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ERBENGEMEINSCHAFT NACH 20 JAHREN AUFLÖSEN - MUTTER ERPRESST MICH

| 09.01.2015 20:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Grundsätzlich ist die Erbengemeinschaft auf Auflösung gerichtet. Die Auseinandersetzung hat in einem Rutsch zu geschehen. Ausnahmetatbestände sind sehr eng, beispielsweise durch eine im Testament angeordnete Dauertestamentsvollstreckung. Eine solche muss auch ordnungsgemäß durchgeführt werden.

SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,
MEIN FALL, ICH BIN 45 JAHRE, FLUGLEHRER, HABE MIT MEINER MUTTER NACH DEM TOD MEINES VATERS EIN SEHR HOHES ERBE ERHALTEN, ERBENGEMEINSCHAFT, ES GEHT UM EINIGE MILLIONEN EURO.
ICH LEBE SEHR SPARSAM JEDOCH HABE ICH JETZT FAM, GÖNNE MIR AUCH EINEN GUTEN URLAUB, HAUS UND ICH BIN 40KM VON MEINER MUTTER WEGGEZOGEN, DA MEINE MUTTER 70 JAHRE MICH IMMER KONTROLLIEREN WILL, SIE VERWALTET AUCH DAS GELD, WAS ICH ABER ANLEGEN MUSS, ABER SIE WOLLTE ALLES AUF IHREM KONTO.
DAVON ZAHLTE ICH MEINE FLUGAUSBILDUNG UND MEIN LEBEN, WENN ES ENG WURDE MIT DEM GEHALT.
JETZT WO ICH EINE LIEBE FRAU GEHEIRATET HABE, MIT DER SIE NICHT KLAR KOMMT, SIE WILL MICH WIEDER ALLEINE HABEN UND ICH SOLL BEI IHR IM HAUS WOHNEN , MIR GRUSELT VOR JEDEM BESUCH, SIE JAMMERT ODER ERPRESST.
JETZT WO ICH GELD BRAUCHE, WILL SIE MICH AUSHUNGERN LASSEN BEINHART. KANN ICH NACH 20 JAHREN GELD-ERBE ERBENGEMEINSCHAFT LÖSEN LASSEN UND WIE LANGE WIRD ES DAUERN ? SIE WILL IMMER BESTIMMEN, WAS ICH MIT DEM GELD MACHEN DARF ODER NICHT. SCHLIMM - ICH MUSS EINEN NEUEN WEG FINDEN, FREUE MICH AUF IHRE INFO. MUSS ICH DAS GELD WAS ICH FÜR AUSBILDUNG BRAUCHTE AUCH ABZIEHEN ? CA. ALLES IN EINEM VERBRAUCHTE ICH GUTE 300.000,- AUSBILDUNG 100.000,. REST AUTOS USW.

Sehr geehrter Fragensteller!

Grundsätzlich ist eine Erbengemeinschaft immer auf (zeitnahe) Auflösung gerichtet. Ausnahmen bildet neben der Nachlassinsolvenz nur die Nachlassverwaltung durch die Testamentsvollstreckung. Beide letzteren müssen durch den Erblasser im Testament angeordnet worden sein.

Fraglich ist, ob Ihre Mutter tatsächlich als Testamentsvollstrecker berufen worden ist (dann gibt es auch vom Nachlassgericht ein Testamentsvollstreckerzeugnis), oder ob sich diese nur faktisch hierzu aufschwingt, ohne es wirklich zu sein. Ist Ihre Mutter tatsächlich Testamentsvollstreckerin müsste im zweiten Schritt geklärt werden, was die Auflösende Bedingung ist, zu welchem Zeitpunkt die angeordnete Testamentsvollstreckung enden soll. Möglich ist hierbei der Tod eines der Miterben oder des Testamentvollstreckers, §§ 2209, 2210 BGB.

