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Ebay Auktion - Zinn Konvolut ersteigert, mehrheitlich Blei und Zink erhalten

14.10.2015 17:39 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Zusammenfassung:

Der Ausschluss einer Warenrücknahme bei Internetauktionen von einem Privatverkäufer ist unwirksam, wenn dieser den Käufer über die Ware arglistig getäuscht hat.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe bei Ebay auf drei Auktionen geboten und für gesamt etwa 257,99 + 22,47 Euro Versandkosten gewonnen. Dabei ging es laut Überschrift immer um Zinn- Konvolut mit unterschiedlichen Gewichtsangaben.

Bei dem von mir nachgefragten Fall ging es um laut Überschrift um:

Zinn- Konvolut, 16.5 kg

Der Text der Beschreibung des Verkäufers lautet dann wie folgt:

Sie bieten hier auf ca. 16,5 kg Zinn-Konvolut.

-bestehend aus viele Einzelteile einige defekt , andere heile
- wird als Schrott verkauft
- einige sind gestempelt,einige nicht
- wird als Konvolut verschiedenster Metalle angeboten
- siehe Bild

Privatverkauf keine Garantie, keine Rücknahme

Die ersteigerte Ware traf dann am 08.10.2015 bei mir ein. Ich öffnete das erste Paket und stellte fest, das nur knapp 3 kg Zinn enthalten waren, der Rest etwa 13,5kg aus Blei und Zink bestand.

Zur Erklärung, Zinn wird von Schrotthändlern derzeit für zwischen 7-8 Euro je kg angekauft, Blei und Zink für unter 1 Euro je kg.

Ich schrieb der Verkäuferin dann am 12.10.2015 über das Ebay System folgende Nachricht:

Hallo Frau ....., ich hatte ihnen vor 4 Tagen bereits folgende Nachricht geschickt. Ich bitte um eine Reaktion...
Hallo Frau ......, ich habe heute das Paket erhalten und muss ihnen mitteilen das ich absolut unzufrieden bin. Es kann doch wohl nicht sein, das sie in der Überschrift der Auktion ein Zinnkonvolut anbieten, das aber nur 3kg Zinn enthalten sind. Der Begriff Zinn Konvolut besagt eigentlich auch wenn andere Metalle enthalten sein können, wie sie angeben, das der größte Anteil Zinn ist und nicht Blei oder Zink. Ansonsten hätten sie es als Zink u. Blei Konvolut kennzeichen müssen. Sie haben aus meiner Sicht hier falsche Tatsachen vorgetäuscht, daher möchte ich ihnen die Ware zurücksenden und mein Geld zurück. Ich bin zumindest bereit das Porto zu tragen. Selbiges gilt für die beiden anderen Pakete, die ich noch nicht geöffnet habe. Ich kann mir vorstellen das es da nicht anders mit dem Inhalt aussieht. Ich erwarte ihre baldige Rückantwort, mit freundlichen Grüßen

Ich erhielt dann folgende Nachricht:
Neue Nachricht von: xxxxxxx
in der artikelbeschreibung steht, wird als konvolute verschiedenster metalle angeboten, , mfg


Nun meine Fragen:

Liege ich mit meiner Auffassung richtig, wenn ein Konvolut so angeboten wird wie beschrieben, das dann davon mindestens 50% Zinn drin enthalten sein müssen? Oder ist die Antwort der Verkäuferin korrekt?

Wie müsste ich dann weiter vorgehen?
Anzeige bei der Polizei wegen Betrug stellen, oder direkt vor Ort zu einem Rechtsanwalt?
Es geht etwa um 260 Euro Streitwert gesamt. Ich bin nicht Rechtschutzversichert, mit welchen Kosten müsste ich rechnen?
Wenn es zu einem Prozess käme, wo würde diese sattfinden, am Wohnort der Verkäuferin?
Müsste ich oder ein Rechtsanwalt dafür 250 km Strecke auf sich nehmen?
Besteht eine Chance das ich auf dem Rechtsweg recht bekommen würde?
Wie hoch schätzen sie die Erfolgsausicht dafür ein?

