Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Duales Studium: Kindergeld, Sachbezugswerte

| 20.01.2019 17:49 |
Preis: 40,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Hallo,
hier unsere Familiensituation:
Mein Mann und ich haben drei Kinder. Wir arbeiten beide und liegen im mittleren Einkommensbereich. Wir führen einen gemeinsamten Haushalt und ich erhalte für alle drei Kinder Kindergeld.
Tochter 1 ist 17 Jahre, wohnt daheim und macht gerade ihr Abitur. Danach ist eine Ausbildung geplant.
Tochter 2 ist 21 Jahre, studiert und wohnt nicht im Haushalt der Eltern. In Absprache mit ihr, bekommt sie 450 €/Monat Unterhalt von uns. Den Rest verdient sie sich über Minijobs, um ihr Studium und den Lebensunterhalt am Studienort zu finanzieren.
Unser Sohn ist 19 Jahre und absolviert seit 20.8.2018 ein duales Studium. Er wohnt nicht mehr im Haushalt der Eltern, sondern an den vom Arbeitgeber vorgegebenen Praxisorten bzw. am Studienort. Er verdient netto 1050 €/Monat. Er hat uns gegenüber einen Unterhaltsanspruch.
Meine Fragen zu Unterhalt, Kindergeld und Sachbezugswerten beziehen sich auf unseren Sohn, der das duale Studium absolviert.
1. Seine Ausbildungsvergütung wird auf seinen Unterhaltsanspruch angerechnet. Sein Gehalt liegt also z.B. deutlich über dem BaFöG Höchstsatz von 735 €/Monat. Er möchte das Kindergeld, welches ich von der Familienkasse erhalte, nun von uns überwiesen bekommen. Hat er wirklich Anspruch auf "sein" Kindergeld? Bei drei Kindern haben wir natürlich wesentlich mehr monatlich Ausgaben, als übers Kindergeld "reinkommt". Müssen wir ihm das Kindergeld überweisen? Falls ja, wird der Anspruch monatlich betrachtet oder bezieht er sich aufs Kalenderjahr? Hintergrund der Frage: 2018 hat unser Sohn sein Abitur in Abendschule gemacht, noch bei uns gewohnt und die Kosten hierfür haben wir übernommen. Das waren allein für die Abendschule in 2018 etwa 1500€.
2. Unser Sohn kommt während seines dualen Studiums z. T. regelmäßig am Wochenende nach Hause. Das wechselt je nach Einsatzort im dualen Studium. Falls er Anspruch auf sein Kindergeld als Barunterhalt von uns hätte, möchte ich die Ausgaben für Unterkunft, Verplegung, Unfallversicherung, ... von seiner "Kindergeld-Beanspruchung" abziehen. Ist das möglich und kann ich als Anhalt die Sachbezugswerte für die Kalkulation verwenden? 2018 waren dies kalendertäglich 8,20 € für Vollverpflegung und 6,40 € für Unterkunft.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grunsätzlich hat Ihr Sohn keinen Unterhaltsanspruch mehr gegen Sie: Er deckt seinen notwendigen Bedarf von 735 € durch eigene Einkünfte.

Wenn Sie ihm keinen Unterhalt mehr gewähren, kann er das Kindergeld für sich beanspruchen. Eine „Quersubventionierung" der Geschwister ist nicht vorgesehen.

Allerdings schulden Sie ihm bei dieser sehr rechtlichen Betrachtungsweise auch keine Unterkunft und kein Essen mehr an seinen Besuchswochenenden. Solange Sie ihm also Unterhalt gewähren, obwohl Sie dazu nicht mehr verpflichtet sind, kann er das Kindergeld nach meiner Auffassung nicht verlangen. Die Verpflichtung zur Weitergabe setzt stets voraus, dass keine Unterhaltsgewährung mehr erfolgt. Sprechen Sie mit ihm: Wenn er weiterhin zu bestimmten Zeiten bei Ihnen wohnen will, sollte das Kindergeld - ganz oder teilweise - bei Ihnen verbleiben. Andernfalls weisen Sie ihn darauf hin, dass Sie nicht verpflichtet sind, ihn „durchzufüttern". Dann muss er seine Wochenenden auf eigene Kosten in seiner Wohnung verbringen.

Sie können auch nicht die Kosten der Vergangenheit „gegenrechnen". Wenn er damals unterhaltsbedürftig war, mussten Sie ihm unterhalt leisten. Sollten Sie ihm damals mehr Unterhalt gewährt haben, als ihm zustand, gibt es keinen Rückerstattungsanspruch und damit auch keine Möglichkeit, gegen seinen Willen eine Verechnung vorzunehmen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2019 | 20:10


Sehr geehrte Frau Holzapfel,
vielen Dank für Ihre Antwort,
Ich habe eine Nachfrage zu Ihrem Satz "Wenn er weiterhin zu bestimmten Zeiten bei Ihnen wohnen will, sollte das Kindergeld - ganz oder teilweise - bei Ihnen verbleiben". Ich hatte bezgl. des Abzugsansatzes schon bei der Erstanfrage nachgehakt.
Bei der Kürzung des Kindergeldbetrag um die Ausgaben für Unterkunft, Verplegung, Unfallversicherung, .... kann ich als Anhalt für die Tage, die er bei uns wohnt, die Sachbezugswerte heranziehen? (2018 waren dies kalendertäglich 8,20 € für Vollverpflegung und 6,40 € für Unterkunft).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2019 | 20:29

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Die Sachbezugswerte halte ich nicht für einschlägig. Im Unterhaltsrecht werden z B. die Kosten der Unterkunft bei den Eltern nur mit einem geringen Prozentsatz des gesamten Bedarfssatzes angesetzt, so dass die Beträge nicht wirklich passen. Zu berücksichtigen ist auch, dass Ihr Sohn die Kosten der eigenen‚Unterkunft weiterzahlen muss.

Sie sollten mit Ihrem Sohn ein Einvernehmen erzielen. Alles andere ist letztendlich angreifbar. Allenfalls können Sie den Betrag von 735 € auf die einzelnen Tage herunterrechnen und einen Abzug für Kleidung und Taschengeld herausrechnen. Für die Quote bezüglich des Essens können Sie sich am Warenkorb von Hartz IV orientieren. Das sind aber alles nur Anhaltspunkte, die nicht zwingend von einem Richter übernommen werden müssen. Oder Sie stellen sich auf den Standpunkt: Solange ich (irgendeinen) Unterhaltsbeitrag leiste, steht mir das Kindergeld komplett zu.

Im Ergebnis muss Ihr Sohn dann entscheiden, ob er zu Hause (teilzeit) mit Kostenbeteiligung wohnen oder lieber auf eigene Kosten in seiner eigenen Unterkunft bleiben will.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 27.01.2019 | 16:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.01.2019 4,2/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70008 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell, umfangreich und ging auf alle Details unserer Frage ein. Wir sind sehr zufrieden ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde sehr ausführlich beantwortet und hat mir weitergeholfen. Vielen Dank Frau Rechtsanwältin. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und verständliche Antwort! Nur zu Empfehlen! Besten Dank. ...
FRAGESTELLER