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Ebay Verkäufer unterschlägt zur Funktion wichtige Teile - weiteres Vorgehen + Kosten

| 10.08.2012 13:43 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


11:27

Der Verkäufer hat bei Ebay einen Kaffeeautomaten angeboten (gekauft für 150€) mit den Worten "voll funktionsfähig, kann sofort eingesetzt werden." Dazu zeigte er Bilder auf denen ein Kaffee ausgegeben wurde und auch das Display zeigte den eingeworfenen Eurobetrag und den aktuellen Status des Automates. Als das Gerät ankam (75€ Spedition), war jedoch der Münzwechsler ausgebaut. Ohne diesen funktioniert das Gerät nicht. Der Verkäufer meinte, daß ja nicht im Angebot gestanden hätte, daß dieser drin sei. Ich antwortete ihm, daß er ja auch kein Auto verkaufen kann und nach der
Probefahrt das Getriebe ausbauen kann. Das ist nun mal zur Funktion nötig und muß daher nicht gesondert ausgewiesen werden.

Eine Frist zur Nachbesserung habe ich per Email bis zum 14.8. gesetzt (15 Tage) und einen Fall bei Ebay eröffnet. Seitdem hat sich der Verkäufer
nicht mehr gemeldet. Es handelt sich um einen Privatkauf und die Klausel "Umtausch und Rücknahme ausgeschlossen" stand im Angebot.
Dies sollte aber irrelevant sein, da ich mir mir zu 99% sicher bin, daß das Geschäft wegen arglistiger Täuschung und Verweigerung der Nachbesserung anfechtbar ist. Oder handelt es sich sogar um Betrug?

Aber wie muß ich jetzt weiter vorgehen? Wenn ich vom Vertrag zurücktrete, dann muß doch der Verkäufer die Ware auf seine Kosten (wg. arglistiger Täuschung) abholen lassen, oder? Muß ich diesen Rücktritt nach Ablauf der Frist noch einmal erklären (evtl per Einschreiben)?
Wie setze ich mein Recht durch? Was wird mich das kosten, und bekomme ich diese Kosten vom Verkäufer zurück? Denn es bringt mir ja nichts, wenn ich den Münzwechsler zugesprochen bekomme (Wert 100€) oder mein Geld zurück bekomme und dafür 500€ Anwalts- und Gerichtskosten habe. Denn eine Rechtsschutzversicherung habe ich leider nicht.

10.08.2012 | 14:45

Antwort

von


(411)
Stiller Winkel 3
18225 Kühlungsborn
Tel: 038293/432783
Tel: 0177/7240222
Web: http://www.rechtsbuero24.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst teile ich Ihre Rechtsauffassung dahingehend, dass, wenn der Kaffeeautomat voll funktionstüchtig und sofort einsatzbereit angeboten worden ist, auch der entsprechende Münzwechsler im Gerät hätte verbleiben müssen. Auch grade, wenn dieser auch auf dem Foto sichtbar gewesen ist, kann der Käufer davon ausgehen, dass er diesen Kaffeeautomaten mit Münzwechsler erwirbt.

Von daher dürfte auch der Münzwechsler zum Kaffeeautomaten der Sache nach gehören.

Sie hatten zunächst richtig gehandelt und eine Frist zur Nachbesserung gesetzt. Dies ist nämlich auch Voraussetzung dafür, dass möglicherweise Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Lässt der Verkäufer diese Frist fruchtlos verstreichen, können Sie vom Vertrag zurücktreten oder den Münzwechsler anderweitig beschaffen und diesen Betrag dem Verkäufer in Rechnung stellen.

Wichtig ist, dass genau beschrieben wird, was der Verkäufer noch im Rahmen der Nachbesserung machen soll. Die letzte Frist muss angemessen sein.

Wahlweise können Sie sodann Schadenersatz geltend machen, wobei Sie sodann nicht mehr Erfüllung verlangen können oder auch vom Vertrag zurücktreten. Dann wird der Vertrag rückabgewickelt und sie müssten Zug um Zug gegen Rückzahlung des Geldes den Kaffeeautomaten herausgeben. Dabei ist der Verkäufer aus Schadenersatzgründen grundsätzlich verpflichtet, alle Ihnen dadurch entstehenden Kosten zu tragen. Dies gilt auch für die Rechtsanwalts- oder Gerichtskosten, sollte eine außergerichtliche Regelung nicht möglich sein.

Einen Rücktritt müssten Sie nochmals separat erklären. Das Gerät müsste entweder selbst abgeholt werden oder auf Kosten des Verkäufers versandt werden. Auch die Speditionskosten Ihrerseits müssten erstattet werden.

Die Kosten rein für den Münzwechsler einzuklagen, dürften sich, zzgl. Gerichtskosten, auf etwa 200,00 Euro belaufen.

Ist der Kläger allerdings insolvent und kann aus tatsächlichen Gründen die Kosten nicht zahlen, bleiben Sie auf diesen Kosten sitzen.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung und hoffe, Ihnen zunächst hilfreich geantwortet zu haben.




Rechtsanwalt Christian Joachim

Rückfrage vom Fragesteller 10.08.2012 | 15:37

Vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.

Es ist schön zu hören, daß ich "auf der sicheren Seite" bin.
Ich habe den Verkäufer in besagter Email schon detailliert auf die Art der Nachbesserung hingewiesen. Auch darauf, daß ich mir selbst einen Münzwechsler besorge und ihm in Rechnung stelle. Da ich ein fairer Mensch bin, werde ich ihm eine letzte Nachfrist setzen und ihn dabei auf mögliche Kosten im Falle eines Rücktrittes hinweisen.

Sollte er weiterhin schweigen, werde ich diesen Schritt jedoch gehen. Wie müsste ich in diesem Fall meine Kosten geltend machen? Genügt ein einfacher Brief mit Belegen? Und bei Nichtbezahlung ein Mahnbescheid?

Müsste ich genau so verfahren, wenn ich mir einen Münzwechsler auf eigene Kosten besorge?

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.08.2012 | 11:27

Vielen Dank für Ihre Bewertung und Ihre Nachfrage, die ich gerne beantworte.

Es genügt, wenn Sie die Kosten aufführen und ggf. in fotokopierter Form belegen. Sodann sollte ein Mahnbescheid zunächst genügen, legt er hier Einspruch ein, müsste sie die Ansprüche beim zuständigen Amtsgericht begründen und nochmals belegen.

Sie können so verfahren, müssen jedoch daraudf achten, dass der Münzwechsler nicht um ein vielfaches teurer ist, als normal, er darf aber etwas teurer sein, Sie müssen nicht das billigste Produkt nehmen.

Gerne können Sie sich weiterhin an mich wenden, viele Grüße

Bewertung des Fragestellers 10.08.2012 | 15:38

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