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Ebay Streitigkeit


11.08.2005 15:08 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich habe ein Sony Vaio Notebook bei Ebay eingestellt. Dort habe ich mich mit den Angaben der Grafikkarte vertan und habe eine stärkere Karte angegeben, als eingebaut ist. Zudem habe ich auch eine kleinere Festplatte angegeben, da es von diesem Notebook viele Variationen gibt. Auf Nachfrage eines Bieters habe ich sogar noch die größere Karte bestätigt. Bei der Festplatte hat der Käufer ja keinen Nachteil. Das Notebook wurde für 956,-- Euro ersteigert. Der Käufer schickte mir daraufhin eine Mail, das er mit der größeren Grafikkarte gerechnet habe und hat mir mit einer Betrugsanzeige gedroht. Die Karte, die ich angegeben habe, wird auch gar nicht in diesem Notebook verbaut. Das Notebook ist ein halbes Jahr alt und kostet immer noch 1300,-- Euro neu. Der Käufer hat mir nun 800,-- Euro angeboten. Anhand von Vergleichen weiß ich, das das Notebook trotz der kleineren Karte den Preis wert ist. Ich war bei den Angaben zu nachlässig.

Mein Verdacht ist nun, das er versucht, meine Nachlässigkeit auszunutzen. Ausserdem habe ich Sorge, das er nacher behauptet das Notebook sein nicht angekommen, beschädigt etc.

Muß ich mich dennoch einigen oder habe ich meinerseits die Möglichkeit aus dem Vertrag heraus zu kommen ? Den Betrugsvorwurf begründet er mit meiner Mailbestätigung an einen Bieter. Muss ich die 800,-- Euro akzeptieren ? Ausserdem wünscht er unbedingt bei Ebay anzugeben, das der Kauf nicht zustande gekommen ist. Angeblich um mir Gebühren zu ersparen. Wie soll ich mich verhalten ?
Danke für die Auskunft.
11.08.2005 | 16:37

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
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Sehr geehrter Ratsuchender,
Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie nicht gewerblich mit Notebooks bei e-bay handeln, sondern dieses als Privater verkauft haben.

Wie ich Ihren Schilderungen weiter entnehme, haben Sie das Notebook noch gar nicht an den Käufer übersendet. Damit kann der Käufer gem.§ 323 BGB nur vom Vertrag zurücktreten und eventuell Schadensersatz verlangen. Zuvor muss der Käufer Ihnen aber eine Frist zur Nacherfüllung. setzen. D.h. der Käufer muss Ihnen die Möglichkeit geben, dieses Notebook mit der richtigen Grafikkarte zu versehen. Wenn Sie sich also im Stande sehen, in das Notebook die richtige Grafikkarte einbauen zu lassen, dann würde ich dies dem Käufer umgehend anbieten. Sollten Sie nicht dazu im Stande sein, dann kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. D.h. Sie brauchen Ihm kein Notebook mehr zuzusenden und der Käufer braucht den Kaufpreis nicht zu zahlen. Die Krux bei der Sache ist allerdings, dass der Käufer dann immer noch Schadensersatz verlangen könnte.

Grob gesagt würde der sich wie folgt berechnen: Verkehrswert des Notebooks mit denen von Ihnen beschriebenen Spezifikationen (also kleine Festplatte und starke Grafikkarte) zum Zeitpunkt der Ersteigerung ./. 956 EUR Kaufpreis = Schadensdifferenz.

Wenn das Notebook also auf dem Markt also einen Wert von zB 1.200 EUR hätte, dann könnte der Käufer im Falle des Rücktritts noch 244 EUR Schadensersatz einklagen.
Des Weiteren könnte er möglicherweise noch weitere Schadensposten einklagen. ZB wenn er auf das Notebook betrieblich angewiesen war und sich daher vorübergehend ein anderes Notebook mieten musste, könnte er auch die Mietkosten ersetzt verlangen. Sie können sich mit dem Käufer natürlich auch vergleichen, in dem Sie vereinbaren, dass das Notebook so wie es ist, nun für 800 EUR den Eigentümer wechseln soll und der Käufer auf sämtliche Gewährleistungsansprüche wegen der Grafikkarte verzichtet. Dies würde ich dann aber schriftlich machen, wobei beide Parteien unterschreiben.

