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Drohung vom Arzt in der Kinderklinik

18.09.2015 16:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Mein kleiner Sohn wurde am 8.9. von meinem Lebensgefährten und in Begleitung vom Jugendamt ins Kinderkrankenhaus gebracht, da es seitens seines Kinderarztes hieß, er sei in Lebensgefahr. In der Ambulanz der KK wurde diese ausgeschlossen und seitens des Jugendamtes werden wir nun unter Druck gesetzt, dass wir, sofern wir ihn gegen ärztlichen Rat aus der Klinik holen, ihn weggenommen bekommen und das Jugendamt ihn in Obhut nähme, über den Behandlungszeitraum.
Drei Tage später wurde festgestellt, dass er trotz normalem Essen eine Mangelernährung und den Arm gebrochen hätte, die aufgrund des Calciummangels besteht, hat. Seither werden wir dort ständig mit dem Vorwurf konfrontiert, dass wir das Kind misshandeln, was nicht so ist. Ich bin selbst das Opfer elterlicher Gewalt durch einen alkoholkranken Vater und würde meinen Kindern niemals ein Haar krümmen.
Die Ärzte geben dem Jugendamt Auskünfte, ohne dass ich eine Erklärung zur Entbindung der Schweigepflicht unterschrieben habe - ich bin allein sorgeberechtigt, da der Vater der Kinder (mein Lebensgefährte) und ich nicht verheiratet sind. Unsere Anwältin ist eingeschaltet und wollte Montag in der Klinik anrufen, damit die weiteren Schritte ambulant durchgeführt werden, da es inzwischen nach 10 Tagen Kinderklinik nur noch darum geht, das Kind aufzufüttern, also dass er zunimmt. Der Oberarzt bestätigte heute, dass die Untersuchungen auch ambulant möglich seien, er das Kind aber nicht entlassen wolle, weil es in der Klinik nicht vernünftig essen würde - Das Kind wird beim Essen von den Krankenschwestern beobachtet und ihm wird mit Gewalt die Trinkflasche entrissen -, allerdings sperrt er sich wegen der Beobachtung durch das Pflegepersonal gegen das Essen, das er nicht mag. Von zu Hause können wir nichts mitnehmen, da wir aktuell Handwerker im Haus haben und immer jemand dabei sein muss, außerdem herrscht Betreuungsmangel für unseren älteren Sohn.

Jedenfalls werden wir von den Ärzten bedroht, dass wir wegen des Jugendamtes mit dem Rücken zur Wand stehen würden und man dort auch seine Möglichkeiten hätte uns das Leben schwer zu machen.
Dürfen die Klinikärzte das? Denn vor Zeugen wurde geäußert, dass mein Sohn außer Lebensgefahr ist, die Untersuchungen ambulant möglich sind und auch das Sondieren zu Hause möglich ist. Meine neue Kinderärztin habe ich heute nicht mehr telefonisch erreicht, da ich mich erst mal um eine Verlegung in eine andere Klinik kümmern wollte, weshalb ich nun unsicher bin, ob ich meinen Sohn gegen ärztlichen Rat aus dieser Klinik holen und in eine andere bringen kann.
Ist das grundsätzlich möglich, dass ich so vorgehe, oder kann mir das Jugendamt in diesem Fall Probleme machen?
Vielen Dank im Voraus für die Hilfe.

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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Zunächst sei vorabgesagt, dass Ihre Absicht, das Kind gegen den ärztlichen Rat aus dem Krankenhaus zu holen und in eine andere Klinik zu bringen, für Sie ungünstig sein kann. Ich rate daher davon ab.

Wenn die Ärzte sagen, dass das Jugendamt Möglichkeiten hat, so ist das keine Drohung, sondern ein Ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass ein Gericht ggf. auch dem Jugendamt das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen kann, sofern das Kindeswohl dies erfordert.
Rechtsgrundlage dafür bietet § 1666 BGB.


Es wird daher im Zweifel von einem Gericht zu klären und zu entscheiden sein, ob das Kind weiter im Krankenhaus bleiben muss oder ob es in eine andere Klinik oder gar zu Ihnen nach Hause kann.

Der Umstand allein, dass die Untersuchungen auch ambulant gemacht werden können, ist nicht unbedingt ausschlaggebend; es können, unabhängig davon, Gründe vorliegen, die eine weitere stationäre Beobachtung erforderlich machen.

Wenn das Kind wegen einer Mangelernährung eingeliefert wurde und nach wie vor nicht richtig isst, sollten Sie dem Rat des Oberarztes folgen und das Kind dort lassen.


Ihre Anwältin, die ja eingeschaltet ist, hat bislang wohl noch keinen Antrag beim zuständigen Familiengericht gestellt. Die Beweggründe sind mir nicht bekannt.

Sie sollten daher das weitere Vorgehen auf jeden Fall mit Ihrer Anwältin absprechen und keinen Alleingang vornehmen, das kann die Situation weiter verschlimmern.

Möglicherweise erreicht sie ja am Montag eine Übereinkunft mit dem Krankenhaus, das Kind in die von Ihnen ausgesuchte andere Klinik zu bringen.

Ansonsten muss die Frage gerichtlich geklärt werden.


Mit freundlichen Grüßen

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