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Ebay Käufer droht mit Anzeige beim Finanzamt und bei der Polizei

22.10.2018 22:07 |
Preis: 35,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


21:27

Zusammenfassung: Nötigung

Hallo,

ich habe einen Artikel bei Ebay für verkauft. Kurz nach dem Kauf hat mich der Käufer kontaktiert und nachgefragt, warum der Kontoinhaber nicht identisch dem Verkäufer sei und den er davon ausgeht, dass es sich wohl um einen Betrug handeln würde und wenn ich es nicht plausibel erklären könne, er mich bei der Polizei anzeigen werde. Ich habe ihm darauf mitgeteilt, dass es mein Mann der Kontoinhaber ist und ich als verheiratete Frau meinen Mädchename angegben habe. Zusätzlich habe ich den Käufer darauf hingewiesen, dass er, wenn er Zweifel hat, den Kauf abrrechen kann. Daraufhinhat der Käufer geantwortet, dass ich ja eine Kopie meines Ausweises und eine eidesstattliche Versicherung zur Herkunft des Artikels senden solle, um einer möglichen Anzeige zu entgehen. Das habe ich abgelehnt, da alle notwendigen Daten in der Kaufabwicklung inklusive Bankverbindung abgegeben sei.

Der Käufer hat mir anschließend gedroht, dass er mich beim Finanzamt anzeigen würde, da ich auf Grund meiner Verkäufe ein gewerblicher Verkäufer sein. Zusätzlich würde er mich bei der Polizei anzeigen, da wohl die Herkunft des Artikels fragwürdig sei.

Desweiteren habe ich den Fall bei Ebay gemeldet, die ihn daraufhin angeschrieben haben. Er hat sich daraufhin nochmal bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, dass, wenn ich an einer gütlichen Einigung interessiert wäre, ich mich zu melden hätte und einige Dinge erklären müsste. Ich habe dann dem Verkäufer mitgeteilt, dass ich den Artikel nach Zahlungseingang versenden würde, worauf er mir dann mitgeteilt hat, dass er mit dem Artikel zur Polizei gehen würde und mich zusätzlich beim Finanzamt anzeigen würde.

Wie sieht hier die weitere Vorgehensweise aus, wie soll ich mich verhalten? Welche Möglichkeiten habe ich, mich gegen dieser Käufer zu wehren?

22.10.2018 | 23:19

Antwort

von


(393)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Verhalten des Käufers um Nötigung, Sie müssen entscheiden, ob Sie das anzeigen wollen. Die Möglichkeit besteht jedenfalls.

Gewerblich tätig (und für das Finanzamt relevant) ist, wer nachhaltig mit gewinnerzielungsabsicht tätig ist. Also wenn Sie z.B. nur Neuwaren verkaufen oder einen ganzen Dachboden leergeräumt haben und verkaufen. Anderenfalls können Sie der Drohung sehr gelassen entgegen sehen.

Bestehen Sie weiter auf die Einhaltung des zivilrechtlichen Weges und lassen sich nicht bedrohen!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2018 | 23:44

Hallo Frau Dr. Seiter,

vielen Dank für die Info. Ob ich die Nötigung zur Anzeige bringe, überlege ich mir noch. Es hängt stark vom weiteren Verhalten des Käufers ab.

Mir ist allerdings der Punkt mit der gewerblichen Tätigkeit nicht ganz klar. Ich verkaufe diverse Artikel, einige sind neu, wie z.B. Artikel aus meiner Modellbausammlung die ich gekauft und unbenutzt im Keller gelagert habe. Die Artikel sind als neu deklariert, weil Sie nicht benutzt worden sind, oder nur kurz getestet wurden ohne Gebrauchsspuren. Jetzt habe ich keine Verwendung mehr dafür und brauche Platz, daher der Verkauf.
Es sind aber auch gebrauchte Artikel dabei, der Werte der Artikel sind dabei sehr unterschiedlich. Von 10EUR bis 1200EUR
Konkret habe ich ca. 25 Transaktionen innerhalb eines Jahres gehabt und dabei ca. 4000EUR umgesetzt. Ich bin seit ca. 12 Jahren bei Ebay angemeldet mit insgesamt ca. 175 Transaktionen.

Aus meiner Sicht ist das keinesfalls ein gewerblicher Verkauf. Wie sehen Sie das?

Was meinen Sie mit "Einhaltung des zivilrechtlichen Weges"?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2018 | 21:27

Gewerblich ist die Tätigkeit, wenn sie nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt. Wenn Sie also gebrauchte Modelle mit Gewinn verkaufen oder mehrere neue Modelle, dann könnte es sich um eine gewerbliche Tätigkeit handeln, auch wenn Sie das anders sehen - das Finanzamt würde das nach einer Anzeige sehr wohl überprüfen.


Es reicht dabei 1 EUR in der Gewinnzone aus.


"Zivilrechtlicher Weg" meine ich, dass Sie einfach sich nicht beeindrucken lassen sollen und auf Zahlung bestehen sollen.

ANTWORT VON

(393)

Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
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Web: http://www.drseiter.de
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