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Dringend: Doppelter Ladendiebstahl und Tat bestritten

| 16.07.2008 21:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo !

Auch mit 39 Jahren kann man noch einen Riesenmist bauen:

Ich habe im ersten Geschäft 2 Hosen zu je 210,-Euro geklaut ohne dabei erwischt worden zu sein.
Im zweiten Geschäft hab ich dann Alkohol im Wert von 180,-Euro mitgehen lassen. Hierbei wurde ich erwischt. Ein Fluchtversuch mißlang (versuchte, mich aus dem Griff des Detektives zu befreien). Bei der Vernehmung durch den Hausdetektiv und die Polizei wurden dann in meiner Tasche auch die zwei Hosen entdeckt, an denen noch das Preisschild klebte. Diese wurden durch die Polizei beschlagnahmt.

In meiner Verzweiflung habe ich die Taten bestritten. Bei dem Akoholdiebstahl gab ich zu Protokoll, daß ich die Ware vom Untergeschoß ins Erdgeschoß mitnahm um sie dort zu bezahlen (hatte sie allerdings auch schon in eine Tüte gepackt), wobei ich auch nicht wußte, daß der Supermarkt im UG nicht zum Kaufhaus im EG gehört.
Bei den Hosen gab ich (nur mündlich) an, daß ich diese schon seit rund 1 Woche an meiner Arbeitsstätte liegen hätte und nun mit nach Hause nehmen wolle. Daraufhin beschlagnahmte die Polizei die Hosen und bat mich, an einem der darauffolgenden Tage die Quittung zur Wache zu bringen oder einen Kontoauszug, durch den man im Geschäft nachprüfen könnte, ob diese zwei (seltenen) gleichen Hosen an einem Tag verkauft wurden.

Bei etwas kühlerem Kopf zu Hause wurde mir gleich klar, daß ich da natürlich absoluten Mist erzählt habe, da die Sache rechtlich gesehen wohl ziemlich eindeutig ist !

Nun meine Fragen:

1. Kann bzw. sollte ich meine Aussage zurückziehen und die Tat eingestehen (wenn ja, dann wie ?)bzw. wie sollte ich überhaupt weiter vorgehen ?

2. Was für Folgen habe ich zu erwarten ? Strafmaß ? Kosten ?
Erfährt mein Arbeitgeber hiervon ?

3. Muß ich irgend etwas beachten bezüglich der Tatsache, daß ich in anderthalb Wochen für drei Wochen im Urlaub bin und dort nicht erreichbar bin und vermutlich auch keinen Kontakt nach Hause aufnehmen kann ?

4. Ist es ratsam, für die Wahrung meiner Rechte einen Anwalt zu beauftragen ?

Noch kurz zu meiner Person: Bin 39 Jahre alt, männlich, ledig, im Handwerk angestellt und verdiene netto rund 1800,-Euro.
Mit der Polizei hatte ich bisher noch nie etwas zu tun.

Ich hoffe, daß mir jemand möglichst schnell helfen kann.
Vielen Dank schon mal im Vorraus !!!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes zusammenfassend wie folgt:

zu 1: Als Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren haben Sie das Recht, überhaupt nichts zur Sache zu sagen. Darüber hinaus dürfen Sie auch die Unwahrheit sagen. Ob es sinnvoll ist, sich zur Sache einzulassen, lässt sich aus der Ferne immer schwer beurteilen. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, zunächst durch einen Anwalt Akteneinsicht zu beantragen. Dann kann erst einmal geprüft werden, was die übrigen Zeugen ausgesagt haben und wie die Beweislage ist. Dann erst sollte man sich zur Sache einlassen. Insgesamt macht es insbesondere in den eindeutigen Fällen auch durchaus Sinn, die Wahrheit zu sagen, da sich ein Geständnis immer strafmildernd auswirkt.

Trotzdem sollten Sie in Ihrem Fall mit der Aussage vorsichtig sein, da unter Umständen auch ein räuberischer Diebstahl im Raum stehen könnte. Dies ergibt sich daraus, dass Sie sich gegen die Festnahme durch den Detektiv gewehrt haben. Ob die Voraussetzungen eines räuberischen Diebstahls vorliegen könnten, kann aber erst beurteilt werden, wenn man die Aussagen des Detektivs kennt.


zu 2: Sollten Sie wegen Diebstahls angeklagt werden, so haben Sie mit einer Geldstrafe zu rechnen, die unterhalb vom 90 Tagessätzen angesetzt werden wird. Wie hoch die Strafe aber tatsächlich ausfällt, lässt sich nicht seriös vorhersagen.

