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Ebay: Modellbahnen - Rücktritt vom Kaufvertrag wg. Sachmängeln


| 06.11.2006 14:05 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hab im August bei Ebay eine Märklin Lok aus dem Jahre 1950-1951 als gewerblicher Verkäufer für rund 1700 euro versteigert.

Am 15.8.2006 habe ich mein Gewerbe abgemeldet. Ca. 8 Wochen nach Auktionsende trat der Käufer vom Kauf wg. Sachmängeln zurück.

Dies habe ich abgelehnt. (Rücknahmefrist abgelaufen, andere Auffassung zu den Sachmängeln).

Jetzt werde ich vom Anwalt erneut zur Rückerstattung (Kaufpreis zzgl. Anwaltskosten aufgefordert.

Der Wortlaut:
"Die gelieferte Ware war entgegen Ihrer Angebotsbeschreibung nicht in gutem Zustand. In der Beschreibung auf der Ebay-Plattform wurde nicht auf Lackfehler hingewiesen, die durch Sprühfarbe auf Dach und Schnauze entstanden sind. Es fehlte ein Schleifer und das Umschaltrelais war nicht original. Zusätzlich war ein Bleigewicht angebracht. Dies ist nicht vom Hersteller angebracht worden"

Der Artikel wurde von mir mit 9 XXL-Fotos (Größe eines PC-Bildschirms)bei Ebay angeboten. Diese zeigten die Lok aus allen Perspektiven. In der Beschreibung stand "..einige Alterungsspuren, Details s. XXL-Fotos.."

Alle angesprochenen Sachmängel (Ausnahme Relais, hier konnte ich keine Mängel feststellen, Funktion war gegeben) waren deutlich erkennbar und sind bei 65 Jahre alten Spielwaren üblich.
Ich empfahl, die Lok selbst bei Ebay wiedereinzustellen und verweigerte nach wie vor die Rücknahme.
Zu guter letzt wurde mir dann ein Vergleichsangebot gemacht: Der Käufer verkauft die Lok selbst mit "korrekter" Beschreibung, Differenz zw. urpsrünglichen Kaufpreis zzgl. Anwaltskosten sind von mir zu tragen.

Meine Fragen:
1.Bin ich zur Rücknahme verpflichtet ?
2.Falls ja, bin ich aufgrund veränderten wirtschaftlichen Bedingungen (Arbeitslosigkeit, Schulden)nicht in der Lage zu zahlen. Wie verhalte ich mich korrekt ?

Vielen dank vorab.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

zu 1.

Sie sind dann zur Rücknahme verpflichtet, wenn ein Mangel vorliegt und (ohne Aufforderung zur Nachbesserung) der Mangel nicht behoben werden kann, so dass eine Aufforderung zur Nachbesserung unsinnig wäre. Grds. hat der Käufer den Mangel zu beweisen. Beim Verbrauchsgüterkauf ist dies zumindest für Mängel, die in den ersten sechs Monaten nach Übergabe auftreten, anders.

Dies ist hier aber nicht entscheidend. Streit entscheidend wird sein, ob die beschriebenen Merkmale einen Mangel darstellen oder nicht. Das wird sich dann im Gerichtsverfahren feststellen lassen. Dabei würde ich mich Ihrer Argumentation anschließen wollen.

Zu 2.

Über die Aussichten eines Gerichtsverfahrens können keine aussagekräftigen Prognosen getroffen werden. Es gilt – so denke ich –Kosten zu vermeiden. Ich rate Ihnen daher, eine Einigung zu erwirken. Schlagen Sie Ihrerseits eine Minderung in Höhe von ca. 100,00 EUR vor ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Begleichung der Rechtsanwaltskosten, da Sie – so können Sie auch schreiben – anderer Rechtsauffassung sind.

Sollte der Gegner dann immer noch streiten wollen, muss er ein gerichtliches Verfahren anstrengen, in welchem Sie einen PKH-Antrag stellen können.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2006 | 15:10

vielen Dank für Ihre Beratung. Bei Frage 2 ging es mir nicht nur um die Gerichtskosten, sondern um die Tatsache, den Preis für den Artikel nicht zahlen zu können.
muss ich dazu einen Nachweis gegeüber der Gegenseite erbringen oder ist diese Tatsache belanglos ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2006 | 15:19

Diese Tatsache ist bedauerlicherweise belanglos. Unerwähnt würde ich das jedoch im Schriftverkehr mit der Gegenseite nicht lassen. Deren Interesse an einer außergerichtlichen Einigung wird dann wachsen und Sie haben gute Chancen mit einem wie oben beschriebenen Vergleichsangebot Erfolg zu haben.

RA Timm

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