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Ebay Privataccount


| 29.01.2018 10:53 |
Preis: 25,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


15:30

Meine Ehegattin und ich betreiben gemeinsam einen privaten Ebay-Account. Über diesen Account verkaufte ich einen Artikel, mit dem der Käufer unzufrieden ist. Der Kaufpreis wurde auf mein Konto überwiesen. Es droht eine juristische Auseinandersetzung. An sich würde ich den Käufer gerne darauf hinweisen, daß er sich an mich wenden soll, um meiner Frau jedweden Stress zu ersparen. Ist das problemlos möglich oder lauern Fallstricke und es sollte sie proforma weiterhin als Verkäuferin auftreten?
29.01.2018 | 11:34

Antwort

von


42 Bewertungen
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511/1222458
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Grundlage Ihrer Angaben.

Es stellt sich hier die Frage, inwieweit Sie oder Ihre Frau Vertragspartner(in) beim Verkauf des Artikels geworden sind. Die Rechtsprechung geht nicht grundsätzlich davon aus, dass die Person des Account-Inhabers auch Vertragspartner wird.

Da hier Sie den Artikel unter dem Namen Ihrer Frau verkauft haben, wird diese nur dann Vertragspartnerin, wenn es sich um ein wirksames Vollmachtsverhältnis gehandelt hat. So hat der Bundesgerichtshof in einem ähnlichen Fall, in dem der Ehemann ohne Wissen der Ehefrau über deren Account einen Artikel verkauft hatte, den Ehemann als Vertragspartner angesehen und nicht die Ehefrau (s. BGH, Urteil vom 11.05.2011 - VIII ZR 289/09 ).

Ich gehe hier davon aus, dass Ihre Frau im Zweifel gar nichts genaueres von dem Verkauf des Artikels wusste. Problematisch könnte sein, dass Sie offensichtlich grundsätzlich den Account beide nutzen, dies könnte für eine Vollmacht sprechen. Allerdings wird das der Käufer kaum nachweisen können.

Ich empfehle also mitzuteilen, dass Sie den Artikel über den Account Ihrer Frau ohne deren Wissen verkauft haben und damit Verkäufer (wofür auch die Überweisung auf Ihr Konto spricht) und daher Sie auch Ansprechpartner für etwaige Ansprüche bzw. Probleme sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Bei weiteren Fragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Nicolas Reiser
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.01.2018 | 13:54

Sehr geehrter Herr Reiser,
vielen Dank für die rasche und präzise Antwort. Einen Punkt vergaß ich zu erwähnen: Der Sendung wurde eine nicht unterschriebene Rechnung/Lieferschein mit dem Namen meiner Frau beigelegt. Ändert das Ihre Empfehlung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.01.2018 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Das ändert eigentlich nichts an meiner Einschätzung, da Sie ja unstreitig unter dem Namen Ihrer Frau gehandelt haben. Die Frage, ob dies Ihrer Frau zuzurechnen ist, ändert dies nicht. Sollte erkennbar sein, dass Sie regelmäßig Artikel über diesen Account verkaufen und Ihre Frau dies duldet, wäre die Einschätzung anders.

Sollten Sie noch weitere Rückfragen haben, können Sie mir auch gerne eine Email schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

N. Reiser


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Bewertung des Fragestellers 29.01.2018 | 18:23


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.01.2018
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