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E11 mit Masterabschluss

| 04.04.2017 10:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Eine Einstufung nach TVöD ist abhängig von der Ermessensentscheidung des Arbeitgebers in Bezug auf Berufserfahrung. Die Eingruppierung ist abhängig von der Stellenbeschreibung bzw. der ausgeübten Tätigkeit. Ein überqualifizierter Bewerber erhält nicht automatisch eine höhere Stufe oder Gruppe.

Guten Tag,

ich bin als Projektmitarbeiterin E11 in einer Behörde eingestellt worden, mit Erfahrungsstufe 1. Ich war vorher in der freien Wirtschaft tätig.

In dem E11-Job habe ich dann einen Antrag auf Höhergruppierung in der Erfahrungsstufe gestellt. Dieser Antrag wurde abgelehnt, die Arbeitsleistungen aus dem vorherigen Job waren der Behörde nicht vergleichbar genug. Soweit, sogut. Das scheint mir Auslegungssache zu sein.

Nun meine Frage: Hätte bei der Prüfung meiner Erfahrungsstufe nicht mindestens auch mein höherwertiger Masterabschluss berücksichtigt werden müssen und zu einer höheren Einstufung führen müssen?

Zusatzinfo: Laut Stellenausschreibung war für den Job mindestens ein Bachalor-Abschluss erforderlich. Mich hat der Job interessiert, also habe ich mich auch mit dem Master beworben und wurde genommen. Die Anforderung lautete: Nachgewiesenes abgeschlossenes Bachelorstudium oder eine Berufsausbildung einer geeigneten Fachrichtung (z.B. Kommunikationswissenschaften, Public Management, Bachelor of Laws, oder Ba-chelor of Engineering) oder gleichwertige Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen.
04.04.2017 | 12:29

Antwort

von


(107)
Deichstraße 1
20459 Hamburg
Tel: 040/35016177
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass für IhreStelle der TVöD Bund/VKA in der Fassung ab dem Jahr 2016 gilt. Dies ist vor allem für Beschäftigung beim Bund von Bedeutung.

Die Einstufung innerhalb der Entgeltgruppen erfolgt nach Berufserfahrung. Der öffentliche Arbeitgeber hat bei der Einschätzung, ob Sie eine hinreichende Berufserfahrung haben einen Ermessensspielraum. Lehnt er die Erfahrung ab, weil nicht für die Stelle relevant, dann findet nur eine Einstufung in Stufe 1 statt (§ 16 TVöD). Eine Abweichung, also die Berücksichtigung nicht relevanter Erfahrung, kann nur über dringenden Personalbedarf gerechtfertigt werden.

Dementsprechend ist also das Einfallstor für sparsame Entlohnung die Berufserfahrung. Wie Sie berichten, hat Ihr Arbeitgeber genau das genutzt und Ihre Erfahrung als nicht relevant eingestuft.

Fraglich ist damit, wie Ihr höherer Abschluß berücksichtigt werden kann, denn eigentlich ist ein Master nach TVöD mit E13 aufwärts zu vergüten.

Es gilt jedoch, dass der Arbeitgeber die Qualifikation für eine Stelle ausschreibt und hierüber einer Entgeltgruppe zuordnet. Zu beachten ist hierbei die Entgeltordnung zum TVöD für Fälle ab dem 01.01.2017. Wenn sich, wie in Ihrem Fall, überqualifizierte Bewerber durchsetzen, werden diese nicht anders eingruppiert, als wenn sie die beschriebenen Qualifikation erfüllen. Die tatsächlich ausgefüllte Stelle/die Stellenbeschreibung bedingt die Eingruppierung.

Ein höherer Abschluß ist dabei leider nicht gleichzusetzen mit einer Berufserfahrung im Sinne des § 16 TVöD.

Zusammengefasst:
Ihr Arbeitgeber bestimmt über die Stellenausschreibung die Entgeltgruppe. Die ist nur angreifbar, wenn Sie eine andere Arbeit tatsächlich ausüben. Die Stufeneinordnung ist unabhängig von der Qualifikation eines Master. Die Hochschulbildung wird generell bei der Eingruppierung berücksichtigt, die Berufserfahrung hingegen bei der Stufe. Dort hat Ihr Arbeitgeber sein Ermessen zu Ihren Ungunsten ausgeübt.

Sie könnten beim Personalrat die Einstufung als falsch monieren. Die Einstufung unterliegt dem Mitspracherecht des Personalrats. Ich glaube aber nicht, dass Sie damit erfolgreich sein werden. Ebenso ist eine Klage auf Höherstufung vor dem Arbeitsgericht denkbar, aber nicht wirklich aussichtsreich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Bewertung des Fragestellers 05.04.2017 | 12:06

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"Danke für die zügige Antwort und die Verdeutlichung, dass der Abschluss nicht als Berufserfahrung in die Erfahrungsstufe einfliessen kann. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.04.2017
5/5,0

Danke für die zügige Antwort und die Verdeutlichung, dass der Abschluss nicht als Berufserfahrung in die Erfahrungsstufe einfliessen kann.


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