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Ebay „Käufer“ macht Schadenersatz geltend


| 08.10.2007 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Guten Tag!

Ich bin ziemlich verzweifelt. Wir haben bei Ebay eine Auktion eingestellt und 1,5 Tage später festgestellt, dass die Artikelbeschreibung so "schlecht" war, dass man den Artikel nicht finden konnte. Wir haben somit bereits 1,5 Tage nach Angebotsstart die Auktion abgebrochen und neu eingestellt, weil man zwar alles im Artikel noch bearbeiten kann, aber nicht die Artikelbeschreibung.

Mein Vater, der die Auktion abgebrochen hat, meint, dass eventuell ein Gebot in Höhe von 1,00 Euro vorgelegen hat. Er war sich jedoch nicht sicher. Es stand dort aber im späteren Verlauf, der Bieter würde über den Abbruch informiert und darüber, dass sein Gebot gestrichen worden sei. Die Auktion wäre regulär noch 8 Tage gelaufen. Als Begründung haben wir eingegeben, dass der Artikel neu eingestellt wurde, wg. geänderter Artikelbeschreibung. Wenn man jetzt den Artikel aufruft steht dort auch "0 Gebote" und "Artikel wurde wiedereingestellt" mit einem Link zum neue eingestellten Artikel. Wenn man die "0 Gebote" anklickt erscheint jedoch ein Gebot von 21,00 Euro von besagtem Bieter.

M.E. sollte dieser doch aber darüber informiert worden sein, als wir die Auktion abgebrochen haben und hätte somit auch einfach neu auf diesen Artikel bieten können oder? Dieser war ja auch erst 1,5 Tage eingestellt. Und selbst jetzt noch kann man ganz deutlich ersehen, dass der Artikel neu eingestellt wurde, es wäre ein Leichtes für ihn gewesen einfach neu zu bieten. Wir müssen hier schon Absicht unterstellen es genau auf diesen Fall angelegt zu haben!

Erst über 2 Wochen nach Aktionsablauf und nachdem der neu eingestellte Artikel verkauft war, hat er uns angeschrieben mit der Aufforderung den Artikel herauszugeben. Er hätte uns angeblich mehrfach angeschrieben, was jedoch nicht der Fall war. Wir haben ihm den o.g. Sachverhalt daraufhin geschildert, doch er beharrt kompromisslos auf seinen Schadenersatz... Und den möchte er nicht nur in Höhe des Differenzbetrages von seinem Gebot und dem aktuellen Wert des Gerätes (was ca. 200 Euro sind, denn für 206.00 Euro hat mein Vater den Artikel in der zweiten Auktion verkauft), sondern fordert sogar fast 600,00 Euro, was absolut an den Haaren herbeigezogen ist und quasi der Neupreis dieses 2 Jahre alten Gebrauchsgegenstandes ist.

Wir sind generell an einer gütlichen Einigung interessiert und würden auch leisten, die Frage ist nur gibt es überhaupt Grundlagen dafür?

Fakt ist:

- Es darf keine Auktion abgebrochen werden und wenn doch und es liegt ein Gebot vor ist der Verkäufer eventuell zum Leisten vom Schadenersatz verpflichtet. Wir haben das nicht gewusst, jetzt wissen wir es. Dumm gelaufen für uns, ganz klar ! Habe dazu auch viele Urteile gefunden… (z.B. AG Bad Kissingen, Urteil 28.09.2006 – 1 C 0122/06; OLG Oldenburg, 28.07.2005, 8 U 96/05).

- Die Ebay AGB sehen dafür jedoch bestimmte Ausnahmen vor, doch das Gesetz hat hier wiederholt dagegen entschieden und gesagt: Einstellen und Gebot = Bindender Kaufvertrag, egal ob Aktionsabbruch/Streichung der Gebote durch Käuferseite.

Doch unser Fall ist etwas anders als die typischen zitierten Angelegenheiten:

1. Es waren noch über 8 Tage bis zum Aktionsende!

2. Der Käufer muss die Nachricht erhalben haben, dass der Artikel neu eingestellt wurde und hätte Gelegenheit gehabt einfach neu zu bieten.

