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ESt 2014 - Doppelte Haushaltsführung und Zusammenveranlagung trotz Trennungsjahr?

07.02.2016 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 01.01.2014 lief offiziell das Trennungsjahr zwischen meiner Ex und mir. Scheidung am 10.04.2015. Das habe ich dem FA auch so angezeigt.

Da ich in 2014 Einkünfte von ca. 51.000 Euro, aber meine Ex nur i.H.v. ca 500 Euro, musste ich natürlich - trotz Trennung - weiterhin für alle Lebenshaltungskosten für quasi Eheleute bzw. "Lebensgemeinschaft" (meine Bezeichnung) aufkommen. Da ich 200 km entfernt arbeitete, hatte ich eine beruflich begründete Zweitwohnung. Wir hatten ESt-Klassen V und III. Das war mit meiner Ex so vereinbart.

Meine Ex hatte sich dann aber geweigert, die ESt-Erklärung 2014 zusammenveranlagt mit mir abzugeben, also habe ich alleine für zusammenveranlagte Eheleute abgegeben und dem FA ein Schreiben mit Begründung ("Schikane seitens meiner Ex", "Verstoß gegen Treu und Glauben") begelegt, warum die Unterschrift meiner Exfrau fehle und dass "ich ihre Existenz in 2014 nahezu vollumfänglich und alleinig gesichert habe".

Der Finanzbeamte hat nun sowohl die doppelte Haushaltsführung als auch die Zusammenveranlagung nicht gelten lassen bzw. abgelehnt:

"Die Aufwendungen anlässlich einer doppelten Haushaltsführung können ab 2014 nicht mehr abgezogen werden, da die Voraussetzungen nicht mehr vorlagen. Nach Ihren Angaben leben Sie von Ihrer Ehefrau seit 01.01.2014. Daher ist auch eine Zusammenveranlagung für 2014 nicht mehr möglich."

Für 2014 hatte ich an jedem Wochenende Heimfahrten, etc. angegeben. Jetzt habe ich statt einer Erstattung jedoch eine immense Nachzahlung zu leisten.

Habe ich bei einem Widerspruch Aussicht auf Erfolg und wo und wie kann ich diesen ggf. am besten durchsetzen? Lohnsteuerhilfeverein, Steuerberater oder RA für Steuerrecht? (Eine Rechtsschutzversicherung habe ich seit 4 Monaten leider nicht mehr und habe natürlich wegen möglicher Kosten Bedenken.)

Danke und MfG.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Folgendes ist zu beachten. In dem auf die Trennung folgenden Kalenderjahr können Sie die gemeinsame Veranlagung nicht mehr wählen, da die Grundlage hierfür - gemeinsame Lebensführung, ein Partner geht einer Erwerbstätigkeit nach und der andere Partner trägt zum "Erfolg" der Beziehung bei indem er bspw. die Kindererziehung übernimmt - nicht mehr besteht. Insofern sehe ich keine Grundlage für ein erfolgreiches Vorgehen hinsichtlich der gemeinsamen Veranlagung.

Unabhängig hiervon ist jedoch die doppelte Haushaltsführung zu beurteilen. Diese setzt voraus, dass Sie zwei Wohnungen unterhalten, eine am Ort des Lebensmittelpunktes und eine weitere in der Nähe des Arbeitsortes. Warum diese Voraussetzungen nicht mehr vorliegen sollen, vermag ich hier nicht zu erkennen.

Gegen diese Position können Sie meines Erachtens also sehr wohl erfolgreich vorgehen.
Ob Sie einen Steuerberater oder einen Rechtsanwalt beauftragen, macht hinsichtlich der Kosten keinen Unterschied. Zwecks einer adäquaten Begründung rate ich Ihnen an, einen Berufsträger zu mandatieren. Ob ein Lohnsteuerhilfeverein hier qualitativ die gleiche Arbeit leisten kann, vermag ich nicht zu beurteilen, ob dieser - wenn Sie nicht bereits Mitglied sind - dieses Mandat überhaupt übernehmen darf bzw. kann, kann ich ebenfalls nicht beurteilen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2016 | 18:00

Sehr geehrter Herr RA Busch,

hängt das nicht beides untrennbar zusammen - Zusammenveranlagung und doppelte Haushaltsführung? Eine Partnerin, von der ich mich getrennt habe, kann ja nicht der Grund sein, den Lebensmittelpunkt 200 km weit entfernt vom Arbeitsplatz zu belassen. Sie hätte zwar anders auch eine Wohnung haben müssen, für die ich letztendlich bezahlt hätte, aber dann hätte ich an den Wochenenden dafür nicht mehr pendeln müssen. (So sieht das sicherlich das FA.) Ich musste in meiner ex-"ehelichen" Wohnung nach dem Rechten schauen. "Bett und Tisch" (wegen Scheidung) waren getrennt. Ansonsten hatte ich dort niemanden, keine Engagements und keine Verpflichtungen, sondern nur Freunde.

Herzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.02.2016 | 18:30

Das kann sich decken, muss es aber nicht. Ihr Lebensmittelpunkt wird nicht nur durch die Ehe, sondern auch durch Familie, Freunde, Kinder etc. geprägt. Insofern muss man dies getrennt betrachten.

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