Oder wäre es besser und kostengünstiger das ganze als Dumm gelaufen zu verbuchen?

Danke im Voraus für die Beantwortung der Fragen?

Sehr geehrter Mandant,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen gerne verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Zunächst einmal ist es möglich und üblich, bei einer Internetauktion von privat einen Ausschluss der Warenrücknahme zu vereinbaren. Dies gilt allerdings in der Tat nicht, wenn der Verkäufer den Käufer arglistig täuscht.

Vorliegend würde ich die Lage so einschätzen, dass Sie dahingehend recht haben, dass bei den gemachten Angaben trotz der Einschränkung, dass es sich um "verschiedenste Metalle" handele, zumindest der überwiegende Teil aus dem Metall bestehen sollte, das beworben wurde - hier also Zinn.
Die vorsätzliche, also arglistige, Täuschung wird umso wahrscheinlicher, je niedriger der Zinnanteil tatsächlich ist.

Sie schreiben allerdings weiterhin, dass Sie die anderen beiden Pakete noch gar nicht geöffnet haben. Um also sicher zu gehen, dass Sie mit Ihrem Verdacht richtig liegen, würde ich Ihnen dringend dazu raten, diese Pakete gleichfalls zu öffnen und deren Inhalt zu prüfen. Hierdurch vertun Sie sich nichts, angenommen haben Sie die Lieferung erst einmal ohnehin.

2.
Sie können beides tun - einen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen und zugleich Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Die Anzeige kann auch ein von Ihnen beauftragter Rechtsanwalt verfassen. Da er hierfür jedoch gesonderte Gebühren abrechnen kann und Sie gerne Kosten sparen möchten, würde ich Ihnen dazu raten, selbst Anzeige zu erstatten. Die Anzeige ist dadurch nicht ´"weniger wirksam". Zuständig ist jede Polizeidienststelle, also auch die bei Ihnen direkt vor Ort, notfalls erfolgt eine Abgabe zuständigkeitshalber.

3.
Da die Verkäuferin privat gehandelt hat, wäre sie in der Tat an ihrem Wohnort, also offenbar 250 km von Ihnen entfernt zu verklagen. Da der Streitwert unterhalb von 600 € liegt, wird das befasste Gericht regelmäßig ein schriftliches Verfahren anordnen, so dass Sie oder ein von Ihnen beauftragter Rechtsanwalt nicht anreisen müssten, hierdurch könnten Sie weitere Kosten sparen.
Allerdings könnte die Beklagte auf Wunsch eine mündliche Verhandlung beantragen. Um insofern sicher zu gehen, können Sie selbstverständlich auch gezielt nach einem Rechtsanwalt suchen, der den Fall "auf die Entfernung" für Sie annimmt und im Verfahren vertritt. Sofern das Gericht Ihr persönliches Erscheinen nicht anordnet, müssen Sie dann nicht anreisen.

Für die Klageerhebung müssen Sie Gerichtskosten in Höhe von 105,00 € und Rechtsanwaltskosten in Höhe von 157,68 € investieren.

4.
So wie Sie den Fall schildern, halte ich Ihre Erfolgschancen für sehr gut. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie keine wesentlichen Informationen verändert wiedergeben oder weglassen. Außerdem setze ich voraus, dass die noch ungeöffneten Pakete gleichfalls nicht der Artikelbeschreibung entsprechen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Sollten Sie sich für ein gerichtliches Vorgehen entscheiden und die Gegnerin sich im Köln-Bonner Raum (Ortsansässigkeit meiner Kanzlei) befinden, können Sie sich zwecks Beauftragung gerne an mich wenden, falls gewünscht.

Mit freundlichen Grüßen

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