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Ebay Auktion Zulässig oder Täuschung ?


10.12.2006 14:35 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Guten Tag,

zur Zeit läuft bei McDonalds die Merry Monopoly Aktion. Dort ist man auf der Suche nach sehr wertvollen Sammelsticks/Aufkleber. Dies schien mir eine gute Grundlage etwas dabei zu verdienen.

Zum Sachverhalt:

Ich habe zur Zeit Auktionen laufen, deren Titelzeile wie folgt ist: Verkauft wird Monopoly Rathausplatz & McDonalds Merry Monopoly Spielplan.

Im Artikeltext steht dann folgendes:

Verkauft wird die Rathauskarte von Monopoly und das Merry Monopoly Spielbrett.

und

Seid ihr auch gerade alle im McDonalds Merry Monopoly Fieber????

Dabei dreht es sich um die seltenen Karten wie auch den HAUPTBAHNHOF. Ich bin im Besitz der Brettspielkarte und biete Sie euch heute an. Ihr könnt diese Karte von mir ersteigern. Aber beeilt euch, denn diese Karte kann sehr viel wert sein.

Es gibt auch einen McDonalds Merry Monopoly Spielplan von 2006 gratis mit dazu.


Weiter unten steht zusätzlich: Um Mißverständnisse vorzubeugen: Es handelt sich um die originale Monopoly Karte.

Wie man daraus sehen kann verkaufe ich eine Monopoly Brettspielkarte aus dem Parker Spiel und ein Merry Monopoly McDonalds Spielbrett, welches man allerdings aus so kostenlos bekommen kann.

Im Artikeltext ist eigentlich alles beschrieben und ich behaupte niemals ich würde einen, sehr wertvollen McDonalds Merry Monopoly Sticker, anbieten sondern nur die originale Karte. Alles andere wäre hineininterpretiert.

Nun zu meiner Frage:

Ist dieser Autkionstext eindeutig bzw. kann ich evtl. von McDonalds oder Ebay wegen Täuschung abgemahnt werden?

Muß ich NOCH genauer den Artikeltext beschreiben oder langt meine Beschreibung aus?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihr Auktionstext ist keineswegs eindeutig - insbesondere schreiben Sie "Verkauft wird [..]das Merry Monopoly Spielbrett." sowie "Ich bin im Besitz der Brettspielkarte."

Auch wenn dann später noch die Ausführungen zu den "Mißverständnissen" kommen - vermutlich kleingedruckt und an überraschender Stelle - wird jedenfalls ingesamt klar der Eindruck erweckt, dass es sich um die McDonalds Karte handelt. Zumal das Wort "originale" in diesem Zusammenhang nicht viel aussagt. Sowohl Parker Monopoly als auch McDonalds Monopoly sind letztendlich "original" Monopoly-Spiele.

Sie geben ja letztendlich selbst zu, dass Sie den Vorsatz haben, durch Ihren verwirrenden Angebotstext mögliche Bieter zu täuschen. Sie dürften daher von der ganzen Auktion letztendlich sowieso nichts haben. Jeder Käufer kann den Vertrag ohne Weiteres anfechten und sein Geld zurückverlangen. Zudem laufen Sie Gefahr, wegen Betruges angezeigt zu werden.

Und natürlich laufen Sie durch die Einstellung einer derartigen Auktion Gefahr, von ebay gesperrt zu werden.

Letztendlich kann ich nur davon abraten, zu versuchen, auf Kosten anderer durch bewusst auf Täuschung ausgelegte Auktionen zu versuchen, einen hohen Preis für eine wertlose Karte zu erzielen ("Aber beeilt euch, denn diese Karte kann sehr viel wert sein."). Wenn es ganz schlecht läuft, besteht auch je nach genauer Aufmachung der Auktion die Gefahr, von einem Käufer auf Lieferung einer entsprechenden McDonalds-Karte in Anspruch genommen zu werden...

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2006 | 18:22

Hallo und danke für die Antwort,

ich habe einen kleinen Fehler im o. g. Text geschrieben.

Ich habe in meiner Auktion nicht Monopoly Spielbrett, sondern Spielplan geschrieben. In keiner meiner Auktionen steht, dass ich die originalen McDonalds Sticker zum Verkauf anbiete, sondern die "Brettspielkarten".

Ist da der Sachverhalt eigentlich nicht klar?

Ich schrieb auch weiterhin das "originale Monopoly" und nicht das "originale McDonalds Merry Monopoly".

Ist diese Abgrenzung eigentlich nicht genügend?

Ich habe auch desweiteren Fragen von evtl. Bietern veröffentlicht, wo genau steht, dass es sich um die Monopoly Brettspielkarte handelt und nicht die Sticker.

Ich dachte eigentlich immer, wenn man den Text nicht versteht, braucht man nicht zu bieten. Es wird ja keiner gezwungen und wenn man den normalen Menschenverstand einschaltet und genau liest, dann ist der Auktionstext auch eindeutig. Der Rest wäre dann hineininterpretiert.

Sie schreiben "Jeder Käufer kann den Vertrag ohne Weiteres anfechten und sein Geld zurückverlangen"

Ich dachte bei Ebay abgeschlossene Auktionen stellen einen verbindlichen Kaufvertrag her, der bindend ist und nicht einfach rückabgewickelt werden kann?

Was denken Sie?

Viele Grüsse.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.12.2006 | 19:06

Zunächst sind bei ebay abgeschlossene Verträge letztendlich verbindliche Verträge wie andere Kaufverträge auch. Im Weiteren gelten aber auch hier die gesetzlichen Vorschriften, wonach die Anfechtung eines Kaufvertrag unter anderem wegen Irrtums sowie wegen arglistiger Täuschung möglich ist.

Und hier eine arglistige Täuschung zu bejahen, fällt ehrlich gesagt nicht weiter schwer, was vermutlich auch ein Gericht so sehen würde.

Wenn Sie nicht die Absicht hätten, jemanden zu täuschen, würde Ihr Auktionstext vermutlich lauten: "Ich habe aus einem alten Parker Monopoly Spiel noch eine Karte "Hauptbahnhof" gefunden. Evtl. kann jemand diese als Ersatzkarte für sein Spiel gebrauchen. Die Karte ist in einem guten Zustand. Viel Spass beim Bieten." Und Sie würden auf die Frage, ob es sich um die Gewinnspielkarte handelt, folgendes antworten: "Nein."

Dass die Bieter sich zudem getäuscht fühlen, ist schon dadurch offensichtlich, dass die Gebote in Höhen schnellen, die eine "Parker Monopoly Karte" niemals auch nur ansatzweise erzielen würde.

Mein deutlicher Rat ist, die Geschichte sein zu lassen (bzw. den Auktionstext wie von mir vorgeschlagen zu ändern), bevor Sie sich noch wirklichen Ärger einhandeln. "Gewinn" können Sie bei dieser Angelegenheit nur erzielen, wenn die Höchstbietenden auf die ihnen zustehenden Rechte verzichten und Ihnen den Auktionsbetrag ohne Weiteres bezahlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies eintreffen wird, halte ich insbesondere bei den Summen, die offenbar bei diesen Angeboten geboten werden, für eher unwahrscheinlich. Dagegen ist insbesondere, da Sie offenbar mehrere Auktionen dieser Art eingestellt haben, die Gefahr nicht gerade klein, dass Sie am Ende nicht nur Geld zurückzahlen müssen, sondern (möglicherweise) auch noch z.B. für Anwaltskosten der Käufer bzw. weitere Schadensersatzforderungen aufkommen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

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