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Doppelte Haushaltsführung mit Zweitwohnsitz am Geburtsort des AN


30.12.2012 20:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde gerne wissen wie wahrscheinlich die Anerkennung der doppelten Haushaltsführung in folgendem Fall ist:

Arbeitnehmer X zieht berufsbedingt in die Stadt A, in welcher er auch seine Kindheit und Jugend verbracht hat und in der auch immer noch die Eltern von X wohnen. Davor wohnte X seit rund 8 Jahren in verschiedenen Städten, zuletzt seit über 3 Jahren zusammen mit seiner Lebensgefährtin in Stadt B (ca. 300 km entfernt von Stadt A).

Arbeitnehmer X wird in Stadt A in ein Haus ziehen, das seiner Großmutter gehört. Es werden also zunächst keine Mietkosten, wohl aber Renovierungskosten und die sonst üblichen Kosten für z.B. 2. Telefon- und Internetanschluss anfallen. An den Wochenenden wird X regelmäßig zu seiner Lebensgefährtin in die Stadt B pendeln.

Wird das Finanzamt eine doppelte Haushaltsführung vorraussichtlich anerkennen?
Wenn ja, würde vom Finanzamt auch eine Miete, die an die Großmutter bezahlt wird als Kosten für doppelte Haushaltsführung anerkennen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Mr. Y
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Beruflich veranlasst muss nicht die Aufspaltung zwischen der eigenen Wohnung in B und in A sein, sondern nur der zusätzliche Wohnsitz am Beschäftigungsort. Die Kosten der Wohnung in A können Sie also absetzen, wenn Sie als Alleinstehender im Einzelnen Nachweise für das Bestehen eines Mittelpunktes der Lebensinteressen in B darlegen und Sie in B einen eigenen Hausstand unterhalten. Ein eigener Hausstand wird von einem Alleinstehenden nur unterhalten, wenn er sich in der betreffenden Wohnung im Wesentlichen nur unterbrochen durch die arbeitsbedingte Abwesenheit und ggf. Urlaubsfahrten aufhält. Es muss der Haupthausstand des Arbeitnehmers sein. Nur gelegentliche Besuche oder Ferienaufenthalte genügen grundsätzlich nicht, genauso wenig die Eingliederung in einen Hausstand als die Hausstandsführung nicht wesentlich bestimmender bzw. mitbestimmender Teil. Entscheidend sind die Gesamtumstände. Als Kriterien zur Entscheidung der Frage, wo sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen eines Alleinstehenden befindet, prüft der BFH, wie oft und wie lange sich der Arbeitnehmer in der einen und der anderen Wohnung aufhält, wie beide Wohnungen ausgestattet und wie groß sie sind, wo sich Bezugspersonen des Arbeitnehmers überwiegend aufhalten, ferner die Dauer des Arbeitsverhältnisses und die Entfernung beider Wohnungen; ein wichtiges Indiz ist die Zahl der Heimfahrten. Sie können also die Fahrten zwischen Aund B geltend machen, wenn in B Ihr Lebensmittelpunkt ist und die Kosten für die Wohnung in A. Am besten Sie schließen einen Mietvertrag mit Ihrer Großmutter. Wichtig ist, dass Sie in A einen eigenen Hausstand begründen und nicht lediglich in das Anwesen Ihrer Großmutter eingegliedert sind.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2012 | 11:23

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre Darlegung. Gestatten Sie mir noch ein Frage:

Sie sagen "...wenn Sie als Alleinstehender im Einzelnen Nachweise für das Bestehen eines Mittelpunktes der Lebensinteressen in B darlegen und Sie in B einen eigenen Hausstand unterhalten."

Ist es für die Darlegung des Lebensmittelpunktes ausreichend, dass die Lebensgefährtin in B wohnt und der Arbeitnehmer dort auch die Hälfte der Mietkosten übernimmt und regelmäßig am Wochenende dort sein wird?

Meine Sorge ist, dass das das FA den Lebensmittelpunkt in B nicht anerkennt, da eben, wie gesagt, auch noch familiäre Beziehungen (Eltern) in Stadt A bestehen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2012 | 11:56

Die Gefahr besteht hier, dass das FA den Lebensmittelpunkt in B nicht anerkennt. Sind Sie denn auch als Mieter in den Mietvertrag eingetragen und bezahlen die hälftigen Mietkosten?
Haben Sie noch weitere Verbindungen oder Kontakte in B, wie Vereinsmitgliedschaften? Je mehr Beziehungen Sie zu der Stadt B desto besser und leichter wird, den Lebensmittelpunkt durchzusetzen.

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