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Drängeln, Beleidigung, Körperverletzung

13.02.2010 13:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich fasse den Sachverhalt aus meiner Sicht zusammen:

Bei 100km/h erlaubter Geschwindigkeit auf einer Bundesstraße bin ich mit 110 km/h gefahren. Ein anderer Verkehrsteilnehmer ist bei meinem Überholvorgang, der ca. 20-25 Sek. Dauerte, sehr dicht aufgefahren und hat mehrfach die Lichthupe benutzt. Nach meinem Überholvorgang ist der Herr X neben mich gefahren und hat geschimpft und mir „den Vogel“ gezeigt, was ich mit einem Lachen und dem „Scheibenwischer“ beantwortet habe. Herr X ist dann vor mich gefahren und hat seine Geschwindigkeit verringert, so dass ich ihn wieder überholt habe.

Herr X ist mir dann gefolgt. Da ich mich dadurch bedrängt fühlte habe ich nach einer Ausfahrt auf einem Parkplatz in der Stadt angehalten. Ich benutzte einen vorderen, freien Parkplatz. Herr X hat weiter hinten geparkt und ist auf mich zugelaufen. Es folgten Wortgefechte, gefolgt von ersten Drohungen, dass ihm die Hand ausrutschen könne, Herr X nannte mich dann ein dummes Ars…..h und „junger Rotzbengel“. Daraufhin habe ich gesagt „Was hast du/Sie zu mir gesagt“. Darauf standen wir Kopf an Kopf und er spuckte mir ins Gesicht, worauf ich ihn weggeschupst habe. Er wollte mir darauf mit der Faust ins Gesicht schlagen. Dem Schlag konnte ich ausweichen so dass er nur meine rechte Schulter traf (blauer Fleck, war leider nicht beim Arzt). Der zweite Schlag von ihm ging ins leere und ich lachte ihn daraufhin aus.

Ab dem Zeitpunkt des Schupsers kam ein Unbeteiligter Zeuge hinzu. Daraufhin ist Herr X zu seinem Auto zurückgelaufen und schimpfte dass ich noch von ihm hören werde und er das nicht auf sich sitzen lässt Ich stand noch einen Moment und bin dann auch Richtung Auto gelaufen. Nach einiger Zeit kam ein unbeteiligter hinzu, der Eigentümer des Grundstücks war, er schickte erst mich weg und wollte dann laut seiner Aussage auch Herr X wegschicken. Daraufhin (nach ca. 20 Sek.) bin ich dann weggefahren.

Nach einigen Tagen habe ich einen Bericht in der Zeitung gelesen, der auf diesen Vorfall zutrifft. Daraus geht hervor, dass Herr X mich wohl angezeigt haben muss (einen Brief bzgl. der Anzeige habe ich bis dato nicht erhalten.). Laut dem Zeitungsbericht hat Herr X den Vorfall genau umgekehrt bei der Polizei geschildert und noch einen Kopfstoß gegen ihn hinzugedichtet (sprich ich hätte gedrängelt, ihn beleidigt und ihm einen Kopfstoß verpasst der eine Verletzung an der Nase verursachte und dann geflohen wäre). Es stand auch dabei, dass nur der Fahrzeughalter (was ich nicht bin) ermittelt wurde und die Ermittlung noch läuft. Daraufhin habe ich mich bei der Polizei gemeldet, die mich aber darauf verwies, dass ich den Brief abwarten müsse.

Ich bin über 21 und hatte noch nie Schwierigkeiten mit der Polizei o.ä..

Nun zu meinen Fragen:

1. Wenn kein Zeuge was gesehen hat steht ja Aussage gegen Aussage. Ist dann eine Einstellung des Verfahrens durch den Staatsanwalt zu erwarten?

2. Da ich Herr X für sehr gerissen halte (alleine schon die Anzeige aufgrund falscher Tatsachen) sind mir noch versch. Möglichkeiten in den Kopf gekommen.
- Was ist wenn ein Zeuge das Schupsen als Kopfstoß gesehen hat? Theoretisch könnte es aus einiger Entfernung so aussehen, da ich nach dem Spucken ja etwas zurückgewichen bin und ihn dann geschupst habe.
- Herr X hatte nach meinem Verlassen keine Verletzung durch das Schupsen oder mich. Ich halte es für möglich (wenn auch unwahrscheinlich), dass Herr X sich, durch seinen sehr großen Ärger selbst eine Verletzung zugefügt hat um seine Lüge zu stützten.

