geld – Spielgeld kaufen. 150.000,- Spieldollar kosten 49,- Euro.

Ich habe die Auktion am Samstag den 26.02.05 gewonnen. Der Verkäufer übermittelte seine Bankverbindung und ich habe sofort am Montag den 28.02.05 das Geld überwiesen. Nach Angaben des Verkäufers kam das Geld bereits einen Tag später am 01.03.2005 bei ihm an. Er will mir das Geld jedoch nun zurück erstatten, da er den Account zwischenzeitlich anderweitig verkauft hätte. Da ich mich nicht bei ihm gemeldet hätte, ging er davon aus, dass ich es mir anders überlegt hätte und fühlte sich nach eigener Aussage genötigt, an einen Dritten zu verkaufen. Ich sah überhaupt keinen Grund mich zu melden. Ich habe sofort überwiesen und auf die Zugangsdaten gewartet, wie das auch in der Auktion beschrieben ist.

Meine Fragen sind nun folgende:

1. Habe ich einen Anspruch auf Schadensersatz? Müsste er mir nicht normalerweise einen gleichwertigen Account liefern?

2. Falls ja, wie könnte dieser Schadensersatz aussehen? Allein um das im Account vorhandene Barvermögen in Höhe von 62 Mio. Spieldollar zu erwerben müsste man mehr als 20.000 Euro investieren.

3. Soll ich die Rückzahlung des Auktionsbetrages akzeptieren, oder macht es Sinn zu einem Anwalt zu gehen? Werden solche Sachen bei einem Gericht überhaupt verhandelt?


Hier der Link zur Auktion (Es wäre schön, wenn Sie diesen nicht mit veröffentlichen würden): http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=8172062295


Hier das letzte Statement des Verkäufers:

Ich bin mir Ihres Standpunktes völlig bewußt und ich bin mir auch Ihrer Rechte bewußt aber der besondere Umstand dass es sich hier um einen Account handelt, der Zugang zu einem Spiel gewährt, welches in Echtzeit läuft, setzt einfach aktive Kontaktaufnahme auch von Ihrer Seite vorraus, welche ausblieb und mich dementsprechend dazu nötigte, einen anderen Käufer zu finden.

Desweiteren noch eine kleine Erläuterung zu den Optionen des besagten Spieles.

Der Account hatte diese gute Wachstumsbilanz vorzuweisen, da er sich permanent im sogenannten "Urlaubsmodus" befand. Das heißt dass in diesem Zeitraum es keinem anderen Spieler möglich war, den Account zu schwächen. Nun ist der Urlaubsmodus allerdings an Tagen begrenzt und da ich selber nicht weiterspielen konnte und ich den Account auch nicht ungeschützt lassen wollte, wurde er bis 5-6 Tage vor Ablauf des Urlaubsmoduses bei eBay verkauft.

Und daher nochmalige Bemerkung - eine kurze Mail im laufe der folgenden Tage nach Ablauf der Auktion mit dem Hinweis dass das Geld frühstmöglich zur Überweisung beantragt wird, hätte mich nicht dazu veranlaßt einen anderen Käufer zu suchen.

Ich zitiere aus der Beschreibung des Artikels:

"Sollte der Account, widererwarten Pleite gehen, oder sich gravierende
Änderungen ergeben, die mit der gebotenen Summe nichtmehr vereinbar sind
(z.Bsp. akuter Geld, oder Districtverlust) wird dieses Angebot gelöscht und es erwachsen dem Höchstbieter keinerlei Kosten, oder Verpflichtungen! Das selbe gilt für die Ansprüche des Höchstbieters auf dieses Angebot!"

Da also akuter Districtverlust für den Account drohte entfallen auch Ihre
Ansprüche auf das Angebot.

Sie haben jetzt 2 Möglichkeiten:
1. Ihre Bankdaten zu übermitteln damit ich Ihnen das Geld zurücküberweisen kann

oder

2. Die Angelegenheit einer rechtlichen Institution zu übergeben

Ich werde ansonsten auf keine Ihrer Mails mehr antworten.

03.03.2005 | 20:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

Ihr Kaufgegenstand ist schon etwas ungewöhnlich, aber nichts desto trotz findet auch hier das normale Kaufrecht Anwendung. Nach einem neueren Urteil des Bundesgerichtshofes (höchstes Gericht der Zivilrechtssprechung ) ist der Verkäufer bei einer Onlineversteigerung an sein Angebot gebunden. D.h. wenn sie den Zuschlag in der Onlineersteigerung bekommen haben, dann ist der Verkäufer auch verpflichtet Ihnen die Ware bzw den Account zu verschaffen. Nach dem Zuschlag brauchen sie auch nicht ein weiteres mal die Annahme gegenüber dem Verkäufer zu bekunden, da sie dies ja mit ihrem Gebot bereits getan haben. Ausserdem haben Sie auch durch die unverzügliche Zahlung konkludent die Annahme bekundet.

Das bedeutet für Sie, dass der Verkäufer verpflichtet ist, Ihnen den gewünschten Account zu verschaffen. Kann er dies nicht, so macht er sich natürlich schadensersatzpflichtig.

Vor Gericht können Sie natürlich den Schadensersatzanspruch iHv 20.000 EUR geltend machen. Wenn ein gerichtlicher Sachverständiger im Verfahren dann auch bestätigen sollte, dass Ihr gewünschter Account diesen Wert beinhaltet, so würden Sie auch diese Summe zugesprochen bekommen. Im Verfahren vor Gericht bräuchten Sie aber einen Rechtsanwalt, da wegen der hohen Schadensersatzsumme die Verhandlung vor dem Landgericht stattfinden müsste und dort Anwaltszwang herrscht.

Ich sähe aber auf jeden Fall ganz gute Chancen den Prozess zu gewinnen. Für den Fall, dass Sie klagen wollen, können Sie gerne mit mir Kontakt treten.

Vor einer Klage würde ich den Verkäufer aber nochmal energisch auf Ihre Kaüferrechte aufmerksam machen.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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