Ihr Arbeitgeber erfährt nichts davon, jedenfalls dann nicht, wenn es sich um einen gewöhnlichen privaten Arbeitgeber handelt.


zu 3: Nein. Da die Tat ja erst kürzlich passiert ist, wird kurzfristig ohnehin nichts passieren. Bis es zu einer Entscheidung durch die Staatsanwaltschaft kommt, wird es noch dauern. Trotzem macht es Sinn, einen Vertrauten zu bitten, nach der Post zu sehen. Ideal wäre natürlich ein Anwalt, der die Korrespondenz - soweit notwendig - führen kann.


zu 4: Ein Anwalt ist immer ein guter Rat, da dieser Akteneinsicht verlangen kann und anhand dieser eine Verteidigung aufbauen kann. Zudem ist dann - wie oben erwähnt - auch ein Ansprechpartner zur Stelle, falls Sie abwesend sind.

Dennoch ist natürlich zu berücksichtigen, dass eine Strafverteidigung auch Kosten auslöst. Von daher obliegt die Entscheidung Ihnen. Sollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich zu der Überzeugung kommen, dass auch ein räuberischer Diebstahl möglich ist, dann sollten Sie in jedem Fall einen Anwalt hinzuziehen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben. Gerne stehe ich Ihnen für eine Nachfrage oder eine weitergehende Interessensvertretung zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 16.07.2008 | 22:08

Sehr geehrter Herr Aust,

zunächst einmal herzlichen Dank für die schnelle und hilfreiche Beantwortung meiner Fragen.
Lediglich zum ersten Punkt muß ich noch mal nachhaken:

Ich habe meine Aussage ja bereits in dem Polizeibericht unterzeichnet. Nun habe ich das Gefühl, daß es am sinnigsten wäre, beide Diebstähle zu gestehen. Aber: KANN ich meine unterzeichnete schriftliche Erklärung des Tatvorgangs überhaupt widerrufen -und wenn ja dann wie?
Schließlich muß ich mich ja bei der Polizei melden um die angebliche -aber natürlich nicht vorhandene- Quittung für die beiden Hosen vorzulegen.
Und: Ich habe hier schon gelesen, daß einige Täter sich bei dem bestohlenen Geschäft schriftlich entschuldigt haben. Ist dies eventuell sinnvoll ?

Über eine nochmalige Hilfe wäre ich dankbar, da ich auch weiterhin überhaupt nicht weiß, wie als nächstes vorzugehen ist.

Vielen Dank und Grüße nach Koblenz

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.07.2008 | 22:20

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können jederzeit eine Einlassung zur Sache abgeben. Sie können daher jederzeit zur Polizei gehen und dort eine neue Aussage zur Sache machen. Die Aussage wird dann erneut aufgenommen und von Ihnen unterschrieben. Diese neue Aussage von Ihnen ist dann die "aktuelle".

Was die Quittungen betrifft: Sie KÖNNEN zur Polizei gehen. Rechtlich verpflichtet sind Sie dazu aber nicht. Ggf. macht es aber natürlich Sinn, durch ein umfassendes Geständnis an den Ermittlungen mitzuwirken, um so eine mildere Strafe zu bekommen.

Was die Entschuldigung bei den Geschäften betrifft. Natürlich können Sie das tun und natürlich wirkt auch dies strafmildernd (wenn die Polizei von der Entschuldigung erfährt). Es wird aber nichts am Strafverfahren ändern.


Sie müssen nunmehr entscheiden, ob Sie durch ein umfassendes Geständnis bei der Polizei auf eine Strafmilderung hinarbeiten, oder ggf überhaupt nichts tun und zunächst einen Anwalt die Akten prüfen lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen nunmehr zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt


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Im ersten Anlauf bereits den Großteil meiner Fragen ausführlich beantwortet. Auch auf die Nachfrage folgte prompt eine Antwort, die mir sehr weiterhilft. Vielen Dank !

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