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Durchfallenlassen in einer Examenslehrprobe - keine bzw. unzutreffende Begründung


| 24.09.2007 17:41 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur besten Taktik, ob und wie ich jetzt gegen eine Prüfungsentscheidung vorgehen soll. Zunächst erfolgt eine Sachverhaltsschilderung und dann meine Frage:

Ich bin im Saarland im Referendariat für Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen. Heute bin ich durch eine Examenslehrprobe (1. Versuch) in dem Gymnasium, in dem ich unterrichte, in einem meiner Fächer mit 03 Punkten bewertet worden. Ausgereicht hätten mir aufgrund meiner Vornote 04 Punkte, also ein Punkt mehr, damit hätte ich das Fach endgültig bestanden.

Bei der Examenslehrprobe waren mein Fachleiter, drei weitere Lehrer (Direktor und zwei Fachleiter) sowie zwei Referendare anwesend.

Nach der Stunde wurde mir das Ergebnis "03 Punkte" mitgeteilt. Eine nachvollziehbare Begründung für diese schlechte Benotung wurde mir nicht genannt. Es hiess von meinem Fachleiter lapidar, dass der Unterricht zu oberflächlich gewesen sei, so dass die Schüler das Thema nicht verstanden hätten. Anhaltspunkte dafür, dass die Schüler wirklich nichts verstanden haben, gibt es keine. Im Gegenteil: Auf Nachfrage an einen Schüler nach der Stunde sagte dieser, dass das der Unterrichtsinhalt "natürlich" verstanden worden sei.
Die Übrigen Prüfer äusserten sich überhaupt nicht.

Auf meine Bitte, die Begründung etwas klarer zu fassen, wurde nicht eingegangen und ich wurde auf eine Nachbesprechung vertröstet.

Auch der Stundenentwurf habe Fehler aufgewiesen. Welche das konkret waren und in welchem Maße sich diese auswirkten, wurden mir ebenfalls nicht mitgeteilt. Trotz mehrfacher Nachfragen gelang es der Prüfungskommission nicht, mir mitzuteilen, wieso die Leistung mit mangelhaft bewertet worden ist.

Beide Referendare waren von diesem Ergebnis sehr überrascht, da die Lehrprobenstunde gut lief und auch der Entwurf keine gravierenden Mängel aufwies. Ein Referendar, der in seinen Lehrproben "sehr gut" bewertet worden ist, hatte die Stunde verfolgt und kann das Ergebnis nicht nachvollziehen. Immerhin wurde die Stunde nicht nur mit "befriedigend" oder "ausreichend", sondern mit "mangelhaft" bewertet.

Das Ergebnis hat sich insofern bereits vorher abgezeichnet, dass mein Fachleiter es mehr oder weniger bereits "angekündigt" hatte. Neben allgemeinen Bemerkungen wie "sie haben Pech, dass Sie gerade bei mir gelandet sind" und weiteren Schikanen, welche sich die gesamte Referendarszeit wiederholt haben, hat er auch im Vorfeld der Lehrprobe gezielt meine Vorbereitung manipuliert und gestört. Zum Beispiel änderte er, nachdem die Vorbereitung bereits im Gange war, mein Lehrprobenthema. Dies ist nicht nur unzulässig, sondern auch unüblich. Dies tat er sogar zwei Mal, so dass ich mich insgesamt 3 Mal neu vorbereiten musste und meine bereits erbrachte Arbeit für diese Lehrprobe wertlos war. Dazu kommt erschwerend, dass er mir auch ein falsches Datum für die Lehrprobe genannt hatte. Eher zufällig erfuhr ich durch einen Aushang, dass die Lehrprobe zwei Tage früher (!) als von ihm mitgeteilt stattfindet.

Im Übrigen ist dieser Fachleiter dafür bekannt, seine Referendare willkürlich schlecht zu benoten und ihnen so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen. Ich habe mir im Laufe des Referendariats viele Schikanen notiert, bin aber nicht dagegen vorgegangen, da andere Referendare nach eine Beschwerde über diesen Fachleiter auf keinen grünen Zweig mehr gekommen sind und die Schikanen nur noch weiter zunahmen.

Meine Frage ist: Ist es angesichts der o.g. Umstände, insbesondere des Verhaltens meines Fachleiters, ratsam, Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen oder Klage zu erheben ? Eine interne Beschwerde würde ergebnislos bleiben. Gerade weil keine Begründung für die 03 Punkte gegeben wurde, müsste die Entscheidung doch anfechtbar sein ? Es handelt sich aufgrund der Aussenwirkung meiner Meinung nach um einen Verwaltungsakt, und dieser muss doch begründet werden ? Und wenn ich schon keine Begründung erhalte, wieso kann man mich dann durchfallen lassen ? Mir fehlt ja 1 lächerlicher Punkt, mehr nicht. Das einzige genannte Argument, die Schüler hätten das Thema nicht verstanden, ist nachweislich unzutreffend.

