Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Drohende Stromsperre --- Dringend !


28.11.2006 10:50 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling



Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

folgendes Problem habe ich derzeit zu bewältigen, zu dem ich gern die Meinung einer Fachfrau oder eines Fachmannes hören würde.

Ich bin seit 1999 selbständig tätig und arbeite von zu Hause aus (volleingerichtetes Büro).

Durch diverse finanzielle Rückschläge sind wir in den letzten Monaten in enorme finanzielle Schwierigkeiten geraten. Hierbei entstanden sowohl Mietrückstände, die wir dank der freundlichen Vermieterin in kleinen Raten abbezahlen durften sowie auch Schulden bei RWE (Strom und Wasser).

Am gestrigen Tage fand ich in unserem Briefkasten eine Benachrichtigung, dass eine Stromsperre droht, wenn ich nicht bis heute! 9:00 uhr eine Zahlung nachweisen kann.

Ich wandte mich nun also direkt heute Morgen per Fax an RWE und teilte den Sachverhalt mit. Da ich nicht in der Lage bin, die Summe von derzeit 2025,04 Euro (Abschläge, Endabrechnung des letzten Jahres & Gebühren) in einer Summe zu begleichen, bat ich an, die Summe in Raten zu begleichen.

Hierbei wollte ich 500,-- Euro am 15.12. sowie 500,-- Euro am 15.01. zahlen. Im januar würde ich mich dann wegen der restsumme nochmals mit RWE in Verbindung setzen.

Leider hatte ich bereits vor einigen Wochen schon eine Ratenvereinbarung getroffen, die ich aber wegen der Abzahlung der Mietschulden dann doch nicht einhalten konnte. RWE wurde aber informiert, dass ich ab Dezember hohe Raten zahlen werde. Hierauf wurde nie reagiert.

Nachdem ich nun also das Fax abgesendet hatte, erhielt ich etwa 20 Minuten später eine Antwort. Es war ein handgeschriebenes DIN A4-Blatt mit der Überschrift RWE (ebenfalls handgeschrieben). In diesem Fax wurde eine Ratenzahlung abgelehnt. Weiter heißt es, dass der Anschluss gesperrt wird, wenn nicht termingerecht die Zahlung eingeht. Gut, termingerecht ist jetzt schon gar nicht mehr möglich, da ich ja bis heute 9 Uhr zahlen sollte.

Da es mir zwar finanziell wieder wesentlich besser geht, könnte ich zwar die großen Raten begleichen, aber 2.000 Euro kann ich unmöglich in einer Summe aufbringen.

Das dramatische daran ist, dass durch eine Stromsperre enorme Probleme auf uns zukommen würden. Wie gesagt habe ich mein Büro zu Hause. Ich handel mit ausgefallenen Geschenkideen im Internet (eigene Online-Shops). Durch eine Stromsperre könnte ich meine Tätigkeit nicht mehr ausüben und das aüßerst lukrative Weihnachtsgeschäft, welches mir wieder zu der finanziellen Normalisierung verhelfen sollte, könnte ich mir abschminken.

Davon mal angesehen hätten wir (meine Frau, mein 7jähriger Sohn und ich) hierdurch aber auch keinerlei Kochmöglichkeiten, kein warmes Wasser sowie natürlich auch keine Heizung mehr).

Mir geht es nicht darum Zeit zu schinden, ich möchte doch lediglich so schnell wie möglich die Angelegenheit aus der Welt schaffen, aber es geht halt nicht in einer Summe.

Da wir eine Doppelhaushälfte bewohnen, kann der "Absperrmensch" nicht ohne weiteres die Wohnung betreten, um den Anschluss zu sperren. Wenn RWE dies nun aber gerichtlich durchsetzt, entstehen ja noch mehr Kosten, die das Ganze dann noch schwieriger machen.

Wie lange dauert es überhaut, bis diese gerichtliche Durchsetzung erfolgt ? Würde uns dies noch Zeit verschaffen ?

In der Hoffnung, dass Sie uns helfen können, freuen wir uns auf Ihre Antwort. Gern lassen wir uns auch nach dieser ersten Beratung in dieser Sache weiter von Ihnen vertreten, denn vielleicht erreichen Sie ja etwas mehr als wir.

Vielen Dank schon vorweg.

Mit freundlichen Grüßen,

eine verzweifelte Familie
Eingrenzung vom Fragesteller
28.11.2006 | 11:09

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie nachfolgend beantworten:

Grundsätzlich können die Stromanbieter Ihren Anschluss sperren. Jedoch dürfen die Mitarbeiter nicht ohne weiteres Ihre Wohnung betreten. Denn die Unverletzlichkeit dder Wohnung ist in Art. 13 des Grundgesetzes garantiert.