Wenn keine Testamentsvollstreckung (in Form der sog. Dauertestamentsvollstreckung) angeordnet ist, oder lediglich in Form der Abwicklungstestamentvollstreckung, hat die Erbengemeinschaft so schnell wie möglich die Nachlassverbindlichkeiten zu begleichen und den restlichen Nachlass zu liquidieren. Wenn dann alles zu Geld gemacht worden ist, wird der Nachlass geteilt und die Erbengemeinschaft aufgelöst. Grundsätzlich haben keine Teilauseinandersetzungen zu erfolgen, so wie anscheinend bei Ihnen geschehen, sondern nur eine große Auseinandersetzung zum Schluss. Haben Sie das Geld für Ihre Ausbildung und Lebensführung als Teilauseinandersetzung aus der Erbschaft (und nicht zum Beispiel als Unterhaltsleistungen Ihrer Mutter) erhalten, kürzt sich insoweit natürlich Ihre Ansprüche aus der Auseinandersetzung. Die Zahlungen wären wie ein Vorschuss zu sehen, die vom der Schlusssumme vorher abzuziehen sind. Nebenbei: Das Geld gehört auf ein Konto der Erbengemeinschaft, nicht auf’s Konto Ihrer Mutter. Ich habe momentan den Eindruck, Ihre Mutter macht einfach was sie will und für richtig hält. Hierbei hält sie sich wahrscheinlich nicht wirklich an die testamentarischen Anordnungen, erst recht nicht an die Grundsätze einer ordnungsgemäßen Testamentsvollstreckung.

Jeder Erbe kann grundsätzlich die Auseinandersetzung der Erbschaft fordern. Probleme geschehen in der Praxis zumeist, weil keine einvernehmliche Lösung für die Übernahme/Kauf von Häusern oder Unternehmensbeteiligungen gefunden werden. Letztendlich gibt es jedoch auch hier die Möglichkeit eine Liquidierung zu erzwingen. Beispielsweise durch eine Teilungszwangsversteigerung. Aufgrund der aktuellen Immobilienpreise ist dieses (im Gegensatz zur Vergangenheit) nicht immer unterhalb des Verkehrswerts.

Sind die Beteiligten sich einig, ist eine Teilung der Erbengemeinschaft auch binnen weniger Wochen, ja sogar Tage möglich. Gibt es jedoch Streit über den Verkauf/Übernahme der einzelnen Vermögensgegenstände (auch durch einen Miterben möglich) muss im Rahmen zur Durchsetzung von Verwaltungsmaßnahmen Ihre Mutter für jeden einzelnen (bedeutenden) Gegenstand zunächst auf Zustimmung verklagt werden. Eine Klage vor dem Landgericht dauert in erster Instanz zwischen 8 Monaten und mehreren Jahren. Wenn dann nur noch Geld vorhanden ist, geht die Teilung dann regelmäßig einvernehmlich bzw. müsste ansonsten mit einer letzten Klage durchgesetzt werden.

Sie sollten sich in der gesamten Angelegenheit von einem Anwalt vor Ort vertreten lassen. Gerne stehe ich Ihnen hierzu zur Verfügung. Nach Einblick in die Nachlassakte beim Amtsgericht durch mich oder einen sonstigen Rechtsanwalt sind dann Ihre Rechte und Pflichten aus der Erbengemeinschaft bekannt. Im zweiten Schritt wären diese dann zunächst außergerichtlich, möglichst im Wege mediativer Verhandlungen (Mediatoren-Ausbildung), durchzusetzen. Erst wenn das nicht hilft, wäre durch verschiedene Mittel prozessualer und finanzieller Druck gegenüber Ihrer Mutter aufzubauen und im Klageweg Ihr Recht durchzusetzen.

Bewertung des Fragestellers 10.01.2015 | 15:08

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"Sehr rasche hilfreiche Antwort, die mir jetzt auch einen guten Überblick und eine gute Hilfeleistung gibt. Einige Sorgen kann ich dadurch jetzt vergessen und mit neuer Kraft die Konfrontation mit meiner Mutter suchen. Ich bin begeistert von diesem Anwalt und werde ihn sicher weiterempfehlen. Vielen Dank und Viel Erfolg "
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