3. Der Käufer hat bisher keine Bewertungen, wir dagegen über 1300 positive... Es ist schon merkwürdig, dass hier direkt so vorgegangen wird? Die Korrespondenz klingt fast erpresserisch und er wirft mit toll klingenden Aussagen um sich, die leider weder Hand noch Fuß haben.

4. Wir haben eindeutig nicht so gehandelt, um uns den Vorteil zu verschaffen den Artikel für mehr Geld zu verkaufen. Schon beim ersten Mal wurde für Startpreis 1,00 Euro eingestellt, 1,5 Tage später die Neueinstellung ebenfalls für 1,00 Euro.

Laut Gesetz steht im maximal der Differenzbetrag zu, sprich 180 Euro. Unsere Frage jedoch, da es sich ganz offenbar um jmd handelt, der genau dies provoziert hat, sind wir überhaupt verpflichtet zu zahlen unter Berücksichtigung der o.g. Sachen? Gibt es ähnliche Entscheidungen, Richtlinien etc. die dies beweisen?

Der Käufer möchte ein Gerichtsverfahren anstrengen, ob er blufft wissen wir nicht. Gütliche Einigung scheint nicht möglich zu sein...

Ich wäre sehr, sehr dankbar für eine Antwort/Hilfe. Wir sind doch etwas ratlos und möchten nach diesem Missgeschick und bereits 2 blauen Augen jetzt weitestgehend unbeschadet aus der Angelegenheit herauskommen. Was tun??

Also zusammenfassend nochmal:

1.Sollen wir anbieten 180,00 Euro zu bezahlen und den Rest drauf ankommen lassen?

2.Sollen wir gar nicht zahlen, da auch seine Sicht ungewiss ist und es eventuell gerichtlich entscheiden lassen? Wie stehen die Chancen unter Berücksichtigung aller o.g. Punkte?

Nicht immer die Verkäufer sind die Bösen, wie ich jetzt leider selbst feststellen muss...

Lieben Gruß

Nicole

Langer Text, aber ich hoffe die "Frage" an sich ist kurz gestellt und rechtfertigt damit die 30,00 Euro Einsatz.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

was Sie letztendlich machen, d.h. wie Sie sich entscheiden weiter zu verfahren in dieser Angelegeneheit, müssen Sie selber letztendlich entscheiden. Nach Ihrer Schilderung ist allerdings fraglich, ob der vermeintliche Käufer überhaupt mit 180,00€ einverstanden wäre. Gleichzeitig räumen Sie, selbst wenn ein solches Angebot "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" erfolgt, zumindest fordergründig eine gewisse Schuld ein, an der der "Käufer" sich dann erst recht "festbeißen" könnte.

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt ist jedoch folgendes zu beachten:

Der "Käufer" macht hier offensichtlich Schadenersatz geltend. Es besteht aber nicht automatisch für Ihn ein Schaden, nur weil er nun bei der Auktion nicht zum Zuge gekommen ist. Er müsste schon genau nachweisen, worin überhaupt sein Schaden begründet ist. Dies alleine ist in einem solchen Fall schon nicht ganz einfach. Ferner müsste sich der "Käufer" wohl auch ein Mitverschulden anrechnen lassen, wenn er wusste, dass der Artikel neu eingestellt wird. Dieses Mitverschulden kann ggf. auch bis zu 100% betragen, wenn der "Käufer" absichtlich nicht mehr mitgeboten hat, nur um dann Schadensersatz geltend zu machen.

Andererseits darf man ein Gebot in der Tat nicht ohne weiteres zurück ziehen. In Ihrem Fall könnte aber u.U. hierzu ein berechtigtes Interesse vorgelegen haben. Dies ist eine schwierige juristische Frage und kann vorliegend, anhand Ihrer Informationen, nicht abschließend beurteilt werden.

Ich würde es aber ggf. sozusagen "darauf ankommen lassen", denn wenn der "Käufer" gegen Sie klagen würde, müsste er seine Klage auch zunächst entsprechend begründen. Ferner ist mit einer Klage auch immer ein gewisser zeitlicher und finanzieller Aufwand verbunden, so dass trotz wortgewaltiger Androhung oftmals keine Klage erfolgt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

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