Wenn Sie die Mitarbeiter des Stromanbieters nicht in Ihre Wohnung reinlassen, wird RWE sicher auf gerichtlichen Weg die Stromabschaltung durchsetzen. Dies ist meist ein langwieriger Prozess und es ist Minimum mit einer Verfahrensdauer von 4-6 Monaten zurechen, je nach Belastung des Gerichtes. Somit würde dies Ihnen Zeit bringen. Eine schnellere Entscheidung könnte allenfalls mit einer einstweiligen Verfügung erreicht werden. Jedoch wird dies in seltenen Fällen bei ähnlich gelagerten Sachverhalt durchgeführt. Sollte es RWE möglich sein, den Strom abzuschalten ohne Ihre Wohnung zu betreten, so können Sie die Anbindung ans Stromnetz ebenso durch eine einstweilige Verfügung im gerichtlichen Verfahren erwirken. In einem solchen Verfahren können Sie auch die sozialen Aspekte (Kinder usw.) anbringen.

Ich empfehle Ihnen RWE nochmals eine Ratenzahlung vorzuschlagen, diese sollten Sie per Einschreiben senden. Ich gehe davon aus, dass das von Ihnen benannte Schreiben mit Vereinbarung nicht angekommen ist oder in einer großen Firm wie RWE nicht zum richtigen Sachbearbeiter gelangt ist. Ebenso sollten Sie zeitnah eine erste Rate leisten, damit RWE weiß, dass Sie die Ratenzahlung einhalten.

Es empfiehlt sich auch, den Ratenzahlungsvorschlag über eine anwaltliche Vertretung zu übermitteln, da dies meist erfolgsversprechender ist.

Unbeachtlich ist, ob Sie mit RWE jemals einen Vertrag geschlossen haben, sofern Sie tatsächlich den Strom genutzt haben sind Sie zum Ausgleich der Kosten verpflichtet. Ohne Vertragsgrundlage bestimmen sich die Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung nach § 812 BGB. Sollte tatsächlich kein ordnungsgemäßer Vertrag zustande gekommen sein, so ist es insoweit vorteilhaft, dass Sie an keine Kündigungsfristen gebunden sind und sich zum Schutz vor der Stromabschaltung um einen anderen Stromanbieter bemühen können.


Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrer Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen.


Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351/2 69 93 94
Fax: 0351/2 69 93 95
e-mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2006 | 12:14

Hallo und herzlichen Dank für die kompetente und schnelle Antwort.

Da ich davon ausgehe, dass eine gerichtliche Durchsetzung am Sitz des Unternehmens stattfinden muss (?), wird dies sicherlich einige Zeit dauern.

Bis dahin habe ich die Summe dann ja sicherlich auch komplett, oder zumindest den größten Teil davon beglichen.

Wie ich mittlerweile vermute, hat mein heutiges Fax kein Sachbearbeiter in die Hände bekommen, sondern der Außensienstmitarbeiter, der gestern den Zettel in den Briefkasten gelegt hat, denn es handelte sich nicht um eine typische RWE-Nummer.

Die bereits in meinem Fax angekündigten beiden Raten werde ich fristgerecht zahlen und mich dann nochmal im Januar mit RWE in Verbindung setzen. Meinen Sie, dass dies so in Ordnung wäre ?

Wäre es nun sinnvoller, dass eine Anwältin (z.B Sie ?) ein entsprechendes Schreiben an RWE sendet ? Wenn dies erfolgsversprechender wäre, würde ich diese Möglichkeit natürlich gern nutzen.

Ich weiß auch nicht genau, an welche RWE-Niederlassung ich mich wenden muss, denn die ursprüngliche Mahnung kam von RWE in Bochum. Der Außendienstmitarbeiter jedoch hatte eine Osnabrücker Vorwahl. In Osnabrück gibt es ebenfalls eine Niederlassung.

Mit freundlichen Grüßen...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2006 | 12:46

Sehr geehrte Damen und Herren,

die gerichtliche Durchsetzung muss am für Ihren Wohnort zuständigen Gericht erolgen.

Wenn Sie die Ratenzahlung nochmals ankündigen ist es sicher in Ordnung, wenn Sie wie beschrieben vorgehen.

Es ist wohl erolgsversprechender wenn ein Anwalt die entsprechenden Schreiben an RWE richtet. Jedoch kann ich dies aber nicht zu 100% garantieren. Die Kosten eines Rechtsanwaltes bei der genannten offenen Forderung i. H. v. 2025,04 € bestimmen sich unter Beachtung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes auf 303,34 € (inkl. MwSt.)

Ich empfehle Ihnen sich an die Niederlassung zu wenden, von welcher Sie Ihre Rechnungen erhalten und an die andere Niederlassung übersenden Sie die Schreiben ebenso. Dort mit dem Vermerk, dass das Schreiben zur Kenntnisnahmee bestimmt ist.

Mit vorzüglicher Hochachtung



Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351/2 69 93 94
Fax: 0351/2 69 93 95
e-mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER