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EC Kartenbetrug


| 03.10.2007 00:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Hallo,
meine Freundin hat vor drei Jahren mit einer fremden EC Karte in über 125 Fällen damit eingekauft, Gesamtschaden ca. 21000 Euro.Sie hat in der zwischen Zeit mit ein paar Geschädigten Firmen Rückzahlungen vereinbart und diese auch Monat für Monat bezahlt.Sie ist ledig, arbeitslos, 27 Jahre alt und hat zwei kinder.Keine Vorstrafen, bzw. auch danach nichts gemacht.
Da in vier Wochen die Verhandlung ist, möchte ich gerne Wissen was auf sie zukommen kann.
Geldstrafe ?
Bewährungsstrafe oder Freiheitsstrafe.
Ich bitte um Ihre Hilfe

Mfg

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Sehr geehrter Ratsuchender,

der Missbrauch fremder EC Karten erfüllt den Tatbestand des Betrugs nach § 263 StGB und wird mit einer Geldstrafe oder einer
Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren Dauer geahndet. Dies stellt den Strafrahmen dar. In besonders schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren liegen. Ein schwerer Fall liegt aber nur dann vor, wenn jemand den Betrug gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande betreibt. Dies liegt hier wohl nicht vor.

Wer den Lastschriftbeleg mit falschen Namen unterschreibt, macht sich zusätzlich noch der Urkundenfälschung gemäß § 267 StGB schuldig. Das Strafmaß verhält sich hier ähnlich wie beim Betrug.

Das tatsächliche Strafmaß legt das zuständige Gericht fest. Hier sollte unbedingt spätestens in der Hauptverhandlung zum Ausdruck gebracht werden, wie sich die familiären und finanziellen Verhältnisse darstellen. Zum Ausdruck gebracht werden sollte auch, dass wohl nicht mehrere EC Karten im Spiel waren. Auch wird zugunsten Ihrer Freundin bei der Festlegung des Strafrahmens zu berücksichtigen sein, dass diese bisher nicht vorbestraft ist, sie die Taten wohl vollumfänglich einräumt und mit ihren Mitteln versucht bzw. versucht hat, einen Teil des Schadens wieder gutzumachen. Hier sollten ggf. zur Hauptverhandlung entsprechende Belege mitgebracht und vorgelegt werden. Auch sollte betont werden, dass in der Zwischenzeit – wohl in den letzten drei Jahren – auch nicht vorgefallen ist. Negativ wird natürlich die Vielzahl der Taten ins Gewicht fallen sowie der doch recht beträchtliche Gesamtschaden.

Eine Einschätzung des zu erwartenden Strafmaßes wird naturgemäß im Vorfeld recht schwierig sein. Ich denke, dass hier eine Geldstrafe im höheren Tagessatzbereich (was das primäre Ziel sein sollte) oder eine nicht zu hohe Haftstrafe erwartet werden kann, wobei aufgrund der dargelegten Umstände in diesem Fall die Haftstrafe wohl zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr
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