Wären bei diesen zwei oder einer Variante mit einem Verfahren vor Gericht zu rechnen oder wird das Verfahren vermutlich auch eingestellt?

- Kann es mir als Nachteil ausgelegt werden, dass ich keine Anzeige gemacht habe? Wenn ja, sollte ich nachträglich noch eine machen?

- Ist es Ratsam vor meiner Aussage bei der Polizei einen Anwalt einzuschalten oder sollte sich die, meiner Meinung nach, kleine Sache auch so problemlos lösen lassen?

Vielen Dank bereits im Voraus für Ihre Antwort.

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

In einem gegen Sie geführten Strafverfahrens kann es durchaus zu einer Einstellung des Verfahrens kommen, wenn Sie und der Anzeigeerstatter den Sachverhalt abweichend voneinander darstellen und keine Zeugen vorhanden sind. Dies ist dann umso wahrscheinlicher, soweit die Staatsanwaltschaft an der Verfolgung einer möglichen Straftat kein öffentliches Interesse sieht.
ABER: Zu einer Einstellung muss es nicht kommen, insbesondere dann nicht, wenn der Anzeigeerstatter nachweisen kann , Verletzungen erlitten zu haben. Die Staatsanwaltschaft kann hierbei auch grds. darauf schließen, dass dies mit dem Vorfall zusammenhängt, es sei denn, es liegen tatsächlich Anhaltspunkte vor, dass die Quelle der Verletzungen eine andere ist. Soweit keine Anhaltspunkte vorliegen, müsste Sie diese liefern, was jedoch nur schwer möglich sein dürfte.
Ob die Staatsanwaltschaft letztlich das Verfahren einstellt, Anklage erhebt oder den Erlass eines Strafbefehls beantragt, kann derart pauschal nicht beurteilt werden.
Die Chancen einer Einstellung im Ermittlungsverfahrens sinken selbstverständlich, soweit tatsächlich ein weiterer, unabhängiger Zeuge vorhanden ist und dieser die Variante des Geschehens des Anzeigeerstatters bestätigt. Aber auch letztlich ohne einen weiteren Zeugen muss man sagen, dass die Gefahr einer Anklageerhebung oder Antrag auf Erlass eines Strafbefehls besteht. Eine Patt-Situation (Aussage gegen Aussage) gibt es im Strafrecht in der Form nicht. Im Strafrecht gilt Amtsermittlungsgrundsatz. Folge ist, dass der Anzeigeerstatter selbst als Zeuge auftreten kann und damit ein zulässiges Beweismittel darstellt. Die Staatsanwaltschaft wie auch letztlich das Gericht können das Ergebnis der Ermittlungen grds. frei würdigen. Für Sie besteht damit die Gefahr, dass Ihre Einlassung als unglaubwürdig und Schutzbehauptung zurückgewiesen wird. In Anbetracht dessen ist es aus meiner Sicht auch nicht ratsam, selbst Strafanzeige zu erstatten, wenn diese nicht im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang zum Geschehen steht. Insbesondere dann nicht, wenn Sie bereits Kenntnis von einem Strafverfahren gegen Sie haben. Dies birgt das Risiko in sich, dass Sie vom eigenen Tatvorwurf ablenken wollen. Ihnen hilft dies letztlich auch nicht, mit Blick auf den Tatvorwurf gegen sich, weiter.
In jedem Fall ist Ihnen anzuraten, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen, soweit gegen Sie tatsächlich ein Ermittlungsverfahren geführt wird. Dies allein schon mit Blick darauf, dass hier Akteneinsicht notwendig sein wird, um zu ermitteln, was Ihnen genau vorgeworfen wird und ob tatsächlich weitere Beweismittel als den Anzeigeerstatter als Zeugen selbst gibt. Auch sehe ich hier die Gefahr, dass Ihnen im Fall einer Verurteilung ein Fahrverbot droht, da eine etwaige Tat im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges steht.
Ihnen ist nicht anzuraten, sich ohne Rücksprache mit einem Anwalt selbst zum Tatvorwurf einzulassen, denn das Protokoll über die Beschuldigtenvernehmung kann als Beweismittel in ein Hauptverfahren eingebracht werden. Für Sie negative Äußerungen sind daher nicht mehr zu revidieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen vorerst behilflich sein und verbleibe

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