Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Drei Mal befristet, was nun?

16.02.2016 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Entfristung eines mehrfach befristeten Arbeitsvertrags

Ich habe die Frage, ob ich in folgendem Fall nicht doch unbefristet weiter beschäftigt werden muss. Die Verträge waren allesamt beim selben Arbeitgeber in der selben Abteilung und schlossen unmittelbar an den vorherigen an:
1. Vertrag: Befristet: Praktikum 6 Monate
1.2 Vertragsänderung der vorherigen Vertrages in Form von nachträglicher Anpassung an Mindestlohn
2. Vertrag: Befristet: Praktikum 3 Monate
3. Vertrag: Befristet: Aushilfe (ohne Befristungsgrund) 6 Monate
16.02.2016 | 11:46

Antwort

von


(106)
Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
Web: http://www.wuebbe-rechtsanwalt.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ich verstehe ihre Frage so, dass Sie damit den Anspruch der Entfristung ihres Arbeitsverhältnisses erfragen wollen.
Eine Befristung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen arbeitsrechtlich haltbar. Hierfür müssen die Voraussetzungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) erfüllt sein. Die Entfristung eines befristeten Arbeitsvertrag ist dann als Anspruch durchsetzbar, wenn die Befristung unwirksam und das Kündigungsschutzgesetz auf den Arbeitsvertrag anwendbar ist.
§ 14 TzBfG regelt, was bei Abschluss des befristeten Vertrages – angesprochen wird hierüber auch die nachträgliche Befristung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses – für dessen Wirksamkeit zu beachten ist. Das Grundkonzept sieht vor, dass jede Befristung schriftlich vereinbart werden muss (§ 14 Abs. 4 TzBfG), dass beim erstmaligen Abschluss eines Arbeitsvertrages zwei Jahre lang ohne Sachgrund befristet werden kann (§ 14 Abs. 2 TzBfG) und dass ansonsten eine Befristung durch einen Sachgrund gerechtfertigt sein muss (§ 14 Abs. 1 TzBfG) es sei denn, der Arbeitnehmer ist mindestens 52 (früher:58) Jahre alt (§ 14 Abs. 3 TzBfG). Auch die nachträgliche Befristung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses bedarf eines objektiven, die Befristung sachlich rechtfertigenden Grundes.
§ 14 Abs. 1 TzBfG enthält die Grundregel, die Befristung sei zulässig, sofern sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist. Zur Erläuterung, was ein solcher Grund ist, verweise ich auf die in § 14 Abs. 1 aufgeführten Beispiele. In der Rechtsprechung haben sich weitere Beispiele gebildet.
Ihre Verträge erfüllen den geforderten Sachgrund.

Außerdem darf ein Arbeitsvertrag nur dann befristet werden, wenn vorher nicht schon ein anderes (ggf. auch) sachgrundlos befristetes oder sogar unbefristetes Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer bestand. Zur Entfristung führt, dass im neuen Arbeitsverhältnis die Arbeitsbedingungen verändert werden (Bsp.: Stundenanzahl, Tätigkeitsgebiet, Stundenlohn). Hier liegt dann kein Fall einer Verlängerung des befristeten Arbeitsvertrags vor, sondern ein neuer Arbeitsvertrag. Ein neuer Arbeitsvertrag darf allerdings nicht befristet werden, wenn bereits vorher ein anderer befristeter Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer vorhanden war.
Ein weiterer Fall der Entfristung von einem Arbeitsvertrag ist darin zu sehen, dass die neue Befristung erst nach Ablauf der alten Befristung (schriftlich) vereinbart wird. Das bedeutet, dass das fortgeführte Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Befristung auf unbestimmte Zeit und somit unbefristet fortgeführt wird. In diesem Fall ist eine nachträgliche Befristung arbeitsrechtlich nicht mehr zulässig.
Eine Entfristung ist ferner darin zu sehen, wenn ein sachgrundloser Arbeitsvertrag innerhalb der zwei Jahre mehr als drei Mal verlängert wird. Gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG darf solch ein Arbeitsvertrag höchsten drei Mal verlängert werden.

Ob in der von Ihnen beschriebenen Verlängerung eine fehlerhafte Befristung vorliegt, kann ich nicht sagen, da mir die Verträge und der Inhalt nicht bekannt sind. Da aber kein sachgrundloser Vertrag vorliegt, ist das Abstellen auf den Verlängerungseinwand unwirksam.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

RA M. Wübbe


Rechtsanwalt Michael Wübbe

ANTWORT VON

(106)

Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
Web: http://www.wuebbe-rechtsanwalt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Tierrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68238 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Für eine erste Einschätzung zu den Erfolgsausichten war die Antwort sehr hilfreich. Auch der link zu einem Urteil könnte uns weiterhelfen. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Danke für die schnelle und kompetente Antwort. Das hat mir sehr geholfen. Den Anwalt kann ich voll und ganz weiterempfehlen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Antwort! Hat mein Problem zu einem positiven Abschluss gebracht. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen