Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ebay Kauf - Verkäufer schickt Rechnung per Post und verlangt dafür 10 Euro !

19.01.2011 15:05 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Guten Tag,

Ich habe vor einem Monat einen Artikel bei Ebay ersteigert. Ich habe mir mit der Bezahlung etwas Zeit gelassen. Der Verkäufer hat aber keinen Fall gegen mich eröffnet sondern einen anderen Weg gewählt:
Der Verkäufer hat mir per POST (Schreiben per Einschreiben) eine Rechnungserinnerung gesandt und verlangt dafür die anfallenden Kosten in Höhe von 10 Euro (nur für den Brief!!!) zuzüglich zu dem Kaufpreis des Artikels!!!
Wenn ich die Summe des artikels zzgl. den 10 Euro nicht bezahle, wird er seinen Anwalt gegen mich vorgehen lassen!

Ich habe den Kaufpreis mittlerweile bezahlt (schon einen Tag bevor ich das Schreiben erhielt) aber der Ebayer belästigt mich UND meine Eltern nun mit ANRUFEN, dass ich die restlichen 10 Euro für den Brief noch bezahlen muss, sonst geht er zum Anwalt. Ich bitte um Hilfe! Ich bin doch rechtlich nicht verpflichtet diese 10 Euro zu zahlen!

Bei Abschluss des Kaufvertrages war nirgendwo die Rede davon, dass ich für eine schriftl. Zahlungsaufforderung pauschal 10 Euro zahlen muss! Ich bin schließlich den Pflichten gem. § 433 I BGB nachgekommen. Den Artikel habe ich gem. § 433 II BGB jedoch bos heute nicht erhalten! Der Verkäufer sagte er hätte ihn mir wegen weihnachten schon VOR Zahlungseingang gesandt. Icxh habe jedoch nichts erhalten. Nun habe ich dennoch bezahlt, weil ich nicht länger belästigt werden wollte. Der Verkäufer sagt, er hat keine Sendungsverfolgungsnummer, da er unversichert gesendet hat - aber er hätte "Freunde" bei der Post, die den Versand bestätigen können!

Was raten Sie mir? Ich will nicht mehr belästigt werden.
Ich will die 10 Euro natürlich nicht für diesen unverschämten Brief zahlen. Mir kann nichts passieren, oder?

Danke. MFG.

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Die Kosten einer Mahnung müssten Sie nur bezahlen, wenn Sie sich zum Zeitpunkt, als die Mahnung abgeschickt wurde, bereits im Verzug mit der Zahlung des Kaufpreises (nebst Porto) befunden haben. Allerdings musste Sie der Verkäufer erst gemahnt haben, um Sie in Verzug zu setzen. Das wäre nur anders, wenn bereits in der Artikelbeschreibung eine bestimmte Zahlungsfrist genannt wurde, die Sie nicht eingehalten haben. Davon gehe ich aber nicht aus.

Einer vorherigen Mahnung hätte es für die Geltendmachung der Mahnkosten auch nicht bedurft, wenn Sie sich zum Zeitpunkt des Mahnschreibens bereits seit 30 oder mehr Tagen im Zahlungsverzug befunden hätten. Nach spätestens 30 Tagen tritt nämlich „automatisch" Verzug ein, wenn nichts anderes vereinbart ist (§ 286 Abs. 3 BGB ).

Zudem stand es dem Verkäufer frei, Ihnen die Mahnung zunächst über das eBay-eigene E-Mail-System zu schicken, das keine Kosten verursacht hätte. Indem er sofort ein teures Einschreiben verschickt hat, hat er gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen. Angesichts Ihres Vortrags liegt der Verdacht nahe, dass er mit dem teuren Einschreiben ggf. in Schädigungsabsicht gehandelt hat und mit der Drohung mit einem Anwalt lediglich seiner Verärgerung Luft machen wollte. Das würde dann zudem noch gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB ) verstoßen.

Wenn Sie sich also noch nicht im Zahlungsverzug befunden haben sollten, also der Verkäufer das Einschreiben abgeschickt hat, müssen Sie das auch nicht bezahlen.

Was die Auseinandersetzung mit dem Verkäufer wegen der nicht erhaltenen Sache angeht, gilt Folgendes:

Wenn es sich um einen Verkauf unter Privatleuten gehandelt hat, er die Sache also nicht im Rahmen einer gewerblichen oder geschäftlichen Tätigkeit versteigert hat, dann behält er grundsätzlich seinen Anspruch auf den Kaufpreis, wenn er nachweisen kann (zB durch Zeugen), dass er die Sache ordnungsgemäß verpackt und versendet hat. Mehr muss er als Privater nicht tun. Etwas anderes würde nur gelten, wenn Sie einen versicherten Versand vereinbart hätten und er sich an diese Vereinbarung nicht gehalten hätte. Dann wäre er zum Schadensersatz verpflichtet und müsste Ihnen im Falle eines Verlustes oder einer Beschädigung der Sendung den Kaufpreis zurückerstatten.

War der Verkäufer allerdings Unternehmer und Sie Verbraucher, dann hat er auch dafür einzustehen, dass die Sendung ordnungsgemäß bei Ihnen ankommt. Ob Sie „versicherten" oder „unversicherten" Versand gewählt haben, ist hierfür vollkommen gleichgültig

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

_________
Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90337 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Dankeschön :) ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell. Unkompliziert. Verständlich. Direkt. Absolut weitergeholfen. Klare Empfehlung ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
trotz kurzer Info, genau auf den Punkt getroffen. ...
FRAGESTELLER