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Ebay-Verkäufe


| 03.03.2006 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verkaufe seit Juli 2001 privat gelegentlich Dinge, die ich nicht mehr benötige (beispielsweise CDs, DVDs, Videospiele). Ich war mir keiner Schuld bewusst, denn wenn man nicht gerade ein Familienhaus hat, kann man einfach nicht jeden Gegenstand aufbewahren.
Nun sagte mir ein Bekannter, dies müsse steuerlich angemeldet werden, denn seit dem Anmeldedatum haben sich etwa 800 verkaufte Posten angehäuft (erzielter Preis pro Artikel: zwischen 1,- bis 30,- Euro).
Mein Steuerberater sagt jedoch, dies sei nicht anmeldepflichtig, da es nicht regelmäßig geschieht und ich keine Artikel nur zum Weiterverkauf kaufe.

Soll ich die Verkäufe dennoch anmelden und erwartet mich eine Strafe?
Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Die in Ihrer Sachverhaltsdarstellung aufgeführten 800 Transaktionen sind schon eine beträchtliche Zahl an Kaufverträgen, die Sie seit 2001 Juli 2001 abgeschlossen haben.

Ich würde sowohl Ihrem Steuerberater wie auch Ihrem Bekannten teilweise Recht geben, denn es können tatsächlich beide Auffassungen vertreten werden.
In diesem Zusammenhang ist besonders elementar, dass Sie vortragen keine Sachen zum Widerverkauf erworben haben.

Hinsichtlich der Einkommensteuer würde ich eine Erklärung dann nachholen, wenn Sie den jeweiligen Grundfreibetrag für das Kalenderjahr nicht überschreiten, denn dann würde keine Einkommensteuer anfallen.
Bei Vorliegen von anderen ertragsteuerpflichtigen Einkünften wäre auch im Verhältnis zu diesen eine Abwägung zu treffen, inwieweit die Ebay-Verkäufe ins Gewicht fallen.
Am ehesten angreifbar ist das Tatbestandsmerkmal der Nachhaltigkeit, zumal Sie in jedem Falle an der Selbständigkeit, Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr und der Gewinnerzielungsabsicht wohl nicht vorbeikommen. Sie machen auch keine reine Vermögensverwaltung, haben mangels Voraussetzungen der Katalogberufe keine Einkünfte aus selbständiger Arbeit wie auch sind Sie kein „Landwirt“. Bei der Bejahung aller Tatbestandsmerkmale lägen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor.

Umsatzsteuerlich ließe sich die Angelegenheit derart lösen, dass man sich als Kleinunternehmer gem. § 19 UStG outet.
Dies würde dahingehend geschehen, dass eine Umsatzsteuererklärung eingereicht wird, bei der jährlich und vorjährlich ein Umsatz von EUR 17.500,00 nicht überschritten wird.
Sollten Sie sich für die Nacherklärung entscheiden, werde ich Ihnen selbstredend dabei gerne behilflich sein.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung auch im Hinblick auf Ihren Einsatz weitergeholfen zu haben.

Ich darf Sie bitten, von der einmaligen Rückfrage Gebrauch zu machen, um Missverständnisse bzw. Ergänzungen noch vornehmen zu können.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2006 | 13:41

Vielen Dank für die Information. Ich bin selbstständig, verkaufe aber nichts, sondern arbeite für diverse Medien.

Meine Nachfrage ist: Sollte ich die Privatverkäufe nicht rückgehend steuerlich anmelden, müsste ich dann mit einer Vorstrafe rechnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2006 | 07:03

Sehr geehrter Herr Ratsuchender,

wie bereits andiskutiert, wäre die Eingruppierung bei Ihnen nicht eindeutig zu entscheiden, so dass Sie sich im Zweifel
auf eine wohl nicht korrekte Beurteilung in der Abgrenzungs-frage Unternehmer zu Verbraucher zurückziehen sollten, so dass
zumindest der Vorsatz einer etwaigen Steuerhinterziehung nicht
gegeben sein wird.
Mit der richtigen Argumentation dürfte auch die leichtfertige
Steuerverkürzung vom Tisch gewischt werden können, da hierbei
zumindest grobe Fahrlässigkeit vorliegen müsste.

Daneben wäre mit dieser nachträglichen Erklärugn dieser Einkünf-te zur Einkommensteuer noch eine strafbefreiende Selbstanzeige zu kombinieren.
Die Strafbefreiung würde dann greifen, wenn die sich daraus
ergebenden Mehrsteuern abschließend gezahlt sind, so dass
auch eine Beantragugng einer Ratenzahlung durch Sie nebst Bewilligung derer durch das Finanzamt möglich wäre.

Nit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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