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Doppelte Staatsbürgerschaft (de/tr)

15.04.2019 22:24 |
Preis: 53,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Rechtsanwältin,
Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich wurde im Jahre 1999 aus der türkischen Staatsbürgerschaft entlassen und habe die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Geboren im Jahre 1990.

Habe ich nach den neuesten Gesetzesänderungen wieder ein Anrecht auf die doppelte Staatsbürgerschaft?

Welche Staatsbürgerschaft wird mein Kind bekommen, nur eine oder beide? (Mutter türk./ Vater deutsch.)
15.04.2019 | 23:29

Antwort

von


(268)
Käthe-Kollwitz-Str. 17
07743 Jena
Tel: 03641 47 800
Web: http://www.ra-stadnik.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Es besteht die Möglichkeit vor der Beantragung der türkischen Staatsangehörigkeit einen Antrag auf die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit zu stellen. Der Antrag ist beim Bundesverwaltungsamt zu stellen. Beachten Sie, dass Sie keinesfalls die türkische Staatsangehörigkeit vor der Entscheidung über die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen dürfen, denn mit der Annahme einer anderen Staatsangehörigkeit geht die deutsche automatisch verloren, § 25 StAG.
Bei dem Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit müssen folgende Gründe vorgetragen werden (Info des BVA),

Der Antrag auf Beibehaltung kann nur genehmigt werden, wenn Sie über fortbestehende Bindungen an Deutschland verfügen.
Bitte machen Sie daher Angaben über:
• Ihre deutschen Sprachkenntnisse
• Ihre Beziehungen zu nahen Verwandten in Deutschland (Name und Anschrift der betreffenden Personen, kurze Darstellung von Art und Umfang der Kontakte)
• falls zutreffend: Angaben über berufliche, geschäftliche und sonstige Beziehungen zu Deutschland. Bitte fügen Sie ggf. Unterlagen bei, z. B. bei Immobilienbesitz in Deutschland: einfache Kopie des Grundbuchauszugs oder des letzten Grundsteuerbescheids, bei Rentenbezug oder –anwartschaft in Deutschland: einfache Kopie des letzten Rentenbescheids oder der letzten Mitteilung
Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit
Aus dem Antrag muss hervorgehen, weshalb Sie trotz der bestehenden Bindungen an Deutschland darauf angewiesen sind, die fremde Staatsangehörigkeit zu erwerben.
Machen Sie deshalb z. B. Angaben über konkrete Erleichterungen/Vergünstigungen im Falle der Einbürgerung oder die Vermeidung/Beseitigung konkreter Nachteile
• in der Ausbildung oder im Studium
• in der Berufsausübung
• bei der Vergabe von Stipendien oder Fördergeldern
• bei geschäftlichen Beziehungen (z. B. bei Aufträgen der öffentlichen Verwaltung)
• bei Erwerb/Verkauf von Immobilien
• im Erbrecht
• im Aufenthaltsrecht, soweit die Belastungen/Nachteile nicht Ausländer im Allgemei-
nen betreffen (z. B. konkrete Nachteile beim Nachzug des Ehegatten, nicht aber die
fehlende Wahlberechtigung im Gastland)
• sonstige konkrete Vorteile für Sie im Falle der Einbürgerung.

2. Das Kind bekommt beide Staatsangehörigkeiten (unter Voraussetzung der Vaterschaftsanerkennung, § 4 StAG) und darf sie zunächst bis zum 21. Lebensjahr beide behalten. Grundsätzlich gilt aber die Optionspflicht, d.h. es muss nach der Vollendung des 21. Lebensjahres schriftlich erklären für welche es sich entscheidet, § 29 StAG. Um aber beide über das 21. Lebensjahr hinaus beibehalten zu dürfen muss es im Inland aufgewachsen ist. im Inland aufgewachsen ist ein Deutscher, wenn er bis zur Vollendung seines 21. Lebensjahres
1. sich acht Jahre gewöhnlich im Inland aufgehalten hat,
2. sechs Jahre im Inland eine Schule besucht hat oder
3. über einen im Inland erworbenen Schulabschluss oder eine im Inland abgeschlossene Berufsausbildung verfügt.
Als im Inland aufgewachsen gilt auch, wer im Einzelfall einen vergleichbar engen Bezug zu Deutschland hat und für den die Optionspflicht nach den Umständen des Falles eine besondere Härte bedeuten würde.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Evgen Stadnik

ANTWORT VON

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Käthe-Kollwitz-Str. 17
07743 Jena
Tel: 03641 47 800
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