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Drohende Kündigung zufällig in E-Mail gelesen


02.11.2005 19:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Ich bin seit sechs Jahren als Sekretärin beschäftigt und habe mir während dieser Zeit noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. Vor vier Wochen habe ich einen neuen Chef bekommen. Dieser hat mir gesagt, er würde gerne zur Unterstützung noch eine zusätzliche Kraft einstellen, die Projekte übernehmen soll. Ich habe Zugriff auf sein E-Mail Postfach (mit seinem Einverständnis natürlich) und jetzt eine E-Mail von ihm an unsere Geschäftsführung gelesen und ausgedruckt, in der Folgendes steht: Er möchte mich loswerden und will mich genau beobachten, um ggf. meine Schwächen und Versäumnisse als Basis für Abmahnungen zu nutzen, falls man mich auf friedlichem Wege nicht anderweitig verwenden kann. Die neue Kraft soll rekrutiert werden, ich soll sie einarbeiten und kann dann wohl gehen. Die GF schreibt zurück, dass man die neue Stelle nur besetzen kann, wenn meine Stelle frei ist, ich also versetzt oder entlassen bin. Die GF möchte den Personalleiter mit einbinden. Meine Frage ist, wie ich mich generell verhalten soll (falls es zum Gespräch mit Personalleiter kommt) und vor allem ist wichtig, ob diese E-Mail vor Gericht verwendet werden kann, wenn es dazu kommt. Ich würde, falls bezahlbar, auch gerne eine Beratung im Raum Frankfurt am Main in Anspruch nehmen. Vielen Dank für Ihre Hilfe und verzweifelte Grüße von einer Sekretärin

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich auf das evt. Beweisverwertungsverbot der erlangten E-Mail eingehen.

Wurden Beweise in rechtswidriger Weise erlangt, so tritt in den meisten Fällen ein so genanntes Beweisverwertungsverbot ein.

In den Fällen, in welchen Sie als Sekretärin allerdings mit Wissen und Wollen des Chefs das E-Mail-postfach eingesehen haben, wäre ein Beweisverwertungsverbot ausgeschlossen. Es verhielte sich eigentlich genau so, als würde Ihr Chef sämtliche Briefpost zuvor zum Gegenlesen an Sie weiterleiten. Hier kann von einem rechtswidrigen Erlangen nicht die Rede sein. Vorsicht wäre jedoch geboten, wenn Ihr Chef zum Zugriff kein Einverständnis gegeben hätte. Genauso verhält es sich, falls es Ihnen nicht möglich sein sollte, das erklärte Einverständnis zu beweisen, z.B. weil der Chef davon später nichts mehr wissen will.

Gegen eine willkürliche Einsichtnahme in das Postfach spricht aber schon, dass Sie überhaupt Zugrif dazu hatten. Ein Postfach lässt sich doch per Passwort schützen. Das dem nicht so war, würde als Indiz eher für die Einwilligung des Chefs sprechen.

Ich denke, Sie sollten, falls es zu einem Gespräch mit der Personalleitung kommt, zumindest von Ihrem Wissen über den Inhalt der Mails Gebrauch machen und zunächst angeben, dass Ihnen gewisse Äüßerungen bekannt geworden sind und die Personalleitung sich dazu bitte äußern soll.

Die Ausdrucke an sich, würde ich dann erst in einem evt. Kündigungsschutzprozess als Beweismittel einführen. Sie können in dem Gespräch bei der Personalleitung ja bereits äußern, dass Sie Beweismittel haben und diese ggf. auch verwenden werden.

Lassen Sie die Katze nicht zu früh aus dem Sack. So verbessert sich Ihre Position. In einem arbeitsrechtlichen Prozess, würden besagte E-Mails Ihnen ohnehin gute Chancen im Rahmen einer Kündigungsschutzklage eröffnen.


Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
-Rechtsanwalt-

www.net-rechtsanwalt.de
www.net-scheidung.de
www.online-einspruch.de

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2005 | 20:36

Was ist zu tun, falls man mich auf eine andere Stelle, die mir nicht zusagt, versetzen will? Eine Kollegin wird zum Beispiel von einer Manager Funktion an den Empfang versetzt.
Das Postfach kann nicht gesperrt werden, ich kann mich von meinem PC aus in seinen Posteingang reinklicken. ich hoffe, der Sachverhalt bleibt der gleiche?

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2005 | 20:36

Was ist zu tun, falls man mich auf eine andere Stelle, die mir nicht zusagt, versetzen will? Eine Kollegin wird zum Beispiel von einer Manager Funktion an den Empfang versetzt.
Das Postfach kann nicht gesperrt werden, ich kann mich von meinem PC aus in seinen Posteingang reinklicken. ich hoffe, der Sachverhalt bleibt der gleiche?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2005 | 21:12

Soweit Sie sich mit Einverständnis des Chefs in sein Postfach eingeloggt haben, bleibt es beim Dargelegten.

Im Fall einer Versetzung, würde es sich ggf. um eine Änderungskündigung handeln. Dabei hätten Sie auch die Möglichkeit, dieser notfalls auf gerichtlichem Weg, entgegenzutreten.

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