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Drohung, Erpressung und Androhung einer gerichtlichen Unterlassungsverfügung


17.03.2007 00:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite seit ca. 8 Monaten für ein Dienstleistungsunternehmen auf Teilzeitbasis. Hauptberuflich bin ich Studentin in Wirtschaftswissenschaften. Bis vor ca. 3 Wochen hatten wir bei der Arbeit ein sehr angenehmes Arbeitsklima, die leider durch einige Vorkommnisse gestört worden ist. Einige Kollegen wurden von einer ominösen Person telefonisch belästigt.

Ein Arbeitskollege, den ich bis vor kurzem sehr als Kollegen geschätzt habe, terrorisiert mich seit einigen Wochen per Mail. Wir waren bei einem Thema unterschiedlicher Auffassung, doch das eskalierte ziemlich. Mein Arbeitskollege hat mich diesbezüglich an meine betriebliche Mailadresse geschrieben und störte mich erheblich mit seinen Unterstellungen bei der Arbeit. Dies wollte ich unterbinden und habe dem Kollegen per Mail mitgeteilt, dass er, wenn er mich weiterhin mit Mails während der Arbeit stört und ich meine Arbeit nicht erledigen könnte, ich sonst zu meinem Vorgesetzten gehen würde. Dies hat er als eine Drohung aufgefasst und hat permanent an meine private Mailadresse Drohungen und Unwahrheiten geschickt. Manche Mails sogar mehrmals und zur fortgeschrittener Uhrzeit. Natürlich habe ich alle Behauptungen revidiert. Jedoch wollte der Kollege nicht mehr aufhören und hat mich weiterhin permanent tagelang belästigt. Seiner Meinung nach hätte ich angeblich immer versucht ihn abends anzurufen und zu belästigen. Diese Anrufe haben nur stattgefunden, weil er mich selber um diese Anrufe gebeten hat. Zu dem Zeitpunkt der Telefonanrufe war unser Arbeitsverhältnis auch gut gewesen. Außerdem warf er mir vor gegen die Firma zu arbeiten, was nicht stimmt und wollte mich damit erpressen, indem er zu den Vorgesetzten gehen und dafür sorgen würde, dass ich großen Ärger bekomme. Das hielt ich nicht mehr aus und habe diese Problematik mit unserer Betriebstherapeutin besprochen, die jedoch diese Geschichte auch der Firma melden musste. Es fanden auch Gespräche mit dem Kollegen statt, bei den Gesprächen war ich nicht dabei. Er behauptet, dass ich ihn abends per Telefon belästigt hätte, was nicht stimmen kann. Ich kann mittels Einzelgesprächnachweise beweisen, dass unsere Gespräche immer länger angedauert und somit keine belästigenden kurzen Anrufe gegeben haben. Kurz nach diesem Gespräch mit der Firma hat er mir wieder eine Mail geschrieben und mir angedroht, falls ich wieder Unwahrheiten verbreiten und zu einem Vorgesetzten gehen würde, er zu einem Anwalt gehen und eine einstweilige Verfügung erlassen wird.

Es vergingen zwei Wochen und vorgestern habe ich in meinem dienstlichen Postfach ein Schreiben von seiner Anwältin bekommen. In diesem Schreiben steht, dass meine Mails eine Vielzahl von versteckten Andeutungen und Drohungen enthalten. Er hätte mir gegenüber geäußert, dass er keinerlei Schriftwechsel mehr von mir wünsche, leider ohne Ergebnis meinerseits. Sollte es zu einer Kontaktaufnahme meinerseits kommen, würde gegen mich zu einer gerichtlichen Unterlassungsverfügung kommen. Diese Unterlassungsaufforderung richtet sich zudem auf Äußerungen, die ich Dritten gegenüber über den Kollegen tätigen würde. Es würde sich hier um Beschimpfungen, Unwahrheiten und Unterstellungen handeln.

Dazu kann ich nur sagen, dass es Mutmassungen sind, da ich gegenüber Dritten keine negativen Äußerungen getätigt habe. Es ist eher so, dass plötzlich zwei Arbeitskolleginnen, mit denen ich mich gut verstanden habe, mich nicht mehr grüßen und mir böse Blicke zuwerfen. Ich gehe davon aus, dass der Kollege eine negative Äußerung über mich gemacht hat. Dieser Kollege hat schon mit anderen Kollegen einige Probleme gehabt. Auch neigt er dazu bestimmte Dinge einzubilden. Er denkt, sobald jemand in seiner Nähe lacht, dass er ausgelacht wird oder dass andere ihn nachäffen würden. Außerdem äußert er sich über andere Kollegen negativ. Seine letzte Stelle hat er verloren, da er nicht zum Team gepasst hat und angeblich als Spion in der Firma arbeiten sollte. Meine Firma kann mir diesbezüglich nicht richtig weiterhelfen, da es außerhalb der Firma zu dem Mailverkehr kam. Jedoch hat er dieses Schreiben in mein dienstliches Briefach reingelegt, um mir damit bei der Arbeit Angst einzujagen. Das behindert meine Lebens -und Arbeitsqualität, daher hat letztendlich mein Vorgesetzter die Personalabteilung eingeschaltet.

Ich befürchte nur, dass er tatsächlich eine einstweilige Verfügung erlassen wird, da ich wieder zu einem Vorgesetzten gegangen bin. Außerdem möchte ich keine beruflichen Nachteile bekommen. Leider weiss ich nicht genau, ob es jetzt Straf -oder Arbeitsrecht ist.

Wie kann ich am Besten vorgehen, wäre es sinnvoll selber zu einer Rechtsberatung zu gehen und eine einstweilige Verfügung zu erlassen? Ich würde gerne Ihre Dienste in Anspruch nehmen, falls es zu einer Verhandlung kommt.

Vielen Dank und freundliche Grüße






-- Einsatz geändert am 17.03.2007 09:45:34
17.03.2007 | 11:06

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Sie haben sich bislang völlig korrekt verhalten.

Ich finde vor allem gut, dass Sie zunächst Hilfe bei der Betriebstherapeutin gesucht haben.

Nunmehr scheint der Streit jedoch zu eskalieren.

Sie sollten sich von dem Schreiben der Rechtsanwältin nicht einschüchtern lassen.

Weisen Sie die unwahren Behauptung, dass Ihre Mails eine Vielzahl versteckter Andeutungen und Drohungen enthalten in einem Schreiben an die Anwältin einfach entschieden zurück. Machen Sie deutlich, dass Sie den Kollegen nicht beschimpft oder gar gegenüber Dritten verleumdet haben.

Idealerweise sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie mit dem Arbeitskollegen ebenfalls keinen über den ohnehin erforderlichen Umgang am Arbeitsplatz hinausgehenden Kontakt mehr wünschen.

Den Kollegen sollten Sie nach Möglichkeit nicht mehr persönlich anschreiben, da Sie in diesem Fall tatsächlich die Beantragung einer eistweiligen Verfügung befürchten müssten.

Ich möchte Ihnen derzeit nicht dazu raten, selbst bei Gericht eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung des eMail - Verkehrs zu beantragen. Ein solches Vorgehen sollte allenfalls erwogen werden, nachdem gegenüber dem Kollegen zu Händen seiner Anwältin ein deutlicher Hinweis ergangen ist, dass Sie sich für die Zukunft privaten Schriftverkehr mit dem Kollegen ebenfalls verbieten.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, so haben Sie dies bislang noch nicht eindeutig zum Ausdruck gebracht, sondern immer wieder den Versuch unternommen, trotz Meinungsverschiedenheiten eine vernünftige Gesprächsebene zu suchen.

Zwar kann in der Angelegenheit kaum eine Abmahnung durch den Arbeitgeber ausgesprochen werden, da ja der Mail - Verkehr und die Telefonate privat geführt wurden.

Allerdings könnten Sie einzelne Punkte aus dem festgehaltenen Schriftverkehr herausgreifen, die sie besonders stören und den Kollegen unter Hinweis auf diese Verfehlungen in einem Schreiben auffordern, künftig den privaten Schrift - und Telefonverkehr mit Ihnen zu unterlassen. Das Schreiben sollte an die Rechtsanwältin gesendet werden, da der Kollege ja keinen Kontakt mit Ihnen wünscht.

Halten Sie sich in dem Schreiben mit Einzelheiten, wie der dass der Kollege bereits einmal gekündigt wurde oder dass er sich leicht ausgelacht oder "nachgeäfft" fühlt unbedingt zurück. Bei solchen Behauptungen würde der Streit weiter eskalieren.

Inwieweit sich der Kollege sogar strafbar gemacht haben könnte, kann ohne Einsicht in den Schriftverkehr nicht seriös beurteilt werden.

Gerne stehe ich Ihnen in der Angelegenheit auf Wunsch zur Seite, weise auf die kostenfreie Nachfragefunktion hin und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Jur. M. Kohberger
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2007 | 15:55

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie konnten wir auf jeden Fall weiterhelten. So ähnlich habe ich mir auch überlegt, vorzugehen.

Als Beleidigung empfand der Kollege, da ich geschrieben habe, dass ich den Eindruck habe, dass er sich einiges einbildet und er vielleicht Wahnvorstellungen hat, weil er mich massiv unter Druck gesetzt hat. Wie gesagt, ich habe nur geschrieben, dass ich den Eindruck habe.

Bei dem Schreiben an die Anwältin, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich eher den Eindruck habe, dass der Kollege über meine Person gegenüber Dritten geäußert hat, da jetzt zwei Kollegen mich schneiden. Darf ich außerdem schreiben, dass er versucht hat mich zu erpressen und ich außerdem vielleicht härter mich verbal wehren musste (keine Beleidigung), weil er mich mit diesen Mails ziemlich unter Druck gesetzt hat? Dass ich sogar zu einer Therapeutin gehen musste? Diese Verdächtigungen eher Mutmaßungen sind, ohne Beweise, eher eine persönliche Interpretation, weil es mittlerweile kein Geheimnis ist, dass der Kollege und ich uns nicht mehr verstehen, da unsere Vorgesetzten über die Problematik Bescheid wissen. Halten Sie es für sinnvoll, Kopien vom E-mail-Verkehr zu machen und diese an die Anwältin zu schicken?

