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Doppelte Staatsbürgerschaft.....


07.10.2006 07:18 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Guten Tag, meine Anfrage ist etwas komplex. Ich bin deutscher Staatsbürger und mit einer deutschen Staatsbürgerin türkischer
Abstammung verheiratet. Meine Ehe-Frau wurde 1999 eingebürgert. Unsere Eheschließung erfolgte im August 2002 in Dänemark. Nun möchte ich aus beruflichen Gründen neben meiner deutschen- ggf. die türkische Staatsbürgerschaft erwerben ( mit Beibehaltungsgenehmigung ). Dazu ergab meine heutige Anfrage beim türkischen Konsulat eine Überraschung. Danach wurde meine Ehefrau ohne Antrag nach dem 31.12.1999 mit ihrem Mädchennamen wieder in der Türkei eingebürgert. Nur wird sie dort als nicht verheiratet geführt, was ja auch logisch erscheint. Welche Veranlassung hätten wir denn auch gehabt, den türkischen Behörden unsere Eheschließung mitzuteilen?! Von einer vollzogenen Wiedereinbürgerung hatten wir bis heute keine Ahnung. Nun ergeben sich für mich eine ganze Reihe verwirrender Fragen, ich bitte Sie etwas juristische Ordnung in meine Gedankengänge zu bringen....:

1. Da meine Ehefrau streng nach dem deutschen Staatsangehörgkeitsgesetz durch die Wiedereinbürgerung in die Türkei die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat würde dies gleichzeitig bedeuten, dass wir nicht mehr verheiratet sind ??!

2. Wir wissen nicht einmal wann die bis heute ungewünschte Wiedereinbürgerung erfolgt ist. Vielleicht vor August 2002, wo sie noch nicht mit mir verheiratet war, oder erst nach Augugst 2002 nachdem sie seitdem unseren gemeinsamen Ehenamen trägt.

3. Und was passiert, wenn ich nun unsere dänische Heiratsurkunde legalisieren lasse, damit sie im türkischen Melderegister als mit mir verheiratet geführt wird. Wenn sie denn nun mal in der Türkei wieder eingebürgert wurde, dann doch bitte aber auch dort mit dem korrekten Familienstand und -namen!!

4. Ich möchte in erster Linie für meine Ehefrau keine Probleme, weder hier noch in der Türkei. Gleichzeitig könnte ich von einer türkischen Staatsangehörigkeit meiner Ehefrau profitieren, da ich als Ehegatte einer Türkin natürlich erleichtert eingebürgert werden könnte.

5. Wenn ich dann noch eine Beibehaltungsgenehmigung für meine deutsche Staatsbürgerschaft beantrage und genehmigt bekäme, wäre ja alles ganz nett und gar nicht so verkehrt.

Wie verhalten wir uns in dem beschriebenen Fall juristisch korrekt und einwandfrei ?

Mit freundlichen Grüßen

keine Unterschrift, da ich gerne anonym bleiben möchte








Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Durch die Wiedereinbürgerung Ihrer Frau wird die in Dänemark geschlossene Heirat nicht ungültig. Eine in Dänemark geschlossene Ehe bleibt auch in Deutschland grundsätzlich anerkannt.

Bei Ihrer Frau ist die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß § 25 StAG nicht entfallen, da es an einem erforderlichen Antrag fehlt. § 25 StAG setzt voraus, dass der Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit durch eine freie, unmittelbar auf den Erwerb der anderen Staatsangehörigkeit gerichtete Willensentscheidung bewirkt wird. Eine solche Willensbildung ist bei Ihrer Frau, mangels eines Antrags, nicht zu erkennen.

Ihre Frage unter 3. ist von hier aus nicht zu beantworten, da sie türkisches Recht betrifft.
Ich gehe aber davon aus, dass Sie beim türkischen Konsulat über diese Frage eine Auskunft erhalten.

Die Beibehaltung kann genehmigt werden, wenn öffentliche oder private Belange den Erwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit oder den Fortbestand der deutschen Staatsangehörigkeit rechtfertigen und der Genehmigung keine überwiegenden Belange entgegenstehen (vgl. § 25 Staatsangehörigkeitsgesetz). Es handelt sich hier demnach um eine Ermessensentscheidung.

Dem Antrag bei der zuständigen Behörde sollten Sie auf jeden Fall eine ausführliche Stellungnahme zum Fortbestand der Bindungen an Deutschland beifügen.
Darüber hinaus ist es ratsam Gründe für die Notwendigkeit des Erwerbs der ausländischen Staatsangehörigkeit zu benennen.

Bevor Sie die türkische Staatsangehörigkeit beantragen, sollten Sie erst das Beibehaltungsverfahren abwarten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2006
info@kanzlei-roth.de

Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2006 | 09:26

"Eine solche Willensbildung ist bei Ihrer Frau, mangels eines Antrags, nicht zu erkennen.

Ihre Frage unter 3. ist von hier aus nicht zu beantworten, da sie türkisches Recht betrifft."

Sehr geehrter Herr Roth, in der Tat war die Beantwortung meiner Fragen durch Sie sehr hilfreich, vielen Dank. Trotzdem nochmals die ENTSCHEIDENDE Nachfrage. Ich gehe mit Ihnen absolut konform, dass meine Frau mangels eines Antrages die deutsche Staatbürgerschaft nicht verloren haben kann. Aber man kann gar nicht dumm genug denken....könnten nicht die deutschen Behörden jetzt noch nachträglich auf die Idee kommen, wenn wir bei den türkischen Behörden jetzt nach 7 Jahren die Namens- und Familienstandsänderung "BEANTRAGEN" ??? Nach dem Motto....warum "BEANTRAGEN" sie bei den türkischen Behörden etwas, wenn sie doch eigentlich die türkische Staatsbürgerschaft gar nicht wollten ?! Es kann jedoch nach meiner Rechtsauffassung eben gerade nicht sein kann, dass meine Frau zwei unterschiedliche Familienstände besitzt. In Deutschland verheiratet in der Türkei nicht verheiratet. Vielleicht haben Sie ja noch einen abschließenden Gedanken und Rat für mich !? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2006 | 10:37

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Nach meiner Kenntnis bleibt eine Person so lange türkischer Staatsbürger, wie er im Melderegister als Türke weitergeführt wird. Diese Tatsache berührt hingegen die deutsche Staatsangehörigkeit in keinem Fall, da der Wortlaut des § 25 StAG für den Verlust - wie mitgeteilt - insoweit eindeutig ist.
Ihre Frau kann daher als deutsche Staatsbürgerin auch als türkische Staatsbürgerin in den türkischen Personenstandsregistern geführt werden.

Sie sollten von einem türkischen Kollegen prüfen lassen, ob Ihre Heirat in Dänemark auch in der Türkei anerkannt wird.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

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