Es ist zwar nicht alles verloren, da ich die Lehrprobe wiederholen kann / muss. Aber gerade im Hinblick auf das Fehlverhalten des Fachleiters, was meine Vorbereitung wie bereits beschrieben erheblich gestört hat, kann ein solches Ergebnis keinen Bestand haben. Besteht für die Prüfer denn die Möglichkeit, das Ergebnis um den einen benötigten Punkt abzuändern ?

Ich halte den Beitrag für 20 € angemessen, da es mir nur um eine Frage zu bestmöglichen Taktik geht. Sollte dies zu wenig sein, teilen Sie mir dies bitte mit (eventuell mit einem Vorschlag für einen neuen Betrag), dann kann ich den Einsatz erhöhen.

Vielen Dank !

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Aufgrund Ihres EInsatzes gebe ich Ihnen eine kurze Orientierung.

Prüfungsentscheidungen von einem mehrheitlich besetzten Gremium sind stets situationsbedingte Entscheidungen, die nur in bestimmten Grenzen von den VErwaltungsgerichten überprüft werden können, die Rechtsprechung hat diese Prüfungskompetenz in den letzten Jahren von einer anfänglich sehr engen Prüfungskompetenz Schritt für Schritt erweitert, so dass die Rechtsschutzmöglichkeiten gegen eine negative Prüfungsentscheidung mitterweile durchaus besteht, hinzu treten jedoch noch weitere konkrete Voraussetzuzngen.

Ob Sie gegen die Entscheidung der Kommission vorgehen sollten/können, beurteilt sich u.a. danach, ob es sich bei der Lehrprobe um einen Verwaltungsakt handelt oder nicht, Sie sollten allerdings in jedem Fall die Wiederholung der Prüfung zunächst anstreben, ungeachtet davon wird IHnen das Prüfungsergebnis mit Sicherheit nocheinmal schriftlich bekannt gegeben, gegen diese Bekanntgabe können Sie natürlich Widerspruch mit der entsprechenden tragenden Begründung einlegen. Die Erfolgsaussichten lassen sich jedoch nicht abstrakt beurteilen sondern bedürfen einer genauen und eingehenden tatsächlichen und rechtlichen Prüfung.

Unter bestimmten Voraussetzungen (Nachweis falscher Tatsachen oder Formfehler) kann der Referendar z. B. die Bewertung einer Lehrprobe oder ein Gesamtgutachten durch das Rechtsmittel des Widerspruchs und die Verwaltungsgerichtsklage anfechten, dies hängt aber von dem örtlichen Landesrecht ab. Allerdings wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass formale Klagen gegen Entscheidungen, die auf Ermessensbestimmungen (Kann-Vorschriften) beruhen, nur dann sinnvoll sind und Aussicht auf Erfolg haben, wenn überprüfbare Ermessensfehler vorliegen. Dies wäre z.B. der Fall, wenn Prüfer Rechtsverordnungen, Satzungen, Gesetze nicht beachten oder von nachweislich falschen Tatsachen ausgehen oder aber auch sachfremde Erwägungen für Ermessensentscheidungen heranziehen.

Eine konkrete und detaillierte Prüfung der Sache kann ich nur vornehmen, wenn Sie mir die Diplomprüfungsordnung zur Einsicht geben, ferner ist erforderlich, dass Sie mir den schriftliche Bescheid überlassen.

Sie sollten mir zudem nocheinmal den Sachverhalt ausführlich an meine email übersenden : info@ra-kleber.com, dann läßt über Ihre rechtlichen Möglichkeiten auch eine zuverlässige Aussage treffen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Kleber
Ergänzung vom Anwalt 24.09.2007 | 20:14


Ergänzend sollten Sie sich bei Ihrer zuständigen Behäörde darüber informieren, ob Ihnen die Benotung in der Lehrprobe nochmals schriftlich bekannt gegeben wird, ansonten gilt als Bekanntgabe der Tag ihrer Prüfung (Lehrprobe). Diese Frage ist wichtig für eventuelle Fristen, da Sie Ihren Widerspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe erheben müssen.

Dies nur noch als ergänzender Hinweis.

Die Überprüfung der Benotung der Lehrprobe kann im übrigen ungeachtet der erneuten Prüfung erfolgen (auf die Sie sich natürlich entsprechend gut vorbereiten sollten, da man sinnvollerweise nicht seine ganzen Erwartungen auf den Ausgang eines etwaigen Gerichtsverfahren stützen sollte).

Wenn Sie gegen die Benotung vorgehen möchten, sollten Sie die jedenfalls zeitnah in Angriff nehmen wegen der Monatsfrist ab Bekanntgabe, ein erster Schritt wäre es nun sich bei Ihrem zuständigen Referat entsprechend zu erkundigen, ob Ihnen ein BEscheid erteilt wird oder nicht.

RA M. Kleber
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