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Doppelte Haushaltsführung_Übernahme Kosten durch Arbeitnehmer

21.07.2021 12:36 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Bei einem beruflich bedingten zweiten Haushalt am Beschäftigungsort ist ein Teil der nachgewiesen Kosten von der Einkommensteuer als Werbungskosten absetzbar, wenn am ersten Wohnort ein eigener Haushalt besteht, dessen Kosten Sie zuvor zu mind. 10% tragen.

Hallo,

ich starte zum 1.11. eine neue Tätigkeit bei einem neuen Arbeitgeber in Stuttgart, meinen Hauptsitz habe ich in Frankfurt. Vereinbart haben wir folgendes:

1.) Präsenztage in Stuttgart: 2 Tage die Woche (mündlich vereinbart)
2.) Übernahme Kosten für eine Bahncard 100 pro Jahr und eine Unterbringung in Stuttgart (im Arbeitsvertrag vereinbart)

Nun habe ich folgende Fragen:
1.) Verstehe ich das Steuerrecht richtig, dass mir mein Arbeitgeber eine Unterbringung in Stuttgart (unabhängig davon ob dies in einer Wohnung oder in einem Hotel erfolgt) im Sinne einer doppelten Haushaltsführung bis zu einer maximalen Höhe des zulässigen Werbungskostenabzugs steuerfrei erstatten / übernehmen darf? Sprich der Arbeitgeber darf steuerfrei maximal EUR 1.000 pro Monat erstatten / übernehmen? Gibt es hier einen Unterschied ob er es erstattet oder gleich selber übernimmt?
2.) Wenn mein Arbeitgeber eine Prognose für die Nutzung der Bahncard 100 erstellt, die zeigt, dass sich die Bahncard auf Grund von Fahrten bei Auswärtstätigkeiten sowie Familienheimfahrten voll amortisiert, kann ich die Bahncard 100 steuerfrei privat nutzen, richtig?
3.) Nach meinem Verständnis gilt für die Rechnung unter 2.) bei Fahrten bei Auswärtstätigkeiten Hin- und Rückfahrt bei Familienheimfahrten immer nur eine einfache Strecke, richtig? Zudem ist es zulässig, bei beiden Fahrtentypen meinen Hauptsitz Frankfurt anzugeben, korrekt?
4.) Ist es zulässig, dass mir mein Arbeitgeber die Kosten für die Bahncard 100 erstattet, selbst wenn er den Maximalbetrag von EUR 1.000 pro Monat für die Unterbringung im Sinne einer doppelten Haushaltsführung erstattet?
5.) Nehmen wir an, ich würde keine doppelte Haushaltsführung anmelden wollen, dann kann ich die Bahncard 100 ja auch auf Basis einer Prognose aus Fahrten bei Auswärtstätigkeiten und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erstatten. Gäbe es in diesem Fall eine Möglichkeit für den Arbeitgeber mir die Kosten für die Unterbringung in Stuttgart steuerfrei zu erstatten? Falls ja, was wären hier maximale Grenzwerte?


Einsatz editiert am 21.07.2021 15:48:49

22.07.2021 | 15:42

Antwort

von


(255)
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86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einem beruflich bedingten zweiten Haushalt am Beschäftigungsort ist ein Teil der nachgewiesen Kosten von der Einkommensteuer als Werbungskosten absetzbar, wenn am ersten Wohnort ein eigener Haushalt besteht, dessen Kosten Sie zuvor zu mind. 10% tragen.

Darüber hinaus muß die Fahrtzeit über der Zumutbarkeitsgrenze liegen.

Für die Miete der Unterkunft (Zimmer od. Hotel) sind bis max. 1.000€ im Monat möglich, natürlich gegen Beleg.
[BFH Urt. v. 04.04.2019 (Az.: VI R 18/17)].

Die Kosten für notwendige Ein­rich­tungs­ge­gen­stände und Hausrat sind in voller Höhe absetzbar, sowie einmalig die Kosten eines Umzugs (bzw. Einzugs).

An Reisekosten sind Fahrtkosten für wöchentliche Heimfahrten absetzbar.
In den ersten 3 Monaten können dann noch Mehraufwendungen für Verpflegung als Werbungskosten angegeben werden.

Das gilt natürlich nur, wenn diese Kosten tatsächlich anfallen und auch von Ihnen getragen werden.

Sollte der Arbeitgeber das bezahlen, kann er die Rechnungen voll als Betriebskosten absetzen.

Auf Sie kommt dann ggf. wie bei einem Dienstwagen ein geldwerter Vorteil zu, wenn die Kosten erstattet werden.
M.E. besteht kein Unterschied ob der Arbeitgeber Kosten erstattet oder gleich selber übernimmt. Das hängt davon ab, auf wen die Rechnung ausgestellt ist.
Bei einer Rechnung an Sie kann die MwSt. „verloren" gehen.

Der Arbeitgeber kann die Kosten für die Bahncard 100 erstatten, weil der Betrag von 1.000€ pro Monat für die Wohnung im Sinne doppelte Haushaltsführung gilt.
Die mögliche auch private Nutzung der BahnCard 100 ist nicht zu versteuern,
weil das FA die Privatnutzung nachweisen muß und den Umfang ebenso.

Der Arbeitgeber kann die Kosten für die Unterbringung in Stuttgart steuerfrei zu erstatten, wenn Sie keine DH anmelden, weil diese dann ja bedarfsorientierte gebucht wird.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 22.07.2021 | 16:24

Hallo Herr Müller-Roden,

vielen Dank für diese hilfreichen Antworten. Dies hat zu ein paar Folgefragen geführt.

Nehmen wir an, dass ich keine doppelte Haushaltsführung anmelde. Dann ist mein Verständnis, dass
# ich die, vom Arbeitgeber bezahlte, Bahncard 100 steuerfrei privat nutzen kann (also ohne Versteuerung eines geldwerten Vorteils), wenn ich eine Prognose vom Arbeitgeber bekomme, dass die Nutzung für Auswärtstätigkeiten und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mittels Bahncard 100 günstiger ist als Einzelfahrscheine zu buchen
# ich keinen geldwerten Vorteil für eine vom Arbeitgeber bezahlte Unterkunft in Stuttgart (dann ja der Ort meiner ersten Tätigkeitsstelle) versteuern muss. Dies gilt auch für den Fall, dass ich nicht bedarfsorientiert z.B. einzelne Nächte im Hotel verbringe sondern eine dauerhafte Wohnung vom Arbeitgeber bezahlt bekomme.

Sollte ich eine doppelte Haushaltsführung anmelden, dann ist mein Verständnis, dass
# ich ähnlich wie oben die, vom Arbeitgeber bezahlte, Bahncard 100 steuerfrei privat nutzen kann
# ich die vom Arbeitgeber getragenen Unterkunftskosten als geldwerter Vorteil versteuern muss.

Ist mein Verständnis richtig?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.07.2021 | 08:03

Die doppelte Haushaltsführung ist in
§ 9 Abs. I Nr. 5 EStG definiert. Die Übernachtungskosten kann der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer steuerfrei in Höhe der nachgewiesenen tatsächlichen Aufwendungen oder bis
zur Höhe eines Pauschbetrages ersetzen
(R 9.11 Abs. 10 LStR).
Das ist dann kein geldwerter Vorteil.

Die Möglichkeit der Privatnutzung der BC kann zu einem Geldwerten Vorteil führen, das hängt von Ihrem FA ab.

Die Kosten für Einrichtungsgegenstände sind zusätzlich voll abziehbar
[BFH Urt. v. 04.04.2019 (Az.: VI R 18/17)]

ANTWORT VON

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