Viele Grüße

Eine Ratsuchende

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2007 | 15:59

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie konnten wir auf jeden Fall weiterhelten. So ähnlich habe ich mir auch überlegt, vorzugehen.

Als Beleidigung empfand der Kollege, da ich geschrieben habe, dass ich den Eindruck habe, dass er sich einiges einbildet und er vielleicht Wahnvorstellungen hat, weil er mich massiv unter Druck gesetzt hat. Wie gesagt, ich habe nur geschrieben, dass ich den Eindruck habe.

Bei dem Schreiben an die Anwältin, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich eher den Eindruck habe, dass der Kollege über meine Person gegenüber Dritten geäußert hat, da jetzt zwei Kollegen mich schneiden. Darf ich außerdem schreiben, dass er versucht hat mich zu erpressen und ich außerdem vielleicht härter mich verbal wehren musste (keine Beleidigung), weil er mich mit diesen Mails ziemlich unter Druck gesetzt hat? Dass ich sogar zu einer Therapeutin gehen musste? Diese Verdächtigungen eher Mutmaßungen sind, ohne Beweise, eher eine persönliche Interpretation, weil es mittlerweile kein Geheimnis ist, dass der Kollege und ich uns nicht mehr verstehen, da unsere Vorgesetzten über die Problematik Bescheid wissen. Halten Sie es für sinnvoll, Kopien vom E-mail-Verkehr zu machen und diese an die Anwältin zu schicken?

Sollte ich kurze Zeit später dann doch eine einstweilige Verfügung erlassen oder lieber warten, bis es zu einer Einigung kommt?

Viele Grüße

Eine Ratsuchende

Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2007 | 16:02

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie konnten wir auf jeden Fall weiterhelten. So ähnlich habe ich mir auch überlegt, vorzugehen.

Als Beleidigung empfand der Kollege, da ich geschrieben habe, dass ich den Eindruck habe, dass er sich einiges einbildet und er vielleicht Wahnvorstellungen hat, weil er mich massiv unter Druck gesetzt hat. Wie gesagt, ich habe nur geschrieben, dass ich den Eindruck habe.

Bei dem Schreiben an die Anwältin, sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich eher den Eindruck habe, dass der Kollege über meine Person gegenüber Dritten geäußert hat, da jetzt zwei Kollegen mich schneiden. Darf ich außerdem schreiben, dass er versucht hat mich zu erpressen und ich außerdem vielleicht härter mich verbal wehren musste (keine Beleidigung), weil er mich mit diesen Mails ziemlich unter Druck gesetzt hat? Dass ich sogar zu einer Therapeutin gehen musste? Diese Verdächtigungen eher Mutmaßungen sind, ohne Beweise, eher eine persönliche Interpretation, weil es mittlerweile kein Geheimnis ist, dass der Kollege und ich uns nicht mehr verstehen, da unsere Vorgesetzten über die Problematik Bescheid wissen. Halten Sie es für sinnvoll, Kopien vom E-mail-Verkehr zu machen und diese an die Anwältin zu schicken?

Sollte ich kurze Zeit später dann doch eine einstweilige Verfügung erlassen oder lieber warten, bis es zu einer Einigung kommt oder wie wäre die ideale Vorgesehensweise?

Viele Grüße

Eine Ratsuchende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.03.2007 | 17:24

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Nachfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Keinenfalls sollten Sie den geführten eMail - Verkehr der Rechtsanwältin zukommen lassen. Damit könnten Sie nämlich leicht ein Eigentor schießen.

Sie sollten dem Kollegen auch keine Erpressung zum Vorwurf machen.

Sie müsse wissen, dass Erpressung eine Vermögensstraftat ist und ich derzeit keine Anhaltspunkte sehe, inwieweit sich der Kollege auf Ihre Kosten hätte bereichern wollen.

Wenn Sie also gegenüber der Rechtsanwältin behaupten, dass Sie erpresst wurden, so setzen Sie sich damit massiv der Gefahr aus, dass gegen Sie wegen dem Vorwurf der Verleumdung ein Strafanzeige erfolgt.

Ohne juristische Hilfe, welche ich Ihnen nochmals dringend anraten möchte, sollten Sie das Schreiben an die Anwältin so umfangreich wie nötig und so kurz wie möglich halten.

Lehnen Sie sich idealerweise an meine ursprünglichen Ausführungen an.

Was Ihren Vorwurf zu den angeblichen Wahnvorstellungen des Kollegen angeht, so meine ich schon, dass Wahnvorstellungen für gewöhnlich ein medizinisches Krankheitsbild beschreiben, welches beim Kollegen nicht unbedingt gegeben sein muss.

Wenn er sich daher beleidigt fühlt, so ist dies jedenfalls nachvollziehbar. Hier sollte sogar ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob nicht eine Entschuldigung in einem persönlichen Gespräch angebracht wäre.

Ich hoffe, Ihre Frage(n) soweit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.- Jur. M. Kohberger
Rechtsanwalt

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