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EU Insolvenzerecht


| 06.03.2006 19:05 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Ich bin seit 2003 insolvent, jetzt in der Wohlverhaltensphase. Ich bin selbständig. Ich bin Engländer und habe die Möglichkeit wieder nach England zurückzugehen und dort selbständig zu arbeiten.
Werde ich dann nach dem englischen oder deutschen Insovenzrecht weiterbehandelt?
Ich werde ja sicher nach dem englischen Steuerrecht veranlagt werden.Mein Insolvenzverwalter sagte mir, daß ich trotzdem alle Einnahmen weiterhin über ihn laufen lassen müsste und weiterhin bei einem deutschen Amtsgericht geführt werde.

Werde ich dann, wenn es so sein sollte in England in einer Insolvenzliste geführt und muss ich dann nicht das englische Insolvenzrecht einhalten?
Es gibt bei beiden Systemen große Unterchiede.
Wie würde es sich in meinem Fall auswirken, wenn ich in das englische Insolvenzsystem fallen würde? Z.B.ist die Insolvenzeit in England deutlich kürzer als in Deutschland.

Ich finde es sehr unklar dass mann in England wohnt,arbeitet und Steuerbezahlt aber unter deutscer Insolvenzerecht!
R
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihrer online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehmen möchte:

Nachdem das Insolvenzverfahren über Ihr Vermögen in Deutschland eröffnet wurde, wird das deutsche Insolvenzrecht trotz Ihrer Umsiedlung nach England fort gelten. Denn nach Art. 4 der Europäischen Insolvenzordnung (EuInsVO), die auch in England Anwendung findet, gilt für das Insolvenzverfahren und seine Wirkungen das Insolvenzrecht des Mitgliedstaats, in dem das Verfahren eröffnet wird. Gemäß Art 16 ist ein eröffnetes Insolvenzverfahren in allen übrigen Mitgliedsstaaten anerkannt, sobald die Verfahrenseröffnung wirksam ist und hat damit gemäß Art. 17 EuInsVO gleiche Wirkungen wie im Staat der Verfahrenseröffnung. Das deutsche Insolvenzrecht wird somit automatisch auf alle übrigen EU-Mitgliedsstaaten ausgedehnt und regelt auch dort die verfahrensrechtlichen und materiellen Wirkungen des Insolvenzverfahrens. Mithin wird es keine Rolle spielen, ob Sie nach dem englischen Steuerrecht veranlagt werden.

Weiterhin wird der deutsche Treuhänder entsprechend den Regelungen des Art. 4 Abs. 2 b, c EuInsVO den pfändbaren Anteil Ihrer Bezüge einziehen können.

Eine öffentliche Bekanntmachung über den wesentlichen Inhalt der Entscheidung über die Verfahrenseröffnung in England bzw. jedem anderen Mitgliedsstaat wird nur auf Antrag des Verwalters bzw. Treuhänders erfolgen (Art. 21 EuInsVO). Weiterhin wird eine öffentliche Bekanntmachung in den öffentlichen englischen Registern, wie Grundbuch und Handelsregister nur auf Antrag des Verwalters erfolgen, wenn nicht England bereits eine obligatorische Eintragung vorsieht (Art. 22 EuInsVO).

Nachdem das deutsche Insolvenzrecht aufgrund der Verfahrenseröffnung in Deutschland Anwendung findet,werden Sie die maßgeblich die Bestimmungen der InsO einhalten müssen. Im Übrigen unterscheiden sich deutsches und englisches Insolvenzrecht hinsichtlich der geltenden Fristen zur Erlangung der Restschuldbefreiung erheblich: während nach der InsO eine Restschuldbefreiung grundsätzlich erst nach 6 Jahren erteilt werden kann, ist dies in England bereits nach 12 Monaten möglich.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Jutta Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 07.03.2006 | 09:05

Hello und Dankeschön.
Ich könnte auch nach USA zu meine Mutter umziehen aber das ist nicht was ich will.Dort siehts wahrscheinlich anders aus !

Wie bereit von Ihre Erfahrung sind Verwalter bzw Glaügiger ein vergleichs angebot anzunehmen?und was ist realastisch?
Redet mann von x% oder von Summen.
Meinen Eltern wollen mir helfen aber wir wissen nicht wie wir vorgehen sollen.
Ich möchte so gerne diese Insolvenze "label " weg bekommen
I hope that is not too much for a " nachfrage "
KR

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.03.2006 | 10:51

Sehr geehrter Fragesteller,

allgemeingültige Angaben hinsichtlich des Vergleichsangebotes können zwar nicht getroffen werden. Erlangen die Gläubiger jedoch beispielsweise derzeit eine Teilbefriedigung aufgrund der abgetretenen pfändbaren Bezüge entsprechend ihrer Quote an der Gesamtverschuldung, werden sie einen Vergleichsvorschlag ggf. dann akzeptieren, wenn die angebotene Summe annähernd dem entspricht, was sie in der Restlaufzeit der Wohlverhaltensphase bei gleich bleibenden Bezügen quotenmäßig erhalten würden. Die Summen könnten zunächst auch sehr viel niedriger angesetzt werden unter Hinweis darauf, dass bei einer Einmalzahlung die Gläubiger nicht das Risiko einer Einkommensverschlechterung zu tragen haben. - Ob ein Vergleich mit den Gläubigern über den Insolvenzverwalter zustande kommt, wird letztlich von Ihrem Verhandlungsgeschick abhängen, weshalb Sie sich hier ggf. anwaltlich vertreten lassen sollten.

Mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

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