Sie haben sich mit der falschen Angabe leider in eine etwas unglückliche Situation gebracht. Am besten kämen Sie m.E. noch raus, wenn Sie die von Ihnen zugesicherte Grafikkarte noch einbauen können. Wenn Sie dies können, bieten Sie dies dem Käufer umgehend schriftlich an. Aus Beweisgründen am besten per Einschreiben mit Rückschein und machen Sie sich eine Kopie des Schreibens für Ihre Unterlagen.

Natürlich hat der Käufer die Möglichkeit Sie anzuzeigen. Sollten Sie bisher aber wegen Vermögensdelikten nicht vorbestraft sein, ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder einstellen wird, wenn Sie Ihr die Begebenheit schildern. Schliesslich gilt in diesem Zusammenhang auch der in dubio pro reo Grundsatz, dass heisst, dass Zweifel an Ihrer Betrugsabsicht immer zu Ihren Gunsten auswirken müssen.

Meines Erachtens können Sie bei e-bay den Kauf nicht als nicht getätigt angeben, da dieser ja letztendlich tatsächlich geschlossen wurde und sich eventuell durch Rücktritt in ein Rückabwicklungsverhältnis wandelt. Damit fällt das Geschäft aber nicht von Anfang an weg.

Vor Versendung können Sie das Notebook im Beisein eines Zeugen auch von allen Seiten fotografieren und durch den Zeugen schriftlich bestätigen lassen, dass Sie das Notebook in diesem (unbeschädigten) Zustand abgesendet haben. Wenn Sie die Ware übersenden, können Sie sich vom Verkäufer natürlich auch einen Lieferschein bei Annahme unterschreiben lassen, der dann an Sie zurückgesendet wird. Vermerken Sie auf dem Lieferschein ganz genau, was versendet wurde ( Notebook Vaio etc)

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort helfen.

Mit freundlichen Grüssen
Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 12.08.2005 | 11:24

Hallo aus Berlin,

ich wollte noch einige Sachen ergänzen. Ich habe genau den Typ Notebook in der Beschreibung angegeben, mit Typenbezeichnung. Die von mir angegebene Grafikkarte gibt es gar nicht für das Notebook. Ich kann also die Karte nicht nachrüsten. Ausserdem wäre die noch bestehende Garantie gefährdet. Sieht man nicht auch daran, das ich mich eher vertan habe, als das Absicht besteht ?

Ich habe dem Bieter nach der Beschwerde gleich angeboten, aus dem Vertrag auszusteigen. Das wollte er nicht. Danach bot ich Minderung an. Dann hat er angeboten 720,-- Euro zu zahlen. Wir haben uns dann nach Mail-Schriftwechsel auf 800,-- geeinigt. Zum arbeiten braucht er den Rechner nicht, er will spielen.

Wir werden jetzt so vorgehen, wie Sie geraten haben. Dem hat er per Mail zugestimmt. Ich werde das Paket per Einschreiben mit Rückschein absenden. Sollte der Vergleich noch in Papierform erfolgen ? In wie weit sollte ich mir die Mails aufheben ?? Haben die Beweiskraft ?? Z.B. das er jetzt auf meinen Vorschlag eingegangen ist ??

Würden Sie mich im Falle eines Falles auch von Hanau aus vertreten können ??

Gruß aus Berlin

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2005 | 13:03

Sehr geehrter Rechtssuchender,

es wäre von grossem Vorteil, wenn Sie den Vergleich schriftlich abschliessen. Am besten übersenden Sie dem Verkäufer den Vergleichsvorschlag und lassen sich diesen unterschrieben zurücksenden. Dann können Sie das Notebook übersenden.

Drucken Sie auf jeden Fall den gesamten E-Mail Verkehr aus und sammeln Sie diesen in Ihren Unterlagen. E-Mails haben zwar nicht die Beweiskraft einer unterschriebnen Urkunde, der Richter kann aber auch den E-Mails Glauben schenken und Sie als Beweis zulassen.

Grds kann ich Sie natürlich auch von Hanau aus vertreten. Versuchen Sie aber erst mal die Sache gütlich beizulegen.

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

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