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Ebay-Betrug / Rechtsanwalt ist untätig (Streitwert zu gering?)

28. Februar 2019 13:01 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


14:58

Zusammenfassung:

Ein Anwalt ist verpflichtet, Sachstandsanfragen zu beantworten und angenommene Aufträge zu erledigen. Seine Aufgabe ist es allerdings nicht, den Gegner zu ermitteln, wenn desse Identität unklar ist, etwa bei ein einer Straftat.

Im Juli des vergangenen Jahres habe ich auf Ebay ein Veranstaltungsticket zum Preis von € 700.- verkauft.
Damit das Ticket rechtzeitig ankommt, habe ich es per Einschreiben noch VOR der Bezahlung an den Käufer versandt. Der Käufer hat jedoch NICHT gezahlt und auf Mails, Brief etc. nicht mehr geantwortet.
Nach einiger Zeit kam das Einschreiben wg. Unzustellbarkeit (Empfänger unbekannt) zurück. Ein Anruf beim Meldeamt der betr. Stadt ergab, dass diese Person weder an der bei Ebay angegebenen Adresse noch überhaupt in diesem Ort wohnhaft ist.
Seitens Ebay konnte ich keine weiterführenden Informationen (IP-Adresse etc) bekommen. Man versichterte mir, dass der betrügerische Käufer ausfindig gemacht werden könnte, allerdings würde Ebay die nötigen Infos nur an einen Rechtsanwalt weitergeben.

Daraufhin habe ich mit einem Rechtsanwalt, mit dem ich schon einmal zusammengearbeitet hatte, Kontakt aufgenommen und er hat mir zugesagt, die Angelegenheit zu übernehmen.
Gegen Ende 2018 habe ich mich mit einem kurzen Mail (nebst Weihnachts-/Neujahrsgrüßen) beim RA in Erinnerung gerufen und gefragt, ob es Fortschritte gäbe. Keine Antwort. Ebenso blieb mein Mail von voriger Woche unbeantwortet. Auch ist der RA nicht zu sprechen (er hat kein Sekretariat und hebt offenbar bei meiner Tel-Nummer nicht ab).

Offenbar hat der RA gar nichts unternommen. Vielleicht ist ihm der Streitwert (€ 700.-) zu gering?

Meine Frage lautet:
macht es Sinn, einen anderen RA für die Angelegenheit zu suchen, oder ist der Streitwert wirklich zu gering? (mir geht es weniger um das Geld als um die Sache, denn ansonsten kann man ja niemandem mehr vertrauen)
UND kann man - falls sich die Sache nicht mehr zu Ende verfolgen läßt - z. B. Identifizierung des betrügerischen Käufers weil inzwischen zu viel Zeit vergangen ist - den säumigen RA belangen? (auch hier geht es mir nicht um das Geld sondern darum, dass ein solches Verhalten inakzeptabel ist)

Vielen Dank!

28. Februar 2019 | 13:51

Antwort

von


(594)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

ob es Sinn macht, einen anderen Anwalt zu suchen, kann ich im Voraus nicht sagen. Wenn sich letzten Endes nicht ermitteln lässt, wer Sie geschädigt hat, ist jede weitere Mühe umsonst.

Nicht korrekt ist natürlich, dass sich Ihr Anwalt nicht bei Ihnen meldet. Diesbezüglich können Sie sich bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer beschweren. Er muss Ihnen in jedem Fall Auskunft zum Sachstand geben, dass er z.B. auf die Antwort von ebay oder auch der Polizei nach einer Strafanzeige wartet. Solange er den Namen und die Adresse Ihres Schädigers nicht kennt, kann er ihn natürlich nicht anschreiben. Er ist nicht verpflichtet, selbst Ermittlungen durchzuführen.

Sie denken dann weiter darüber nach, Ihren Anwalt auf die EUR 700,00 in Regress zu nehmen, wenn er seit der Annahme des Mandates nichts gemacht hat. Dies würde voraussetzen, dass Sie beweisen können, dass bei einer schnelleren Tätigkeit der Schädiger ausfindig gemacht hätte werden können. Dies dürfte schwierig werden.

Da es Ihnen offenbar um das Prinzip geht, wäre die Einschaltung der Rechtsanwaltskammer oder jedenfalls die Drohung damit ein gangbarer Weg. Denn Sachstandsanfragen muss Ihr Anwalt beantworten.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28. Februar 2019 | 14:24

Sehr geehrte Frau Dr. Scheibeler,

vielen Dank für Ihre Antwort und die Infos!
Eine Frage hätte ich noch bzgl. der Höhe des Streitwertes von ca. 700.- € : kann es sein, dass dieser zu gering ist, so dass der RA sich vielleicht deswegen nicht damit befassen möchte weil sich für ihn der Zeitaufwand nicht lohnt bzw. ab welcher Streitwert-Summe hat es überhaupt Sinn, einen RA zu bemühen?
Falls ich etwas unternehme und der RA sagt einfach, der Schädiger konnte nicht ausfindig gemacht werden: wie kann man nachprüfen, ob es stimmt?


Besten Dank und mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28. Februar 2019 | 14:58

Sehr geehrter Fragesteller,

ob ein Streitwert und die hieraus resultierende gesetzliche Vergütung zu gering ist hängt ja auch von dem Aufwand ab, den ein Mandant in der Akte hat. Wenn die Korrespondenz aufwendig wird kann das Mandat durchaus defizitär sein. Der Gesetzgeber begründet die geringe Vergütung bei den kleinen Streitwerten damit, dass eine Querfinanzierung aus den Akten mit den großen Streitwerten erfolgen soll. Ob dies dann in der Praxis funktioniert, ist durchaus umstritten. Wenn der Anwalt sich wegen der zu geringen Vergütung nicht um die Sache kümmern möchte, hätte er entweder das Mandat ablehnen oder eine Honorarvereinbarung über eine höhere Vergütung treffen müssen.

Unsinnig ist es sicher, wegen zweistelligen Beträgen (bis EUR 100,00) zu einem Anwalt zu gegen.

Der Anwalt müsste Ihnen die Schreiben der Staatsanwaltschaft oder von ebay zeigen, wonach der Schädiger nicht zu ermitteln ist. Er ist verpflichtet eingehende Korrespondenz weiterzuleiten. Selber ermitteln muss er wie gesagt nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler

ANTWORT VON

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