Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ebay-Kauf Eintrittskarten -> Vermögensschaden

30.06.2012 16:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe einem Verkäufer am 15.06.2012 einen Preisvorschlag zu 4 Halbfinaltickets der EM 2012 am 27. Juni in Donetsk (Ukraine) gesendet.

In der Artikelbeschreibung stand, dass die Karten bis zum 20. Juni bei mir eintreffen. Der Verkäufer verpflichtete sich also zu einem Versand innerhalb eines Werktages nach Zahlungseingang.

Da ich Händler von Eintrittskarten bin, habe ich mich auf den gültigen Kaufvertrag verlassen, den der Verkäufer mit der Akzeptanz des Preisvorschlags rechtsgültig gemacht hat.
Ich habe umgehend (noch am 15. Juni 2012 per paypal) bezahlt und dem Käufer am 17. Juni mitgeteilt, dass er das angegebene Versanddatum unbedingt einzuhalten hat, da ich die Tickets noch an Endkunden in Osteuropa weiterleiten muss. Die Tickets wurden durch mich also wieder verkauft.
Am 19. Juni meldete sich der Verkäufer und gab an, am 20. Juni zu versenden, sodass diese am 21. Juni bei mir sein sollten.

Die Karten kamen nicht an.
Auf Nachfrage am 21. Juni gab er an, dass er am 22. Juni versende. Am 23. Juni kam ein Einschreiben bei mir an, was viel zu leicht für 4 Karten war und der Briefumschlag hatte das falsche Format, um EM-Tickets knickfrei zu versenden.
Daher öffnete ich im Beisein eines Zeugen: Inhalt: 2 leere weiße Blätter.

Ich habe den Verkäufer erneut angeschrieben und dieser gab an, dass dieser leere Brief nur "ein Test" gewesen sei und er nun am 25. Juni zu versenden gedenkt. In der Zwischenzeit habe ich dem Verkäufer mitgeteilt, dass ich den Kaufpreis zurückverlange, da die Tickets für mich bereits zu diesem Zeitpunkt wertlos waren, da ich auch verpflichtet war, die Tickets bis zum 21. Juni an die Verkäufer in Osteuropa abzusenden.
Welchen "Testzweck" der Versand von 2 leeren Blättern hatte, außer eine Sendungsnummer zu produzieren, weiß ich nicht.

Weiterhin gab der Verkäufer an, dass ich ja immernoch am 27. Juni nach Donetsk fliegen könne, um die Tickets dann dort vor dem Stadion zu verkaufen. Das Spiel ist am 27. Juni in Donetsk gewesen.

Der Verkäufer wusste von Anfang an, dass ich die Tickets weiterleiten muss, weil ich bereits Käufer in Russland für die Tickets hatte.

Weiterhin wusste er, dass ich die Tickets am 26. Juni nicht mehr annehmen kann, da ich ab 26. Juni nach Warschau gefahren bin, um selbst das Halbfinale am 28. Juni zu sehen.

Der Verkäufer hat mir absichtlich finanziell geschadet. Die vom Verkäufer viel zu spät gesendeten Tickets liegen immernoch bei der Post(wenn sie überhaupt im Umschlag sind).

Mein Vermögensschaden beläuft sich auf 250 Euro Kaufpreis und weitere 460 Euro, die ich nachweislich für den Verkauf der Tixx bekommen hätte.

Ist es möglich, den Käufer zivilrechtlich auf den Einkaufspreis von 250 Euro und den mir zusätzlich entstandenen Schaden in Höhe von 460 Euro, der mir nun durch die Ticketbörse, die ich zum Verkauf nutzte, nicht überwiesen wird, zu verklagen?!

Der Verkäufer hatte die Möglichkeit, vor Annahme meines Preisvorschlags zu überprüfen, dass ich Tickethändler bin. Dies geht aus meinem Ebay-Namen eindeutig hervor.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Zivilrechtlich liegt ein Fixgeschäft vor, weil nach Ihren Angaben der Verkäufer wusste, dass Sie die Tickets weiterverkaufen und das eine Übersendung nach dem vereinbarten Datum für Sie ohne Wert wäre.

Sie wären berechtigt wegen des Verzugs des Schuldners Schadensersatz nach §§ 280 II, 286 BGB zu fordern. Es dürfte zumindest ein relatives Fixgeschäft vorliegen, da klar war, dass Sie die Tickets nicht selbst nutzen, sondern weiterverkaufen und das es am 27.6. dafür zu spät wäre.

Sie können den vollen Schadensersatz statt der Leistung fordern. Dies wäre zumindest der entgangene Gewinn. Wenn Sie die Tickets für 250 € gekauft haben und für 460 € weiterverkauft hätten, dann wäre Ihr Gewinn 210 € gewesen. Sie können also den Kaufpreis von 250 € und den entgangenen Gewinn von § 210 € fordern, aber nicht 250 € und 460 €, denn Sie dürfen sich nicht besser stellen, als wenn der Vertrag erfüllt worden wäre.

Es müsste natürlich bei Abschluss des Kaufvertrages absolut klar gewesen sein, dass Sie weiterverkaufen und das es ein Zeitlimit gibt. Dies kann ich anhand der Angaben nicht absolut sicher beurteilen, es spricht aber vieles dafür.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71574 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich kann Herrn Epping zu meinem Problem "Sperrrung meines YouTube Kanals" nur allen, denen es geht wir mir nur empfehlen. Innerhalb von 3 Tagen wurde die Sperrung zurückgenommen. Des Weiteren hat Herr Epping mich immer schnell ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle, klare und ausführliche Antwort mit Literatur- bzw. Quellenangabe. Perfekt! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER