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Doppelte Haushaltsführung / Masterstudium

02.02.2016 21:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Liebe Frag-einen-Anwalt-Anwälte,


ab März bin ich nach mehrjähriger Tätigkeit für zwei Jahre freigestellt und werde in einer anderen Stadt mein Masterstudium absolvieren. Hier möchte ich gerne die doppelte Haushaltsführung geltend machen / als Werbungskosten angeben.


Situation:
Ich ziehe in das Haus der Eltern meiner Freundin ein.
Sie bewohnt dort eine komplett abgeschlossene Wohnung (eigener Eingang, eigene Küche Bad etc…), jedoch kostenfrei und ohne Mietvertrag. Sie überweist einen gewissen Betrag (kleiner 200 Euro pro Monat) an ihre Eltern, als Nebenkosten-Deckung sozusagen - mehr oder weniger entgeltfrei also. Dies ist nur mündlich vereinbart.


Ich werde während des Studiums in einer anderen Stadt, ca. 70km entfernt, meinen Lebensmittelpunkt bei meiner Freundin (->zuhause) haben, und mich natürlich an den Kosten für Essen, Getränke, Nebenkosten (den knapp 200 Euro) etc. beteiligen.


Nun habe ich mich in die Materie eingelesen, hoffe jedoch auf Bestätigung von professioneller Seite.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__9.html Werbungskosten
1. (5) …"Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus"…


Was bedeutet nun „finanzielle Beteiligung":
Auf dieser Seite:
http://gsg-steuerberatung.de/assets/templates/gsg/steuerlexikon_detail.php?id=154099&

habe ich gesehen, dass eine Beteiligung an den Haushaltskosten von 10% als Richtwert angenommen werden kann.
„Ab 2014 ist gesetzlich eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung (mindestens 10%) erforderlich"

Leider habe ich keinen Direktlink zum betreffenden BMF-Schreiben, jedoch ist der Sachverhalt mit den 10% auch hier erläutert: (Bagatellgrenze)

http://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/doppelte-haushaltsfuehrung-bei-arbeitnehmern-132-finanzielle-beteiligung-an-den-kosten-der-lebensfuehrung_idesk_PI11525_HI7284114.html


Habe ich das bisher so richtig verstanden?
Es ist wirklich ein eigener Haushalt erforderlich, d.h. ein Zimmer bei meinen Eltern (gleiche Stadt) wäre nicht möglich?



Meine Fragen nun:


Welche Vorkehrungen muss ich treffen, damit mir die doppelte Haushaltsführung und damit der Verlustvortrag anerkannt wird?

1. Hauptwohnsitz auf die Adresse meiner Freundin melden
2. Zweitwohnsitz am Studienort melden
3. Überweisung von monatlich ca. 150 Euro an das Konto meiner Freundin, um das Ganze nachzuweisen


Benötige ich selbst noch einen Mietvertrag? Auch meine Freundin hat für die eigene Wohnung eben keinen.
Habe ich darüber hinaus etwas übersehen, was ist ggfs. noch zu beachten?


Somit kann ich dann die Fahrkosten beim Be- und Auszug der Wohnung am Studienort absetzen (gefahrene km), die Miete der Zweitwohnung, die Heimfahrten am Wochenende (Entfernungs-km), sowie Verpflegungsmehraufwendungen in den ersten drei Monaten, sehe ich das richtig? (+ ggfs. Anschaffungen für die Zweitwohnung)


Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und freundliche Grüße!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Sehr geehrter Fragesteller,

Die DHF scheitert in Ihrem Fall bereits daran, dass mit dem Zusammenzug mit Ihrer Freundin, Ihr neuer Lebensmittelpunkt in der Studiumstadt liegt. Voraussetzung für die DHF wäre aber, dass Ihr bisheriger Lebensmittelpunkt weiter an Ihrem ehemaligen Wohnort verbliebe (BFH VI R 25/11). Dies wäre bei einer eigenen Wohnung noch gut gegenüber dem FA zu erklären, bei Zusammenzug und einem potentiellem Kontrollbesuch des FA jedoch nicht mehr darstellbar.

Ihre Ausführungen bzgl. der 10%-Grenze etc. sind hier nicht einschlägig, denn sie betreffen nur die Frage, wann man überhaupt von dem Unterhalten eines eigenen Hausstandes (als Lebensmittelpunkt) jenseits der neuen Wohnung am Beschäftigungsort sprechen kann.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.02.2016 | 13:39

Sehr geehrter Herr Barzik,

vielen Dank für Ihre bisherige Aussage.
Vielleicht muss ich den Sachverhalt konkretisieren:

Als "Lebensmittelpunkt" sehe ich die Region (nicht zwangsweise den Ort / das Haus), in der meine Eltern seit 20 Jahren leben, in der ich seit 20 Jahre lebe (trotz Auszug vor ca. 2 Jahren), in der ich nun gearbeitet habe, und deshalb auch mein gesamter Freundeskreis inkl. derzeitiger Freundin zu finden ist.
Seit Februar 2016 wohne ich bei meiner Freundin. Das Studium beginnt mitte März.

Der Wohnort Eltern, Wohnort bis vor einigen Tagen, Arbeitsort und Wohnort seit enigen Tagen, liegen innerhalb eines Radius von ca. 15km.
Der Studienort liegt ca. 70km davon entfernt.

Reicht das nicht, um eine DHF unter Annahme des bisherigen Lebensmittelspunktes zu begründen?



Desweiteren würde mich trotz der Tatsache, dass sie die Prüfung der DHF ausgeschlossen haben, interessieren, ob ich die weiteren Kriterien richtig verstanden habe. (Kostenbeteiligung, kein Mietvertrag nötig, ...)

Herzlichen Dank und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.02.2016 | 14:44

DHF setzt unter anderem voraus, dass es einen eigenen Hausstand am Ort des Lebensmittelpunktes gibt und zudem eine weitere (neue) Wohnstätte am Beschäftigungs-/Tätigkeitsort (Zweitwohnung). Der alte Wohnsitz muss aber zwingend der Lebensmittelpunkt bleiben. Dies wird bei gemeinsamer Wohnung am Tätigkeitsort mit dem Lebensgefährten verneint (Schmidt, EStG, Komm. zum EStG § 9 Rz.146). Eine bereitgehaltene Wohnung nur zu Besuchszwecken würde desweiteren bspw. auch nicht ausreichend sein. Das Wohnen bei den Eltern ist meist auch kein eigener Hausstand. BFH dazu: "Die Frage, ob ein alleinstehender Arbeitnehmer einen eigenen Hausstand unterhält oder aber nur in einen fremden eingegliedert ist, entscheidet sich unter Einbeziehung und Gewichtung aller tatsächlichen Verhältnisse im Rahmen einer den Finanzgerichten als Tatsacheninstanz obliegenden Gesamtwürdigung."

Zudem müsste dann die finanzielle Beteiligung an den Haushaltskosten nachgewiesen werden. Nur dafür spielen die 10%-Grenze etc. eine Rolle. Nicht jedoch für die Beurteilung der Zweitwohnung.

Zur Zweitwohnung: Als Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort kommt jede dem Arbeitnehmer entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stehende Unterkunft in Betracht. Neben der klassischen Mietswohnung kommen hier z. B. auch eine Eigentumswohnung, ein möb­liertes Zimmer, ein für einen längeren Zeitraum gebuchtes Hotelzimmer oder bei Solda­ten die Unterkunft in der Ka­serne in Betracht. Das Beziehen der Zweitwohnung muss durch die berufliche Beschäftigung ver­anlasst sein.

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