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EBay-Ich soll negative Bewertung zurücknehmen


| 11.03.2007 15:23 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 06.02.07 wurde ich wegen fehlender Widerrufsbelehrung bei EBay-Auktion abgemahnt. Ich bin bei EBay als Privatverkäufer (50 Bewertungen) angemeldet und hatte zum damaligen Zeitpunkt ca. 30 neue Artikel verkauft.
Der Shopbetreiber (Abmahner) hatte bei mir einen gleichen Artikel ersteigert, den er bei EBay selbst zum Verkauf anbietet. Kurz darauf erfolgte die Abmahnung.
Die Unterlassungserklärung habe ich abgegeben und auch die Anwaltskosten in Höhe von ca. 550,00 EUR gezahlt.

Anfang März habe ich dem Abmahner eine negative Bewertung gegeben.
Text der negativen Bewertung: „++ ABMAHNER ++ Kauf erfolgte nur zum Zweck der Abmahnung ++“

Am 10.03.07 erhielt ich vom Anwalt, der auch die Abmahnung bearbeitet hat, die Aufforderung die negative Bewertung bis zum 09.03.07 zurück zunehmen, da dies nur eine Reaktion auf die angefallenen Abmahnkosten sei. Diese Frist konnte ich nicht einhalten, da Fristsetzung und Poststempel identisch sind.

Weiterhin wird mir vorgeworfen, dass ich unter dem Deckmantel des Privatmanns gewerblich tätig bin. Dieser Aussage muss ich widersprechen, da ich nach der Abmahnung keine Artikel mehr bei EBay anbiete und auch nicht vorhabe gewerblich tätig zu werden.
Aus dem Gesichtspunkt der unerlaubten Handlung soll ich zudem Anwaltskosten in Höhe von 190,00 EUR tragen.
Die Shopbetreiberin ist nach Abgabe der negativen Bewertung nicht mit mir in Kontakt getreten, sondern hat direkt ihren RA eingeschaltet.

Wie soll ich mich verhalten?

Negative Bewertung zurücknehmen und Anwaltskosten nicht zahlen?

Negative Bewertung nicht zurücknehmen und die Gefahr einer richterlichen Entscheidung hinnehmen?

Negative Bewertung zurücknehmen und Anwaltskosten zahlen?

Mit freundlichen Grüßen
11.03.2007 | 16:27

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Ich neige dazu, Ihnen zu raten, die negative Bewertung gegenüber eBay zurückzunehmen und die Anwaltskosten nicht zu bezahlen.

Angenommen Sie gehen so vor, so besteht das Risiko, dass der Rechtsanwalt einen Mahnbescheid beantragt. Sollte dies der Fall sein, so können Sie gegen diesen immer noch Widerspruch einlegen.

Sollte Sie daraufhin der Rechtsanwalt aus "unerlaubter Handlung" gerichtlich in Anspruch nehmen wollen, so könnte Ihre Klageerwiderung wie folgt aussehen:

Bei der Eintragung der Bewertung:

" ++ABMAHNER++Kauf erfolgte nur zum Zweck der Abmahnung++"

handelt es sich um eine wahre Tatsachenbehauptung. Jedenfalls in Hinsicht auf den von Ihnen bewerteten Kauf ! Sie haben also nur die selbst gemachten Erfahrungen veröffentlicht.

Dies sollte auch keine Schmähkritik sein, um den Betroffenen in der Öffentlichkeit herabzuwürdigen.

Bei dem bewerteten Kauf handelte es sich offensichtlich um einen Testkauf, um Ihre Adresse zum Zwecke einer Abmahnung herauszufinden. Fraglich ist ohnehin, ob es sich überhaupt um eine negative Bewertung handelt.

Schließlich hat der Käufer durch seinen Testkauf zum Zwecke der Abmahnung mehr oder minder nur von seinem guten Recht Gebrauch gemacht. Weshalb regt er sich darüber auf, wenn andere eBay - Kunden erfahren, mit welchen Geschäftsmethoden er dort agiert.

Ich meine, dass Sinn und Zweck des Bewertungssytem durch Ihren Eintrag nicht mißbraucht wurden.

Um jedoch das Kostenrisiko zumindest zu minimieren, rate ich dazu, die Bewertung zurückzunehmen.

Sie sollten jedoch aus Gründen der Rechtsklarheit schriftlich per Einschreiben mit Rückschein klar machen, dass Ihr Einverständnis mit der Löschung der Bewertung aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgt. Argumentieren Sie wie bereits ausgeführt.

Ich muss Sie allerdings darauf hinweisen, dass bei beschriebenem Vorgehen ein Restrisiko bestehen bleibt, nämlich wenn es doch noch zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Rechtsanwaltskosten kommen sollte.

Das Risiko wäre jedoch bei Alternative ( 1 ) zumindest deutlich minimiert.

Vor Gericht fänden Sie übrigens mit der Behauptung, dass Sie nicht gewerblich tätig waren, kaum Zustimmung, da Sie bereits die Unterlassungserklärung unterschrieben haben und dies vom Richter wohl als deklaratorischen Schuldanerkenntnis dahingehend ausgelegt werden würde, dass Sie zumnindest gewerblich tätig waren.

Last but not least darf ich Ihnen zum Thema noch die Lektüre meines jüngst veröffentlichten Artikels " Meinungsfreiheit contra Geschäftsinteressen ? " raten. Den Artikel finden Sie oben neben dem Foto unter: " Veröffentlichte Artikel..."

Ich hoffe Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben, weise auf die kostenfreie Nachfragefunktion hin und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Jur. M. Kohberger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Ergänzung vom Anwalt 11.03.2007 | 16:36

Die Tatsache, dass die vom Rechtsanwalt gesetzte Frist von Ihnen nicht eingehalten werden konnte ( Poststempel = Fristsetzung ), weil sie unangemessen kurz war, führt übrigens für die Gegenseite in juristischer Hinsicht zu keiner negativen Folgen.

Sie spricht jedoch Bände welche Art von " Geschäftsgebahren " diese Herrschaften an den Tag legen.

Im Zivilrecht verhält es sich jedoch so, dass die Setzung einer unangemessen kurzen Frist zur Ingangsetzung einer

angemessen langen Frist

führt.

Danke für Ihr Interesse.
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