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Ebay Ersatzteil Verkauf


| 16.08.2005 09:53 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir verkaufen des Öfteren Autos oder Autoteile über Ebay und sind dort als Händler angemeldet. Wir haben ein Opel Frontera Getriebe verkauft und dem Käufer angeboten da wir sowieso in der Gegend waren, es ihm zu liefern! Vereinbart war, dass wir das Getriebe nur dann dort lassen, wenn wir das Geld an Ort und Stelle bar bekommen.Dies war nicht der Fall, also haben wir das Getriebe wieder mit genommen. Als wir zu Hause ankamen stellten wir fest, dass das Geld inzwischen auf dem Konto eingegangen war, also schickten wir das Getriebe auf seine Kosten per Versand. Er verweigerte die Annahme und wir blieben auf den Kosten sitzen. Wir teilten ihm mit seinen Vertrag zu erfüllen und sich darum zu kümmern, dass das Getriebe hier abgeholt würde. Statt dessen kam ein Brief von seinem Anwalt, der uns verklagen wollte. Wir blieben dabei, dass wir uns im Recht fühlten und er endlich seinen eingegangenen Kaufvertrag erfüllen sollte. Jetzt kam der Brief vom Gericht wo wir verklagt werden sollen, das Geld heraus zu geben und die Gerichts-und Anwaltskosten zu tragen! Leider hat ein Bekannter von uns ohne unser Wissen in einer Email an den Käufer geschrieben:
"Wenn Sie an dem Getriebe noch interessiert sind, dann überweisen Sie uns 195€ für den verlorenen Arbeitstag und Benzinkosten und Sie bekommen das Getriebe. Wenn Sie bis morgen uns nicht Bescheid geben, überweisen wir Ihnen den Betrag von 1230.- € zurück!" Sind wir nun deswegen im Unrecht???
16.08.2005 | 11:09

Antwort

von


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Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:
1.Mich würde zunächst interessieren, wie Ihr Bekannter dazu kommt, unter Ihrem Namen eine E-Mail zu verschicken. Ist der Mann bei Ihnen angestellt?

2.Die Frage ist insofern relevant, als es tatsächlich sein kann, dass durch das E-Mail dem Käufer ein Rücktritt ermöglicht wurde.

3.Grundsätzlich haben Sie zunächst einen wirksamen Kaufvertrag geschlossen durch Einigung über Preis und Kaufsache. Sie haben eine Bringschuld vereinbart, da Sie von sich aus die Lieferung angeboten haben. Diese haben Sie auch erfüllt, weil Sie das Teil liefern wollten und vor Ort Zug-um-Zug gegen Zahlung des Kaufpreises angeboten haben. Da Sie die Zahlung nicht erhalten haben, konnten Sie das Teil wieder mitnehmen.

Mit Zahlung des Geldes ist nun fraglich, ob Sie nochmals hätten liefern müssen. Da Sie Bringschuld vereinbart haben, müssen Sie nach meiner Ansicht zwar nochmal liefern, aber Sie hätten die zusätzlichen Kosten aus dem Annahmeverzug ( § 298 293 BGB) des Käufers ersetzt verlangen können. Darüber hinaus kämen auch noch Ersatz der Lagerkosten etc hinzu.

4.Jetzt ist aber immer noch die Frage, worauf der Käufer seine Klage stützt. Wenn er sein Geld wieder haben will, kann er dies nur bei Vorlage bestimmter Voraussetzungen:

- bei Ebayverkäufen greift grundsätzlich das Widerrufsrecht des Fernabsatzrechts, § 312b, 312d BGB, wenn Ihr Käufer ein Verbraucher war. Dann kann er innerhalb von 2 Wochen den Vertrag widerrufen.
- sonst hat der Käufer eventuell durch die E-Mail Ihres Bekannten ein Rücktrittsrecht erhalten. Dann müssen Sie den Vertrag nicht rückabwickeln, weil dann der Herr als sog. Vertreter ohne Vertretungsmacht gehandelt hat und dann muß er im Zweifel den Kaufpreis als Schadensersatz erstatten.
- allerdings- und hier kommen wir wieder zu der Eingangsfrage- wenn Sie dem Herren Zugangsdaten zu Ihrem E-Mail-Account gewährt haben, dann könnte Duldungsvollmacht vorliegen und dann haften Sie wiederum.

5.Ich schlage Ihnen dringend vor, einen Kollegen vor Ort aufzusuchen mitsamt der Klageschrift. Der Kollege wird dann die Einzelheiten anhand der ausführlicheren Informationen prüfen können.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
www.anwaeltin-heussen.de


Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2005 | 11:28

Der Bekannte ist befugt für uns diese Emails zu schreiben und hat auch die Auslieferung für uns übernommen, leider hat er uns nichts von dieser Email gesagt, sonst hätten wir schon am Anfang das Geld zurückgezahlt und von der Sache abstand genommen.
Können wir jetzt noch einen Prozess verhindern, wenn wir einfach sofort das Geld überweisen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2005 | 11:50

Sehr geehrter Ratsuchender,

aus Ihrer Formulierung entnehme ich, dass die Klage bereits erhoben wurde. Sie können natürlich den Anspruch anerkennen. Dann müssen Sie aber auch die Kosten tragen, weil Sie ja zuvor den Anspruch bestritten haben.

Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, würde ich aber dennoch einen Kollgenen einschalten. Der Kollege sollte jedenfalls prüfen, ob der Rücktritt rechtmäßig ist. Es gibt noch jede Menge Punkte, die hier zu klären wäre , wie z.B. ist in Ihren AGB etwas zu der Frage Rücktritt geregelt, kann ein solcher nur schriftlich vereinbart werden, erstreckte sich die Vollmacht, die Sie Ihrem Mitarbeiter gegeben haben, überhaupt auf die Vereinbarung eines Rücktrittrechts etc.

Insbesondere aber kann der Kollege eventuell Widerklage auf ERstattung der zusätzlichen Kosten aus dem Annahmeverzug erheben!

Wenn der Kollege zu dem Ergebnis kommt, dass eine Klageerwiderung keinen Sinn macht, so sind die Kosten für diese Prüfung nicht sehr hoch.

WEnn Sie die Sache aber jetzt nur vom Tisch haben wollen, zahlen Sie das Geld zurück.

Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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