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Doppelte Haushaltsführung - eigener Hausstand


10.08.2006 09:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Folgender Sachverhalt:
Seit einigen Jahren arbeite ich ca. 250 km entfernt von meiner Heimatstadt, habe bis 2003 Doppelte Hauhaltsführung geltend gemacht. Für 2004 will das FA diese nicht mehr anerkennen, da es unterstellt, ich hätte keinen eigenen Hausstand.
Tatsächlich wohne ich am Wochenende in der Wohnung, in der auch meine Eltern wohnen, im Haus meines Vaters. Die anderen Wohnungen im Haus sind fremd vermietet. Meine Eltern sind schon etwas älter.
Ist es eine Lösung, wenn ich einen Mietvertrag vorlege, aus dem hervorgeht, dass ich die gesamte Wohnung von meinem Vater gemietet habe? Hätte ich damit eine ausreichende rechtliche Grundlage für die doppelte Haushaltsführung? Zudem ist zu berücksichtigen, dass ich den Haushalt der Familie maßgeblich steuere. Meine Eltern wohnen daher praktisch mit in meiner Wohnung, nicht ich bei Ihnen.

-- Einsatz geändert am 10.08.2006 09:48:46
Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage bezüglich der Doppelten Haushaltsführung.

In Ihrem Fall she ich es nicht als problematisch an, dass Sie keinen Mietvertrag mit Ihrem Vater geschlossen haben. Es ist vielmehr so, dass das Finanzamt Ihnen nicht glaubt, dass Sie weiterhin bei Ihren Eltern wohnen und 250 km weit entfernt eine Wohnung in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes haben.

Sie müssen dem Finanzamt gegenüber belegen, dass Ihr Lebensmittelpunkt weiterhin in dem Wohnort Ihrer Eltern liegt.

Ein Mietvertrag alleine reicht dazu nicht aus. Besonders da dieser auch erst für die Zukunft geschlossen und steuerlich anerkannt werden kann.

Sie sollten dem Finanzamt eher schriftliche Erklärungen Ihrer Eltern geben, in denen diese bestätigen, dass Sie regelmäßig am Wochenende nach Hause kommen und dass Sie auch die Geschäfte der Familie führen.

Darüber hinaus kann es Ihnen helfen auch Erklärungen anderer Verwandter und Freunde aus Ihrem Heinmatort vorzulegen, die Ihre regelmäßigen Heimfahrten und gemeinsame Aktivitäten bestätigen.

Sie müssen dem Finanzamt gegenüber beweisen, dass Sie Ihre wichtigen sozialen Bindungen weiterhin am Heimatort haben.

Ich denke Ihnen damit im Rahmen dieses Forums eine mögliche Argumentation gegenüber dem Finanzamt gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.08.2006 | 10:39

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Die sozialen Bindungen etc. werden vom FA nicht bezweifelt, ein Nachweis wäre auch kein Problem.
Es geht aktuell nur darum, dass das FA davon ausgeht, dass ich am Wochenende als Lediger in der Wohnung meiner Eltern wohne, und seit 2004 ein solcher Sachverhalt nicht ausreicht, um einen eigenen Hausstand zu begründen. Das FA gibt sich sehr hartnäckig in diesem Punkt. Insofern üherrascht mich Ihre Aussage etwas, das Sie diesen Punkt "nicht als problematisch" ansehen.

Daher möchte ich nun gern darlegen, dass sich die Situation 2004 anders verhalten hat als das FA annimmt, nämlich, dass meine Eltern in einer Wohnung, die insgesamt rechtlich mir zuzuordnen war, gewohnt haben (vgl. erste Fragestellung). Dokumentieren würde ich dieses über einen Mietvertrag über die gesamte Wohnung im Jahr 2004. Als weiteres Argument möchte ich anführen, dass ich den Haushalt maßgeblich bestimme.
Es geht nun um die Frage, ob die diese Darstellung gegenüber dem FA tragfähig ist.

Könnten Sie diese Frage bitte beantworten? Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.08.2006 | 11:39

Sehr geehrter Fragesteller,
sehr geehrte Fragestellerin,

ich bin wirklich ein wenig grob über das Problem der eigenen Wohnung hinweg gegangen. 2004 hat es eine gewisse Änderung gegeben.

Sie müssen nachweisen, dass Sie in der Wohnung der Eltern über einen eigenen Hausstand verfügen. Im Klartext heißt das, dass Ihnen die Verfügung über die Wohnung zustehen muss.

Eine vertragliche Regelung ist hier nicht nötig. Sie haben allerdings Recht, dass ein Mietvertrag nach außen hin Klarheit über Ihre Verfügungsrechte schafft.

Dann ist jedoch problematisch, dass ein Mietvertarg unter nahen Angehörigen nur anerkannt wird, wenn er wie unter Fremden Dritten geschlossen und auch durchgeführt wurde. Das heißt es hätte im letzten Jahr regelmäßig Mietzahlungen von Ihnen geleistet werden müssen. Hier kann sonst das Finanzamt ansetzen und den Vertrag ablehnen.

Sinnvoller erscheint es mir in Ihrem Fall, dass Ihre Eltern dem Finanzamt gegenüber erklären, dass Sie alleine über die Wohnung verfügen können und dass Ihre Eltern quasi Untermieter sind.

Hier könnte Ihr Argument, dass Sie die Geschäfte der Familie führen ausschlaggebend sein. Wenn Sie auch nach außen diese Geschäfte führen, dann verfügen Sie auch über die Wohnung Ihres Vaters.

Ob das Finnazamt eine solche Konstruktion schluckt kann ich kaum abschätzen. Besonders wenn die Wohnung noch im Eigentum Ihres Vaters ist. Und geanu an dieser Frage kann sich das Finanzamt fest beißen. Ein Mietvertrag, der den Eigentümer der Wohnung zum Untermieter macht, ist vorsichtig ausgedrückt ungewöhnlich. Da ist es schon sinnvoller die Wohnung auf Sie zu übertragen, um nach außen die Verfügungsgewalt zu übernehmen.

Es könnte Ihnen aber helfen, wenn Sie in der Wohnung nicht nur über einen Schlafraum, sondern auch über ein eigenes Bad und eine eigene Küche verfügen. Es muss nämlich keine Wohnung im klassischen Sinne vorliegen. Es reicht aus, wenn Sie quasi über eine Wohnung vefügen. Es reicht aus, wenn eine eigene Haushaltsführung möglich ist (BFH- Urteil vom 14.10.2004, VI R 82/02, BFH/NV 2005, 133).

Ich hoffe Ihnen nun Ihre rechtliche Situation gegenüber dem Finanzamt klarer definiert zu haben.

Mit Freundlichen Grüßen
Patrick Honsel
Rechtsanwalt

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