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Ebay Betrug - Wie vorgehen

25.05.2009 08:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag,

ich würde gerne etwas wissen.

Angenommen "A" hat bei Ebay Waren verkauft, hat diese aber nicht besessen, konnte somit auch nicht liefern und hat einen Schaden von 6000 Euro verursacht.

Er hat die Käufer informiert, was er getan hat und hat den meisten einen Teil zurückgezahlt, sodass eben noch ca. 6000 Euro offen sind. Es handelt sich um 10 Personen.

Nun hat einer der Käufer einen Anwalt eingeschaltet und möchte seine 520.- Euro direkt zurück, dieser Käufer ist nicht auf Ratenzahlung eingegangen. Anwaltsschreiben liegt vor, in dem die Summe + Anwaltsgebühren gefordert wird. "A" hat den Anwalt angeschrieben und die Zahlung in zwei Raten angeboten. Bisher keine Reaktion.

Verkäufer "A" kann die weiteren Ratenzahlungen für die anderen Käufer nicht mehr leisten, ist arbeitslos und seit 2007 in Behandlung wegen Depressionen / Angststörungen / Panikattacken ... "A" hat diese Tat aus Verzweiflung begangen, bereut dies zu tiefst - er wollte, das es seiner Familie besser geht, er hat eine Tochter und Lebensgefährtin die schwanger ist. "A" will alles wieder in Ordnung bringen, schafft es aber nicht, die Zahlungen zu leisten.

Fragen:

1. Wie sollte "A" vorgehen, falls einer der Käufer Klage einreicht und andere evtl. erst später ? Sollte man dann einen Anwalt einschalten und alles offenlegen? Wie verhält sich dies vor Gericht, wenn z.B. nur 2-3 Käufer vor Gericht gehen und andere erst später Anzeige erstatten? Wie kann man das "unter einen Hut" bringen ohne "A" Nachteile dadurch enstehen zu lassen?

2. Was erwartet "A"? Er ist 30 Jahre alt, keinerlei Vorstrafen. Erwartet ihn eine Geldstrafe oder Bewährungsstrafe?

3. Wie sollte "A" also agieren? Gerade in Bezug auf das Anwaltsschreiben, welches nun vorliegt - dort wird auch gedroht, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Grüsse

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich möchte Ihre Fragen anhand des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:


Zunächst ist deutlich zu unterscheiden von den Zivilklagen der geprellten Käufer und möglicher Strafanzeigen welche durch die Staatsanwaltschaft strafrechtlich verfolgt werden.

1. Hinsichtlich der Zivilklagen der Käufer sollte dringend außergerichtlich versucht werden eine Einigung zu erzielen, anderenfalls entstehen unnötige aber hohe Kosten welche von A zu tragen sind. Ob und wieviele Käufer Strafanzeige erstatten kann nicht beurteilt werden, in den meisten Fällen, schreibt die Staatsanwaltschaft jedoch allle ehemaligen Käufer an und ermittelt so diejenigen welche betrogen worden sind.

2. Betrug ist strafbar und wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet. Bei einem Ersttäter wird noch eine Geldstrafe zu erreichen sein, wobei ich anmerken will, dass der entscheidende Schadensbetrag nicht der noch offene Betrag, sondern der ursprünglich offene Betrag ist, die Rückzahlung wird jedoch im Rahmen der Strafbemessung berücksichtigt.

3. Ich empfehle alles zu versuchen, die einzelnen Käufer außergerichtlich mit Zahlungen oder Ratenzahlungen zu befriedigen, da so die größte Wahrscheinlichkeit besteht, dass keine Anzeige erstattet wird. Sobald A von einem Ermittlungsverfahren gegen sich Kenntnis erlangt sollte er unbedingt einen Rechtsanwalt aufsuchen, damit dieser frühstmöglich Akteneinsicht erhält und die notwendigen Schritte einleiten kann.

Rückfrage vom Fragesteller 25.05.2009 | 13:41

Danke erstmal.

1. Der ursprüngliche Betrag lag über 12.000 Euro, über 7000 Euro wurden zurückgezahlt, da "A" seinen Fehler einsah und zu tiefst bereut. Es wird definitiv Strafanzeigen geben, da "A" die Raten nicht mehr bezahlen kann.

D.h. Sie empfehlen, sobald Strafanzeige erstattet wird und "A" dies erfährt, sollte ein Rechtsanwalt für Strafrecht hinzugezogen werden? Wie ist da dann der Ablauf normalerweise? Was passiert mit "A" genau?

Zeitlich gesehen, wie lange dauert so etwas, bis es zu einem Urteil kommt vor Gericht?

Grüsse

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.05.2009 | 14:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

Der Ablauf stellt sich wie folgt dar:

Es wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Rechtsanwalt nimmt Akteneinsicht und gibt eine Stellungnahme ab. Die Staatsanwaltschaft entscheidet ob durch Strafbefehl entschieden wird oder ob Anklage erhoben wird.

Der Zeitablauf hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, je nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft kann innerhalb weniger Wochen der Erlass eines Strafbefehles erwirkt werden, bei einer Hauptverhandlung und Urteil dauert es meist mehrere Monate.


Mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

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